Cloudflare Precursor: Dieser Bot-Test hört nie auf zuzusehen
Cloudflare hat ein neues Tool namens Precursor vorgestellt(öffnet im neuen Fenster). Es verfolgt, wie sich Besucher auf einer Website bewegen, tippen und interagieren, und zwar solange sie die Seite geöffnet haben. Verfügbar ist das System aktuell für Kunden des Cloudflare Enterprise Bot Management.
Anders als ein klassisches Captcha, das nur einen einzelnen Moment prüft, etwa beim Login oder beim Checkout, beobachtet Precursor das Verhalten über die gesamte Sitzung hinweg(öffnet im neuen Fenster). Cloudflare zufolge wird es dadurch schwerer für automatisierte Tools, nach einer bestandenen Prüfung unbemerkt weiterzumachen.
Das Unternehmen erklärt, dass Precursor Signale wie Mausbewegungen, Scrollmuster, Tipprhythmus, Zwischenablage-Aktivität und Tastatureingaben auswertet. Welche Tasten konkret gedrückt werden, zeichnet das System nach eigenen Angaben nicht auf, nur das Timing und das Muster der Eingaben.
Wie funktioniert das System?
Laut Cloudflare wird Precursor über das Dashboard aktiviert. Kunden müssen ihren Anwendungscode dafür nicht anpassen. Eine kleine Javascript-Datei wird automatisch eingefügt, sobald diese durch das Netzwerk von Cloudflare laufen.
Sobald das Skript aktiv ist, sammelt es über sogenannte Listener Interaktionsdaten und hält sie kurz im Arbeitsspeicher, bevor sie zur Analyse an die Server von Cloudflare gesendet werden. Das Unternehmen sucht dabei gezielt nach Widersprüchen. Ein Beispiel dafür ist eine registrierte Mausbewegung, während die Seite gar nicht sichtbar war.
Solche Signale beeinflussen den Bot-Score(öffnet im neuen Fenster) eines Besuchers und entscheiden, ob eine zusätzliche Prüfung oder Sicherheitsregel ausgelöst wird. Die Bewertung bezieht sich auf die gesamte Sitzung und nicht auf eine einzelne Anfrage. Ein simpler Neustart der Seite hilft laut Cloudflare deshalb nicht, den Verdacht zu entkräften.
Warum hat Cloudflare Precursor entwickelt?
Cloudflare-CTO Dane Knecht begründet die Entwicklung von Precursor mit Bots, die inzwischen fähig sind, für kurze Zeitspannen einen echten Nutzer überzeugend nachzuahmen.
Zum Datenschutz erklärt Cloudflare, dass nur jene Daten erhoben werden, die zur Erkennung automatisierter Aktivität nötig sind. Sie würden aggregiert ausgewertet, weder mit Account-Logins verknüpft noch als dauerhaftes Profil einzelner Nutzer gespeichert. Trotzdem dürfte die fortlaufende Erfassung von Bewegungs- und Tippmustern bei vielen Besuchern Fragen aufwerfen, zumal die wenigsten davon wissen.
Weniger Captchas, mehr Beobachtung
Cloudflare schätzt, dass automatisierter Traffic, darunter KI-Agenten, Scraping-Tools und Betrugsversuche, inzwischen rund 57 Prozent aller Anfragen im Internet ausmacht.
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