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Wie schädlich ist der Lithium-Abbau?

Doch wer einmal die Gegend rund um den riesigen Salzsee von Uyuni (Salar de Uyuni) bis hin zur Atacama-Wüste im Norden Chiles bereist hat, kann sich kaum eine trostlosere Landschaft auf der Erde vorstellen. Für einen Science-Fiction-Film über eine Reise zum Mars findet jeder Regisseur dort ideale Kulissen. Das Blog Der Graslutscher, das sich umfassend mit der ARD-Doku auseinandergesetzt hat, kommt zu dem Schluss: "Wenn ich mir bei einer guten Fee wünschen könnte, in welchen Gebieten der Erde neue Erzadern für Zukunftstechnologien gefunden werden, ich würde mir ein paar extrem dünn besiedelte Wüsten aussuchen."

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Zweifellos stellt der Lithium-Abbau einen Eingriff in die dortige Umwelt dar. Durch das Abpumpen der salzhaltigen Sole sinkt der Grundwasserspiegel. Um eine Tonne Lithium zu erhalten, sei je nach Konzentration eine Menge von 0,4 Millionen bis 2,0 Millionen Litern Sole erforderlich, berichtete das Handelsblatt. Da für einen Akku wie beim Tesla Model S etwa 12 Kilogramm Lithium benötigt werden, sind dafür zwischen 4.800 und 24.000 Liter Sole hochzupumpen. Die ARD-Doku spricht hingegen von 80.000 Litern und beruft sich dabei offenbar auf ein Papier der Hilfsorganisation Brot für die Welt (PDF). Der Unterschied erklärt sich dadurch, dass Brot für die Welt von einem Bedarf von 40 Kilogramm Lithium pro Batterie ausgeht.

Lithium-Abbau als Chance für Bolivien

Die ARD-Doku orientiert sich vor allem an der Abbausituation in Chile und Argentinien. In Bolivien hingegen, wo fast 20 Prozent der weltweiten Lithium-Vorkommen lagern, will die Regierung unter Präsident Evo Morales die Interessen der Bevölkerung berücksichtigen und selbst versuchen, Lithium-Ionen-Batterien für den Weltmarkt herzustellen. "Bislang befürchten die Gemeinden keine negativen Auswirkungen durch den Lithium-Abbau. Vielmehr verfolgen sie mit Interesse die staatlichen 'Erfolgsmeldungen' der Lithium-Behörde und sind stolz darauf, ein Teil des neuen eigenständigen Weges zu sein, Bolivien weiterzuentwickeln", schreibt Brot für die Welt. Deutsche Unternehmen wie K-Utec Salt Technologies und ACI Systems unterstützen Bolivien bei diesem Versuch. Langfristig sollen in Uyuni jährlich 30.000 Tonnen Lithium produziert werden. Das würde für rund 2,5 Millionen Autoakkus reichen.

  • Der Salar de Uyuni gilt mit 10.000 Quadratkilometern als größte Salzpfanne der Welt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Salzsee beherbergt eines der größten Lithium-Vorkommen der Welt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Hochland (Altiplano) zwischen Bolivien und Chile ist sehr dünn besiedelt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Zu den touristischen Attraktionen gehören das Geothermiefeld Sol de Mañana ... (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • ... und Seen wie die Laguna Colorada mit seltenen Flamingos. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Klimawandel lässt die Gletscher in den Anden schnell schmelzen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Chacaltaya bei La Paz, Anfang der 1990er Jahre noch das höchste Skigebiet der Welt auf 5.300 Metern, ...  (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • ... war 2007 schon kaum noch mit Schnee bedeckt und ist inzwischen völlig schneefrei. (Alexson Scheppa Peisino/Public Domain)
  • Autokonzerne wie VW vermarkten elektrisches Carsharing als klimafreundliche Mobilität. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Der Salar de Uyuni gilt mit 10.000 Quadratkilometern als größte Salzpfanne der Welt. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)

Ein weiterer Vorteil: Seit Jahrzehnten wandern die Menschen aus dem Hochland Boliviens in das Tiefland des Amazonas ab, wo Wälder für Viehzucht und den Anbau von Soja (und Koka) verschwinden. Vor allem mit Blick auf die jahrhundertelange Ausbeutung der indigenen Bevölkerung durch den Bergbau in Bolivien bietet die Lithium-Produktion im Hochland neue Perspektiven. Es ist eher der Klimawandel, der die Lebensgrundlage vieler Menschen im Hochland bedroht. Denn die Gletscher der Anden ziehen sich stark zurück oder sind schon komplett verschwunden. Das gefährdet die Wasserversorgung auch für Millionenstädte wie La Paz, was weit gravierendere Auswirkungen als der Lithium-Abbau haben würde.

Negative Folgen von Erdölproduktion werden verschwiegen

Eine ressourcenschonende Produktion von Lithium, die die Interessen der Bevölkerung berücksichtigt, ist daher durchaus möglich, wenn die Regierung und die Betreiber darauf achten. Auch in Argentinien hat die K-Utec als Partner der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ein solches Verfahren erprobt. Doch davon erfahren die Zuschauer der ARD-Doku nichts. Ebenfalls werden die hohen Umweltbelastungen bei Produktion und Transport von Erdöl verschwiegen. Und zwar in Regionen, die längst nicht so lebensfeindlich wie das Hochland der Anden sind.

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 Dienen Elektroautos nur dem Greenwashing der Konzerne?Kommt das Stromnetz an seine Grenzen? 
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plutoniumsulfat 01. Jan 2020

Also ist eine 50k-Einwohner-STADT für dich Land?

Abendschnee 22. Okt 2019

Je effizienter ein Fahrzeug ist, also je besser der Wirkungsgrad, desto weniger Energie...

Jossele 18. Aug 2019

Der Überschrift dieses Post möchte ich mich hiermit vollinhaltlich anschließen. Solche...

Crass Spektakel 31. Jul 2019

Nicht jede Standardhose paßt jedem Standardbürger. Zukünftige Mobilität wird eben nicht...

schueppi 25. Jul 2019

Ich finde es etwas schade, dass man immer so argumentiert. Ja, ich fahre mit meiner Frau...


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