Cloud-RAN 5G: O2 und Ericsson schaffen über 4 GBit/s auf 26 GHz
O2 erreicht in Zusammenarbeit mit dem Netzwerkausrüster Ericsson mit 5G über 4 GBit/s. Für welche Anwendungen sind solche Geschwindigkeiten relevant?
Telefónica Deutschland und Ericsson haben eine 5G-Mobilfunkübertragung per mmWave-Technik im 26-GHz-Band auf Basis der Cloud-RAN-Technik getestet. Cloud-RAN wurde bereits erfolgreich mit Netzbetreibern in Nordamerika und Australien erprobt, nun gelang die Implementierung auch in Europa. Beim Versuch unter Laborbedingungen wurden über ein 800 MHz breites Band mehr als 4 GBit/s erreicht.
Hierbei handelt es sich um eine deutlich höhere mobile Geschwindigkeit, als 5G aktuell in der Praxis bietet. In einzelnen Großstädten sind dabei bis zu 1 GBit/s möglich.
Mit der Cloud-RAN-Lösung virtualisiert Telefónica Deutschland Bestandteile und Funktionalitäten des Funkzugangsnetzes (RAN) und betreibt diese als Software. Der Netzbetreiber kann hierfür standardisierte Hardware verwenden.
Laut Telefónica Deutschland spielt die Cloud eine zentrale Rolle bei der Transformation der TK-Branche. In Zukunft verlagern sich immer mehr Funktionen und Rechenleistung in die Cloud. Der Netzbetreiber spricht vom nächsten Entwicklungsschritt bei 5G.
Es stellt sich die Frage, für welche Anwendungen eine hohe Übertragungsrate von 4 GBit/s notwendig ist. Telefónica Deutschland nennt vor allem Anwendungsbeispiele für die Industrie.
Datendusche für Produktionsstraßen
Im Wayra Innovationslabor in München demonstrierte Telefónica Deutschland zusammen mit Ericsson auf Basis von Cloud-RAN und dem Einsatz von 5G (mit 800 MHz Bandbreite) eine Datendusche, hier wurden große Dateien in Sekundenschnelle übertragen.
Eine solche Anwendung ist in der Praxis zum Beispiel bei der Automobilproduktion relevant, Fahrzeuge erhalten auf diese Weise auf einer Produktionsstraße in kürzester Zeit Softwareupdates.
Daneben nennt Telefónica Deutschland konkrete Anwendungsbeispiele für Privatanwender. So können Gamingfans für ruckelfreien Cloudgaming-Spielspaß zusätzliche Netzkapazitäten buchen. Millimeterwellen eignen sich zudem als mobiler Festnetzersatz für private Haushalte, hier ist die Rede von Fixed-Wireless-Access-Lösungen (FWA).
26 GHz mit geringer Reichweite
Beim Versuchsaufbau von O2 und Ericsson kam das mmWave-Band mit 26 GHz zum Einsatz. Die sogenannten Millimeterwellen haben eine Reichweite von bestenfalls einigen Hundert Metern und sind für den Einsatz in Industriehallen gedacht, es ist auch die Rede von Campusnetzen.
Die Bundesnetzagentur sieht für regionale und lokale Campusnetze zwei Funkbänder vor. Hierzu gehören Frequenzen im Bereich 3,7 bis 3,8 GHz und 26 GHz.
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