Clouddienste: Microsoft verspricht rein europäische Datenspeicherung
Der US-Computerkonzern Microsoft hat nach eigenen Angaben eine wichtige Stufe seines Projekts der sogenannten EU-Datengrenze erreicht. Diese ermögliche nun "die Verarbeitung und Speicherung aller Daten in der EU über die wichtigsten Clouddienste von Microsoft hinweg – Azure, Microsoft 365, Power Platform und Dynamics 365" , teilte das Unternehmen am 11. Januar 2024 in einem Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) mit.
Der Mitteilung zufolge umfasst die neue Stufe drei unterschiedliche Aspekte. So würden nun alle personenbezogenen Daten innerhalb der EU-Datengrenze erfasst. Das gelte auch für pseudonymisierte, persönliche Daten, die beispielsweise in automatisch generierten Logdateien enthalten seien.
Kostenpflichtiger Support aus der EU geplant
Zweitens stelle Microsoft nun neue "Transparenz-Ressourcen zur Verfügung, einschließlich Dokumentationen und anderer Informationen, auf die unsere Kunden über die Webseite des EU Data Boundary Trust Center(öffnet im neuen Fenster) zugreifen können" .
Drittens habe das Unternehmen in EU-basierte Technik investiert, um pseudonymisierte, personenbezogene Daten besser innerhalb der EU-Datengrenze zu schützen, wenn auf diese aus der Ferne zur Überwachung des Systemzustands zugegriffen werde. "So vermeiden wir beispielsweise die Notwendigkeit physischer Datenübertragungen oder -speicherungen außerhalb der EU, indem wir zur Überwachung unserer Systeme eine virtuelle Desktop-Infrastruktur in der EU-Datengrenze einsetzen" , heißt es.
Im Laufe dieses Jahres will Microsoft noch dafür sorgen, dass die Support-Daten innerhalb der EU gespeichert werden. Sollte dennoch Zugriff von außerhalb der EU erforderlich sein, werde die erforderliche Datenübertragung ins Ausland durch technische Maßnahmen wie die virtuelle Desktop-Infrastruktur begrenzt. Microsoft entwickle außerdem eine kostenpflichtige Support-Option, die eine erste technische Reaktion von innerhalb der EU ermöglichen solle.
Microsoft hatte den Start des Projekts im Mai 2021 angekündigt . Einen wirksamen Schutz vor dem Zugriff der US-Behörden auf die Daten der EU-Bürger sehen Datenschützer in dem Projekt jedoch nicht. "Da Rechtsvorschriften der USA US-amerikanische Unternehmen auch dazu verpflichten, außerhalb der USA verarbeitete Daten auf Anforderung herauszugeben, sind damit keineswegs alle Transferprobleme gelöst" , sagte der frühere baden-württembergische Datenschutzbeauftragte Stefan Brink damals.
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