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Cloudready ist ein abgespecktes Chrome OS

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Benutzeroberfläche von Cloudready nicht von der einer herkömmlichen Chromium-OS-Variante oder gar von Chrome OS selbst. Tatsächlich ist die Handhabung in allen Versionen identisch. Ob Chrome oder Chromium, der Browser ist stets das zentrale Werkzeug. Darüber lassen sich Apps aus Googles Software installieren und nutzen.

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Hier zeigen sich aber erste Unterschiede: Zumindest in der kostenpflichtigen Version von Cloudready für Schulen fehlen proprietäre Codecs wie H.264. In der kostenfreien Version von Cloudready sind sie aber integriert. Dort funktioniert inzwischen auch das Widevine-Plugin, das etwa für das Abspielen DRM-geschützter Inhalte von Netflix benötigt wird. In der Version für Schulen lässt sich Widevine indes nicht nutzen. Unter Chromium OS und somit auch Cloudready lassen sich auch keine Android-Apps installieren und nutzen. Das ist bislang Chrome OS vorbehalten.

  • Der Anmeldebildschirm von Cloudready verrät bereits, dass Chromium OS als Basis dient. (Screenshot: Jörg Thoma)
  • Lediglich ein kleiner Eintrag weist darauf hin, dass Neverware Chromium OS angepasst hat. (Screenshot: Jörg Thoma)
  • Auch die Benutzeroberfläche ist mit Chromium OS identisch. Apps werden im integrierten Chromium-Browser gestartet. (Screenshot: Jörg Thoma)
  • Die meisten Apps für Chrome lassen sich in Cloudready nutzen, ... (Screenshot: Jörg Thoma)
  • ... darunter die von Google bereitgestellten Büroanwendungen und etliche Spiele. (Screenshot: Jörg Thoma)
  • Mit Cloudready sollen vor allem Schulen ihre alte Hardware weiterhin als Chromebook-Ersatz nutzen können. (Screenshot: Jörg Thoma)
  • Den integrierten Dateimanager aus Chromium OS gibt es auch in Cloudready. (Screenshot: Jörg Thoma)
Die meisten Apps für Chrome lassen sich in Cloudready nutzen, ... (Screenshot: Jörg Thoma)


Auch bei der Verwendung von Dokumenten in Microsofts Formaten gibt es Einschränkungen. Sie lassen sich zwar über die Google-Drive-Schnittstelle öffnen, nicht aber über den integrierten Dateimanager, denn die entsprechende Erweiterung ist nicht installiert und kann in aktuellen Versionen von Cloudready auch nicht nachgereicht werden.

Weniger Sicherheit

Bedingt durch den Chromium-Unterbau lassen sich keine Android-Apps installieren und nutzen, wie es etwa bei Chrome OS möglich ist. Und anders als Chrome OS kann Chromium nicht auf das Trusted Platform Modul (TPM) zugreifen. Somit fällt bei Cloudready die interne Verifizierung des Betriebssystems weg, wie sie bei Chrome OS verwendet wird. Außerdem kann der Rechner nicht für die Installation eines anderen Betriebssystems gesperrt werden, wie es bei Chromebooks der Fall ist. Cloudready empfiehlt Administratoren in Schulen deshalb, eine solche Sperre im Bios der einzelnen Rechner einzurichten.

Für Entwickler könnten diese fehlenden Sicherheitsfunktionen indes von Vorteil sein. So ist es nicht notwendig, den speziellen Entwicklermodus zu starten, um in die Tiefen des Betriebssystems vorzudringen. Die über Strg-Alt-F2 aufgerufene Konsole ermöglicht vollen Root-Zugriff. Administratoren sollten hier ein Passwort setzen, wenn sie unbefugten Zugriff ihrer Schüler verhindern wollen. Eine Liste mit Unterschieden und Einschränkungen stellt Cloudready als Google-Doc-Datei bereit.

Cloudready setzt auf Googles Verwaltungskonsole

Zusätzlich setzt Cloudready bei seiner kostenpflichtigen Version für Schulen auf Googles Verwaltungskonsole, etwa um aus der Ferne Benutzer zu verwalten, zurückzusetzen oder Rechner ausschließlich im Kiosk-Modus zu starten. Dabei dürfen Nutzer lediglich eine einzige vordefinierte App verwenden, sie lässt sich nicht beenden und sperrt somit den Zugriff auf das Betriebssystem. Über diese Verwaltungskonsole - Google Device Management genannt - können nicht nur Cloudready-Rechner, sondern auch Chromebooks verwaltet werden.

Hier sieht Neverware einen besonderen Vorteil für den Einsatz in Schulen, denn die Verwaltungskonsole ist sehr viel einfacher zu bedienen als etwa ein Windows-Server mit Active Directory. Cloudready will sich besonders in Schulen etablieren, die bereits Googles Apps for Education nutzen. Sofern dort noch Rechner mit Windows vorhanden sind, erspart der Einsatz von Cloudready die Anschaffung von Chromebooks. Cloudready gibt sein Betriebssystem für Schulen aber eben nicht kostenfrei her und Google verlangt für die Nutzung seiner Verwaltungskonsole ebenfalls Geld.

Kein Vergleich zu Linux-Distributionen

Da Cloudready vor allem auf die Nutzung der Google Apps für Educations abzielt, ist es kaum mit Linux-Distributionen vergleichbar, die ebenfalls auf betagten Rechnern funktionieren. Hier unterscheidet lediglich der Aufwand, Linux-Rechner in eine zentrale administrative Infrastruktur einzubinden. Ohne ebenfalls kostenpflichtige Lösungen wie Univentions UCS@School erfordert das aber einen hohen Aufwand und tiefgreifende Linux-Kenntnisse.

Anderseits lassen sich auch Windows-Rechner in eine solche Infrastruktur einbinden. Googles deutlich übersichtlichere Management Console bietet solche Möglichkeiten nicht, sondern beschränkt sich auf Chrome OS und Chromium OS. Abseits der inzwischen umfangreichen Vielfalt an Apps in Googles Marketplace lassen sich Linux-Systeme auch deutlich einfacher individualisieren und erweitern. Für sämtliche Lösungen, die Google anbietet, gibt es entsprechende Pendants.

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CrookedHillary 25. Mai 2016

Mein Zahnarzt hat meine Patientenakte per E-Mail zu einem Kollegen geschickt. So viel...

plutoniumsulfat 01. Mai 2016

Das ist eigentlich erschreckend, dass man sich gar nicht mehr wirklich für sich selbst...

WalterWhite 01. Mai 2016

Win 7 vs ubuntu 16.04, ich bevorzuge ubuntu, habe dual Boot.

Moe479 01. Mai 2016

naja ... das frontend von anwendungsoftware is an sich wurst wenn man auch nur...

Spiritogre 30. Apr 2016

Meiner Ansicht nach laufen moderne Betriebssysteme auch auf ganz alten und langsamen...


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