Cloudflare: Server der Generation 11 weiter mit AMD statt Intel
Etwa alle 18 Monate gibt es bei Cloudflare(öffnet im neuen Fenster) eine neue Generation von Edge-Servern. In einem Blog-Post(öffnet im neuen Fenster) der Firma berichtet Platform Operations Engineer Chris Howells, wie die Auswahl der Spezifikation zustande kam. Einer der interessantesten Punkte dabei ist, dass schon früh im Prozess AMDs Epyc die Ice Lake Xeons von Intel ausgestochen hat – nicht durch Performance, sondern durch einen geringeren Stromverbrauch.
"Obwohl Intels Chips bei der Rohleistung mit AMD mithalten konnten, war die Leistungsaufnahme pro Server mehrere hundert Watt höher – das ist enorm" , schrieb Howells in seinem Bericht. Damit war Intel schnell aus dem Rennen, denn eines der Hauptkriterien für die Auswahl einer Architektur bei Cloudflare sind die Requests pro Watt, die ein Server verarbeiten kann. "Wir sind ständig bestrebt, unsere Betriebskosten zu senken, und die Reduzierung des Stromverbrauchs ist einer der wichtigsten Bestandteile davon" erklärt Howells. "Dies bedeutete, dass Intels Leistung pro Watt unattraktiv war."
Cloudflares neue Server: Das ist drin
Allerdings ist Epyc nicht neu in den Cloudflare Servern. Schon in der 10. Generation kam Intel nicht zum Zug. Damals war Cloudflare von einer Dual-Socket Intel-Lösung zu AMDs Single-Socket Epyc-Plattform gewechselt. "Der Sprung zwischen unseren Generation 9 und Generation 10 Servern war enorm" erinnert sich Howells, aber das lag nicht nur an den Prozessoren, sondern auch daran, dass man von Sata-SSDs auf NVMe-Storage wechselte.
Diesmal sind die Architekturänderungen weniger radikal. Von den 48-kernigen Epyc 7642 (Rome) geht es zu 64-kernigen Epyc 7713 (Milan) . Aus 256 GByte DDR4-2933 werden 384 GByte DDR4-3200 – Tests haben ergeben, dass das Verhältnis der Kosten zur Performance keine 512 GByte rechtfertigen, sehr wohl aber das Upgrade von DDR4-2933 zu DDR4-3200. "Wir haben festgestellt, dass es eine Leistungssteigerung von mehreren Prozent brachte und die Preise sich so weit verbessert haben, dass die Änderung kostengünstig ist" , begründet Powells das Upgrade der RAM-Geschwindigkeit.
In Sachen Storage wechselt die elfte Generation von drei Samsung PM983 mit je 960 GByte Kapazität zu zwei Samsung PM9A3 mit je 1,92 TByte Platz – die neuen SSDs bringen laut Howells neben PCIe 4.0 auch intelligentere SSD-Controller und eine verbesserte NAND-Architektur mit – genug Leistungsgewinn, um trotz erhöhter Kapazität ein Laufwerk und nebenbei 6 Watt Leistungsaufnahme einsparen zu können.
Was allerdings gleich bleibt, sind die Netzwerkadapter. Ein Mellanox ConnectX-4 Dual-Port-25G-Adapter wird wie schon in der Generation 10 die Netzwerkaufgaben in Generation 11 erledigen. Ein Upgrade wurde hier schlicht nicht benötigt, wäre aber mit höheren Kosten verbunden, schrieb Howells.
Im Ergebnis bringen die neuen Cloudflare Server 29 Prozent mehr Leistung als ihre Vorgänger, "ohne Erhöhung des Stromverbrauchs" , wie Howells noch einmal unterstreicht.
Performance pro Watt wird beim Betrieb von Servern immer wichtiger. Was genau der gewählte Performance-Indikator ist – oft reine Rechenleistung, in Cloudflares Fall die Anzahl der Connections – macht für die allgemeine Aussage keinen Unterschied. Das weiß Intel auch und behauptet, dass die neue Generation – genannt Sapphire Rapids – einen Generationssprung in Leistung und Effizienz bieten wird. Ob dieser Sprung dann genügt, wird sich zeigen müssen, denn Howells spricht bei vergleichbarer Performance von "ein paar 100 Watt" Unterschied in der Leistungaufnahme pro Server. Bei Cloudflare ist der EPYC 713 aber auf (von AMD als Max-cTDP spezifizierte) 240W TDP konfiguriert – also noch nicht einmal zweieinhalbmal 100 Watt. Das ist nicht nicht viel, wenn man mehrere 100 Watt aufholen muss – vor allem, wenn man bedenkt, dass auch Cloudflare an ARM-basierten Servern arbeitet(öffnet im neuen Fenster) .
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