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Dienen Elektroautos nur dem Greenwashing der Konzerne?

Wenn diese Einschätzung zutrifft, ist daher in der Tat fraglich, warum Elektroautos von der EU-Kommission mit einem CO2-Ausstoß von 0 kg/km berechnet werden. Diese Einstufung führt nach Ansicht von Verkehrsexperten wie Winfried Wolf wiederum dazu, dass Konzerne wie Volkswagen plötzlich die Vorzüge der Elektromobilität entdecken und gar nicht schnell genug ihre Flotten elektrifizieren können. Denn nur auf diese Weise könnten die Vorgaben für die durchschnittlichen Flottenemissionen erzielt werden. BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich sagte Ende Juni 2019 sogar: "Es gibt keine Kundennachfrage nach vollelektrischen Autos. Keine. Es gibt regulatorische Erfordernisse für Elektroautos, aber keine Kundennachfragen."

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Die scheinbaren Null-Emissionsautos mit Elektroantrieb dienen Kritikern zufolge nur dazu, Autoproduktion und -verkauf auf bisherigem Niveau zu halten oder gar noch zu steigern. Anstatt die CO2-Emissionen durch kleinere Verbrennerautos mit weniger Verbrauch zu senken oder gar ein Tempolimit einzuführen, habe die Autoindustrie eine neue Absatzstrategie gefunden. Zudem könne sie dadurch von ihrem Betrug bei den Diesel-Abgasen ablenken und sich ein ökologischeres Image verpassen.

Weltweiter Pkw-Bestand soll zunehmen

Gerade zu ernüchternd erscheinen dabei die Prognosen für die Entwicklung des weltweiten Pkw-Bestandes. Dieser soll laut Wolf bis zum Jahr 2025 von derzeit 1,235 Milliarden auf 1,5 Milliarden steigen. Selbst unter optimistischen Annahmen liege der Anteil der Elektroautos am Pkw-Bestand dann nur bei zehn Prozent. Die Elektroauto-Quote von zehn Prozent in China dient nach Einschätzung von Experten ohnehin vor allem dazu, einen weltweit konkurrenzfähigen Autohersteller aufzubauen und die extreme Luftverschmutzung zu verringern. Eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes durch den motorisierten Individualverkehr dürfte daher in den kommenden Jahren nicht zu erwarten sein. Die weniger entwickelten Länder setzen laut Wolf weiter voll auf den Einsatz von Verbrennungsmotoren. Der hohe Preis und die fehlende Ladeinfrastruktur dürften dort noch mehr Käufer als hierzulande abschrecken.

Die Logik scheint in der Tat absurd: Um weiterhin schwere SUV mit hohem Kraftstoffverbrauch verkaufen zu können, produziert die Autoindustrie nun noch schwerere Elektro-SUV. Die tatsächliche Klimabelastung bei Produktion und Betrieb der Elektroautos spielt dabei keine Rolle, da sie als Null-Emissions-Fahrzeuge gelten. Vor diesem Hintergrund scheint es wenig nachvollziehbar, wenn gerade aus dem rechten Umfeld immer wieder gegen Elektroautos gestänkert wird. Schließlich tragen sie mit dazu bei, dass in den nächsten Jahren überhaupt noch große Spritschleudern verkauft werden können.

Rohstoff-Problematik wird plötzlich zum Problem

Beinahe grotesk erscheint in diesem Zusammenhang, dass viele Elektroauto-Gegner plötzlich ihr Herz für die Umwelt- und Lebensbedingungen in Ländern entdecken, die die wichtigen Rohstoffe für Batterien und Motoren liefern sollen. Zu den Rohstoffen zählen Metalle wie Lithium, Kobalt und Kupfer, die unter anderem in afrikanischen Staaten wie Kongo oder südamerikanischen Ländern wie Argentinien, Chile und Bolivien abgebaut werden. Die eingangs erwähnte ARD-Dokumentation hat sich vor allem mit der Lithium-Produktion im Norden Argentiniens befasst, die schlimme Nachteile für die dortige Natur und die dort lebenden Menschen haben soll.

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 Ist die CO2-Bilanz wirklich so schlecht?Wie schädlich ist der Lithium-Abbau? 
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plutoniumsulfat 01. Jan 2020

Also ist eine 50k-Einwohner-STADT für dich Land?

Abendschnee 22. Okt 2019

Je effizienter ein Fahrzeug ist, also je besser der Wirkungsgrad, desto weniger Energie...

Jossele 18. Aug 2019

Der Überschrift dieses Post möchte ich mich hiermit vollinhaltlich anschließen. Solche...

Crass Spektakel 31. Jul 2019

Nicht jede Standardhose paßt jedem Standardbürger. Zukünftige Mobilität wird eben nicht...

schueppi 25. Jul 2019

Ich finde es etwas schade, dass man immer so argumentiert. Ja, ich fahre mit meiner Frau...


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