Fall 1: Komplette Infrastruktur in die Cloud

Die Verlagerung kompletter Infrastrukturen wird durch den Einsatz von Virtualisierungstechnologien ermöglicht. Betriebssysteme laufen losgelöst und unabhängig von der unterliegenden Hardware. Dadurch wird die Ortsabhängigkeit zum Beispiel eines Servers aufgelöst und so der Betrieb standortunabhängig ermöglicht. Es lassen sich nahezu alle Komponenten einer IT-Infrastruktur virtuell abbilden.

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Hier kommt es auf die Plattform des Anbieters an: Er muss die nötige Infrastruktur für die Verwaltung und den Betrieb der Systeme anbieten. Oder der Anbieter betreibt die Infrastruktur als Full-Service-Dienstleistung. "Full-Managed" bringt natürlich die größte Erleichterung, bedarf jedoch einer vertrauensvollen Geschäftsbeziehung.

Bei einem plattformbasierten System wie Microsoft Azure oder Amazon Web Services lässt sich über ein Webinterface die Infrastruktur aufbauen und verwalten. Alle Server laufen als virtuelle Instanz in der Cloud, das darunterliegende Virtualisierungssystem ist nicht bekannt und wird vom Betreiber bereitgestellt. Die virtuellen Server werden über eine Verwaltungsoberfläche gesteuert.

Da es sich um ein Virtualisierungssystem handelt, können auch andere Gerätetypen implementiert werden. Unter dem Fachbegriff Software Defined lassen sich alle möglichen Geräte als virtuelle Instanz einbinden, zumeist Systeme, die zur Bildung einer IT-Infrastruktur dienen. So erhält man eine komplette virtuelle Infrastruktur mit allem, was dazugehört, Subnetzen, Routern, Firewalls und so weiter.

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Wenn die Serverinfrastruktur in der Cloud liegt und alle angebundenen Clients lokal darauf zugreifen müssen, kann bei einer größeren Benutzeranzahl oder bei Zugriff von größeren Datenmengen die Internetleitung schnell zum Flaschenhals werden. Heutige Internetleitungen sind zwar leistungsfähig und bezahlbar zu bekommen, jedoch sind die möglichen Bandbreiten eines lokalen Netzwerkes immer noch deutlich höher.

So ist es häufig sinnvoll, die Benutzerumgebung der Mitarbeiter, also die Client-Systeme ebenfalls in die Cloud zu verlagern. Dies geschieht in Form von virtuellen Desktops.

Doch wie können virtuelle Desktops das Problem auflösen? Hier hilft ein Blick darauf, wie diese Technologien im Vergleich im Netzwerk arbeiten. Bei einer Standardverbindung - also Clients lokal im Netz und Server in der Cloud - wird jeder Zugriff von jedem Client, je nach Daten, direkt vom Server abgerufen.

Wenn mehrere Mitarbeiter mit Office-Dateien oder dateibasierten Datenbankanwendungen arbeiten möchten, werden diese Dateien bei jedem Öffnungs- und Speichervorgang komplett vom oder zum Server übertragen. Unabhängig davon, wie gering die Änderungen an den Dateien sind, wird beim Speichern immer die komplette Datei hochgeladen.

Das kann bei größeren Dateien und vielen gleichzeitigen Benutzern schnell die Internetleitung überlasten, auch weil viele Office-Anwendungen periodisch eine automatische Speicherung im Hintergrund machen, um Datenverluste zu vermeiden. Darüber hinaus sind viele Internetverbindungen heutzutage immer noch asynchron, also im Upload langsamer als im Download.

Virtuelle Desktops oder Remotedesktops funktionieren anders. Der Remotedesktop liegt wie der Rest der Infrastruktur in der Cloud. Zum lokalen Client werden nur Bilddaten des Remotedesktops übertragen. Das geschieht in hoch komprimierter und optimierter Art und Weise.

Es funktioniert ähnlich wie ein Videostream, nur dass weniger Bandbreite verwendet wird, da man für den Office-Betrieb nicht den Detailgrad eines Videos benötigt. So kann zum Beispiel das Remotedesktop-Protokoll von Microsoft oder Citrix grafische Standard-Desktop-Objekte des Windows-Betriebssystems cachen, so dass sie nicht mehr übertragen werden müssen. Durch Ausblenden von Hintergrundbildern oder über eine geringere Farbdarstellung sind weitere Optimierungen möglich.

Abstriche bei der Ästhetik

Bei der Ästhetik des Desktops müssen hierbei Abstriche gemacht werden. Die Datenübertagungseffizienz hat höchste Priorität und wer einen hübschen Desktop erwartet, wird enttäuscht sein. Für Animationen ist das Remotedesktop-Protokoll auch nicht sonderlich gut geeignet.

Allerdings lässt sich bei Remotedesktop-Verbindungen sehr viel einfacher die nötige Bandbreite pro Benutzer berechnen, da die Übertragung des Remotedesktops zum Client relativ konstant bleibt. Die nötige Bandbreite pro Nutzer ist recht niedrig und beim Upload noch niedriger, da hier nur die Steuerdaten des Benutzers, also Tastatur und Mauseingaben, hochgeladen werden.

Ein Beispiel für Arbeiten mit und ohne Remotedesktop: Wenn bei der herkömmlichen Arbeitsweise 20 Benutzer eine Access-Datenbank mit 50 MB Größe gleichzeitig öffnen, müsste 1 Gigabyte Daten vom Server über die Internetleitung übertragen werden. Würden diese 20 Benutzer das per Remotedesktop machen (davon ausgehend, dass jede Remotedesktop-Verbindung 2 Mbit verbraucht), würden nur 40 Mbit/s Bandbreite benötigt werden. Zusätzlich würde die Access-Datenbank in der Cloud über die vorliegende Infrastruktur geöffnet.

Remotedesktops gibt es als VDI (virtuelle Client-Computer) von Microsoft, VMWare (Horizon) oder als Terminal-Server zum Beispiel von Citrix oder Microsoft. Ein Terminal-Server ist ein normaler Windows-Server, der im Terminal-Modus mehrere Benutzer-Desktops gleichzeitig zur Verfügung stellen kann.

Es arbeiten mehrere Benutzer auf einem Computersystem und teilen sich die Ressourcen. Die Nutzer in der Firma bekommen durch diese Verbindung nur die Darstellung des Desktops aus der Cloud übertragen, alles andere läuft zentral in der Cloud ab.

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 Wofür eignet sich die Cloud besonders - und welche genau?Vorteile des Client-Desktop-Systems 
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Tragen 03. Sep 2022 / Themenstart

Warum? CAD Arbeitsplätze haben das schon länger und wichtige Arbeitsplätze auch. Nicht...

bytewarrior123 01. Sep 2022 / Themenstart

Du, hatten wir auch - nur der 5G-GF-Router von Vodafone hat das wunderbar "überwunden...

a.jaskowiec 01. Sep 2022 / Themenstart

Hallo, ja, da muss ich Ihnen zum Teil zustimmen, der Punkt ist tatsächlich etwas zu kurz...

AdamSmith 31. Aug 2022 / Themenstart

und zweitens Warum wird der völlige Kontrollverlust nicht behandelt, in Verbindung mit...

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