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Cloudflare: "Menschen werden im Internet nur ein Rundungsfehler sein"

KI-Systeme erzeugen immer mehr Datenverkehr. Cloudflare erwartet, dass Maschinen Menschen im Internet geradezu überrollen werden.
/ Peter Steinlechner
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Das KI-Museum Dataland in Los Angeles im Juni 2026 (Symbolbild) (Bild: Mario Tama/Getty Images)
Das KI-Museum Dataland in Los Angeles im Juni 2026 (Symbolbild) Bild: Mario Tama/Getty Images

Menschen könnten beim Datenverkehr im Internet schon bald zur Randerscheinung werden. Der Netzwerkanbieter Cloudflare rechnet damit, dass automatisierte Systeme in fünf Jahren bis zu 1.000-mal mehr Traffic verursachen als menschliche Nutzer.

"Menschen werden im Internet nur noch ein Rundungsfehler sein", sagte Cloudflare-Finanzchef Thomas Seifert bei der Vorstellung der jüngsten Geschäftszahlen laut The Register(öffnet im neuen Fenster). Dabei gehe es nicht darum, dass Menschen weniger im Netz unterwegs seien. Vielmehr wachse der von Maschinen erzeugte Datenverkehr extrem schnell.

Cloudflare hatte ursprünglich erwartet, dass automatisierter Traffic den von Menschen erzeugten Datenverkehr erst 2027 überholen würde. Tatsächlich sei dieser Punkt nach Messungen des Unternehmens bereits im Mai 2026 erreicht worden.

Treiber dieser Entwicklung ist vor allem künstliche Intelligenz. Während ein Mensch beispielsweise eine Webseite aufruft, können KI-Agenten selbstständig zahlreiche Anfragen an Webseiten, Datenbanken und andere Dienste schicken. Künftig könnten solche Systeme außerdem verstärkt untereinander kommunizieren und Aufgaben ohne direkte menschliche Eingriffe erledigen.

Cloudflare: Das Internet spricht Mensch

Cloudflare bereitet seine Infrastruktur bereits auf diese Entwicklung vor. Das Unternehmen führt unter anderem seine Dienste Workers AI und AI Gateway zusammen. Entwickler sollen darüber KI-Anfragen zentral verwalten und automatisch an geeignete Modelle und Anbieter weiterleiten können. Fällt ein Anbieter aus oder hat keine Kapazitäten mehr, kann die Anfrage auf Wunsch an einen anderen Dienst gehen.

Wie ein solches agentenbasiertes System aussehen kann, zeigt Cloudflare mit dem neuen Radar Researcher(öffnet im neuen Fenster). Nutzer können dem Dienst Fragen über das Internet in normaler Sprache stellen. Im Hintergrund sucht ein KI-Agent selbstständig die benötigten Daten aus Cloudflare Radar zusammen, wertet sie aus und erstellt daraus Antworten und Diagramme.

Für Cloudflare ist der erwartete Boom allerdings nicht nur eine Geschäftschance. Seifert geht davon aus, dass mit dem stark wachsenden maschinellen Datenverkehr auch die Sicherheitsrisiken zunehmen werden. Gleichzeitig müssten Rechenzentren und Netzwerke erheblich effizienter werden, wenn KI-Agenten tatsächlich ein Vielfaches des heutigen Internetverkehrs erzeugen.

Ob die Prognose eintritt, bleibt abzuwarten. Seifert räumte selbst ein, mit seinen bisherigen Vorhersagen zur Geschwindigkeit dieser Entwicklung falsch gelegen zu haben – allerdings, weil das Wachstum schneller verlief als erwartet.


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