Cloudflare: Wie sich Lulzsec vor Hacks schützte

Lulzsec.com, die Website der Hacktivistengruppe Lulz Security (Lulzsec), wurde im Sommer 2011 vom Sicherheitsanbieter Cloudflare(öffnet im neuen Fenster) gegen Hackerangriffe gesichert. Wie Cloudflare-Chef Matthew Prince dem New Scientist erzählte(öffnet im neuen Fenster) , meldete Lulzsec seine damals noch frisch ins Leben gerufene Domain im Juni 2011 bei Cloudfare an.
Kurz danach veröffentlichte Lulzsec darauf Informationen über den Hack der Website von Sony Pictures. Wenige Wochen später kündigte Lulzsec seine Auflösung an.
In diesem Zeitraum sollen die Angriffe auf Lulzsec.com enorm gewachsen sein und Cloudflare brauchte nicht lange, um zu erkennen, was da für eine Site abgesichert wurde. Neben Distributed-Denial-of-Service-Attacken (DDos) soll es dabei auch ausgefeiltere Angriffsversuche gegeben haben. Einige fähigere Angreifer wie The Jester(öffnet im neuen Fenster) haben dabei Informationen über das Cloudflare-Netz gesammelt und versucht, Routerschwachstellen zu nutzen.
Nach internen Diskussionen ist laut Prince entschieden worden, Lulzsec.com weiter abzusichern. Immerhin seien von der Domain keine Attacken auf andere Websites erfolgt, sondern darauf nur Informationen veröffentlicht worden. Hier sieht sich Cloudflare mehr als Netzwerk- als ein Hosting-Provider.
"Es gibt eine Menge Dinge im Internet, die ich persönlich sehr beunruhigend finde, und diese Liste ist vermutlich sehr anders als Ihre, aber meine Rolle als Unternehmen war es nicht, Internetzensor zu spielen" , sagt Prince. Der Cloudflare-Chef berichtete in dieser Woche auf der RSA Conference(öffnet im neuen Fenster) in den USA über seine Erfahrungen auch mit Lulzsec.
Bevor er öffentlich über die Rolle als Dienstleister für Lulzsec spricht, habe er sich zudem die Erlaubnis der Hacktivisten geholt – über eine von Lulzsec bei Cloudflare angemeldete E-Mail-Adresse. Die kurze Zusage folgte laut Prince 13 Tage später mit der Signatur "Captain Jack Sparrow".
Cloudflare verspricht Websitebetreibern eine unkomplizierte Absicherung von Webseiten gegen Denial-of-Service- und Hackerangriffe. Der gesamte Traffic zu einer Website nimmt dabei einen Umweg über das Cloudflare-Netz, wo Bedrohungen erkannt und entfernt werden sollen. Das soll auch zu einer Beschleunigung von Webseitenabrufen führen.
Es gibt einen kostenlosen Dienst und ein kostenpflichtiges Angebot, für das monatlich pro Website bezahlt wird. Ein Enterprise-Angebot soll in Kürze folgen und die Absicherung beliebig vieler Websites ermöglichen. Derzeit sichert Cloudflare über 250.000 Websites ab, darunter Websites von Bloggern, von E-Commerce-Anbietern und Regierungen.