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Cloud-Speicher: Nextcloud 13 stabilisiert Talk und E2E-Verschlüsselung

Die aktuelle Version 13 des Kollaborationsservers und der Cloud-Speicher-Lösung Nextcloud enthält standardmäßig den Videochat Talk und die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Zudem gibt es nun schnellers LDAP und Storage sowie verbesserte Groupware -Funktionen.
/ Sebastian Grüner
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Ein verschlüsselter Ordner in Nextcloud 13 (Bild: Nextcloud)
Ein verschlüsselter Ordner in Nextcloud 13 Bild: Nextcloud

Die für das Team wohl wichtigsten Funktionen des nun verfügbaren Nextcloud 13 haben die Entwickler bereits als Vorschau vorgestellt: die Videokonferenzlösung Nextcloud Talk sowie die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Nutzer des freien Kollaborationsservers und der privaten Cloud-Speicher-Lösung. Diese beiden Funktionen sind nun standardmäßig verfügbar. Das Team hat aber auch andere Teile seiner Software wesentlich verbessert.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung im nativen Client

Um die Sicherheit der Nutzer nicht unnötig zu kompromittieren, setzt Nextcloud die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ausschließlich über die eigenen Client-Anwendungen um und verzichtet auf eine Browserunterstützung. Verschlüsselte Daten können also nicht über das Web abgerufen werden, was nur einer der Punkte ist, die das Team bewusst an Funktionseinbußen in Kauf nimmt, um die Verschlüsselung umsetzen zu können.

Nextcloud 13 mit E2E-Verschlüsselung
Nextcloud 13 mit E2E-Verschlüsselung (01:55)

Für die Funktion müssen Nutzer die Passwörter oder Schlüssel nicht selbst erzeugen, verwalten und austauschen. Stattdessen generiert sie das Client-Gerät, und sie lassen sich auf Papier sichern und wiederherstellen. Wie die Entwickler aufzählen, können die Nextcloud-Nutzer über das neue System beliebig viele Ordner sowie die darin enthaltenen Dateien chiffrieren.

Andere Nutzer, mit denen der Inhalt eines Ordners geteilt wird, bekommen dann über ein Public-Key-Verfahren ebenfalls Zugriff auf die Dateien. Zum Sperren und Freigeben von Dateien benötigen Nutzer keine Passwörter, sie müssen auch keine Dateien neu verschlüsseln oder hochladen. Wollen Admins die Zugriffsrechte auf große Dateien ändern, erfordert das keine neue Verschlüsselung.

Das Ver- und Entschlüsseln findet stets auf dem Client statt, die maschinelle Codegeneration und Offline-Recovery-Möglichkeiten sollen Nutzern den Umgang damit vereinfachen. Neue Client-Geräte eines Nutzers können über einen Code hinzugefügt werden, der aus zwölf Wörtern aus einem Wörterbuch besteht.

Weitere Details wie die Admin- und spezielle Enterprise-Funktionen der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sowie eine genaue Beschreibung der Vorgehensweise liefert das Team über eine Webseite sowie ein dazugehöriges Whitepaper. Der Code der Verschlüsselung ist wie der gesamte Nextcloud-Code außerdem natürlich frei verfügbar.

WebRTC-Chat und schnellerer Server

Ebenfalls neu in Nextcloud 13 ist die Videokonferenzlösung Talk, die nun nicht mehr wie vorige Lösungen auf externe Anwendungen und Plugins angewiesen ist und von dem Team besser in den Nextcloud-Code integriert wurde. Genutzt wird hierzu der WebRTC-Standard und die Videodaten können mit dem H.265-Codec komprimiert werden. Zusätzlich zur Umsetzung im Browser gibt es für Android und iOS entsprechende Apps, so dass sich Videokonferenzen auch unterwegs führen lassen.

Neues in Nextcloud 13
Neues in Nextcloud 13 (02:26)

Über Nextcloud Talk können Anwender zudem Kalendereinladungen und -erinnerungen erhalten. Mit der Screensharing-Funktion können sich die Teilnehmer gegenseitig Inhalte präsentieren. Moderatoren können Teilnehmer einladen, stummschalten und wieder von der Konferenz ausschließen. Die Kommunikation ist sowohl Peer-to-Peer als auch Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

Schneller Server

Laut den Entwicklern ist die LDAP-Leistung in Nextcloud 13 um 85 Prozent im Vergleich zur Vorversion gestiegen. Lese- und Schreibzugriffe seien gar um das Zehnfache schneller bei externem Storage. Die schon länger verfügbare serverseitige Verschlüsselung soll in der aktuellen Version ebenfalls schneller sein. Die Suche nach Dateien auf dem Server soll nun außerdem weniger Last erzeugen und die Ladezeiten der Webseite will das Team ebenso verringert haben.

Nextcloud 13 bietet nun auch eine "automatische Vervollständigung von Benutzernamen in Kommentaren, was zu einer Benachrichtigung an den Benutzer führt, dessen Name erwähnt wurde" . Die App zur Gruppenfreigabe Circles "integriert Aktivitäten, um Benutzern dabei zu helfen, zu verfolgen, was mit ihren Daten passiert, verbessert die Einladungen für eine großen Anzahl von Nutzern mit Masseneinladungen und erlaubt das Hinzufügen von Personen per E-Mail-Adresse oder Kontakt" .

Für weitere Groupware-Funktionen in Nextcloud 13 hat das Team die Unterstützung für die Verwendung des Kalenders erweitert, eine Autoanzeige für E-Mail-Adressen erstellt und einen intelligenteren Dateiaustausch per E-Mail umgesetzt.


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