Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Cloud Storage: Google chiffriert Nutzerdaten mit eigenen Schlüsseln

Beim hauseigenen Cloud-Hosting-Dienst Cloud Storage bietet Google ab sofort eine serverseitige, automatische Verschlüsselung an. Die Schlüssel werden ebenfalls von Google verwaltet – was nach Prism einige Nutzer misstrauisch macht.
/ Tobias Költzsch
19 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Google verschlüsselt Daten bei Cloud Storage jetzt automatisch. (Bild: Google)
Google verschlüsselt Daten bei Cloud Storage jetzt automatisch. Bild: Google

Google hat für seinen Hosting-Dienst Cloud Storage eine serverseitige Verschlüsselung eingeführt. Ab sofort werden ohne Mehrkosten für den Kunden automatisch alle Daten vor dem Speichervorgang mit AES (128-Bit) verschlüsselt. Der Kunde selbst muss keine weiteren Einstellungen vornehmen. Der Service wurde laut Google(öffnet im neuen Fenster) bereits für alle neuen Daten, die abgespeichert werden, aktiviert. Bereits bei Google hinterlegtes Material soll in den kommenden Monaten verschlüsselt werden.

Google verwaltet die Chiffrierungsschlüssel

Ruft ein autorisierter Nutzer Daten ab, werden diese automatisch wieder entschlüsselt. Jedes gespeicherte Objekt wird mit einem eigenen Schlüssel chiffriert, der wiederum selbst verschlüsselt gespeichert wird. Dabei kommen zwei Schlüssel zum Einsatz, einer, der dem Nutzer zugeordnet wird und einer, der aus einer rotierenden Auswahl von Master-Keys stammt.

Wenn Google die Daten aber ohne Zutun des Nutzers verschlüsseln kann, dann müsste Google die Daten auch ohne dessen Hilfe wieder entschlüsseln können. Ob das so ist, konnte uns Google auf Nachfrage bislang nicht beantworten.

Nutzer misstrauisch

Dass Google die Verwaltung der Schlüssel übernimmt, macht zahlreiche Nutzer misstrauisch. Kommentatoren stellen – auch vor dem Hintergrund der jüngsten Enthüllungen um Prism und Tempora – unter der offiziellen Ankündigung die Frage, wie sinnvoll eine Verschlüsselung gegen Diebstahl oder Geheimdienste ist, wenn der Anbieter selbst die Schlüssel verwaltet. Die US-Regierung hat offenbar in der Vergangenheit auch versucht, durch Druck auf Unternehmen an verschlüsselte Daten zu kommen.

Google liefert rechtmäßig beantragte Daten aus

Google selbst erklärte der Internetseite Gigaom.com(öffnet im neuen Fenster), dass das Unternehmen keine Schlüssel an Regierungen weitergebe. Im gleichen Statement erläuterte die Google-Sprecherin jedoch, dass das Unternehmen Regierungsanfragen bezüglich der Herausgabe von Daten im Rahmen der geltenden Gesetze nachgehe. "Wenn wir diesen Anfragen entsprechen müssen, liefern wir Daten an die Regierung", erläutert sie. Jede Anfrage werde aber von Googles Anwälten sorgfältig geprüft.

Damit ist es nicht undenkbar, dass Regierungsstellen unter gewissen Umständen auch an die verschlüsselten Daten von Googles Cloud Storage herankommen können, falls die Verschlüsselung nicht eine vom Nutzer selbst bestimmte Komponente beinhaltet, auf die Google keinen Zugriff hat. Kunden können allerdings weiterhin selbst ihre Daten verschlüsseln, bevor sie diese bei Google hochladen. So stellen sie sicher, dass die Schlüssel nicht auch beim Cloud-Hoster liegen und ihre Daten im Ernstfall von Dritten ausgelesen werden können.


Relevante Themen