Cloud Imperium Games: Flug durch No Man's Star Citizen

"Ich finde No Man's Sky wirklich gelungen" , erzählt Chris Roberts vor der Präsentation seines eigenen Großprojekts Star Citizen(öffnet im neuen Fenster) . "Was es da allerdings an Abwechslung im prozedural generierten Universum gibt, bietet Star Citizen auf einem einzigen Planeten" , witzelt Roberts - um dann ganz ernsthaft hinzuzufügen, dass die beiden Titel trotz des gemeinsamen Themas Weltraum eigentlich nicht vergleichbar seien.
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Das stimmt natürlich. Trotzdem mussten wir schmunzeln, als wir gemerkt haben, dass Roberts bei seiner Präsentation erstmals einen längeren Einsatz zeigt, der mit seinen Start- und Landesequenzen auf Planetenoberflächen durchaus ein bisschen an No Man's Sky erinnert. Chris Roberts hat uns auf der Gamescom 2016 die Alpha 3.0 von Star Citizen vorgestellt, die Ende des Jahres für seine Unterstützer erhältlich sein soll.
In Echtzeit zeigt Roberts zusammen mit seinem Team einige der Inhalte. Ein Mitarbeiter steuert ein mittelgroßes Raumschiff - die Freelancer - im All, und nimmt dann Kurs auf den Eisplaneten Delmar. Wie in No Man's Sky ist es auch in Star Citizen möglich, aus dem All in den Orbit einzuschwenken, immer näher an die Oberfläche zu kommen und dann über Berge und Täler zu sausen.
Roberts springt bei der Flugsequenz zwischen seinem Mitarbeiter am Steuer und einem großen Bildschirm hin und her, um uns auf Details aufmerksam zu machen. "Seht mal hier, beim Eintritt in die Atmosphäre glüht die Spitze des Schiffs sichtbar" - was tatsächlich relativ beeindruckend aussieht.
Physik ist Roberts auch sonst wichtig: "Wir haben einen echten Tag- und Nachtzyklus in Abhängigkeit vom Zentralgestirn und auf einigen Planeten auch Polkappen" . Außerdem soll es keine Beschränkung bei der Sichtweite geben - auch Objekte ganz fern am Horizont sind so zu sehen, wie das in der Realität auch der Fall wäre. "Unsere Engine-Entwickler haben da wirklich gezaubert" , sagt Roberts - gemeint ist sein für Grundlagentechnologien zuständiges Team in Frankfurt am Main.
Nach ein paar Augenblicken ist die Raumstation Levsky erreicht. Ein anderer Entwickler erteilt die Landeerlaubnis, worauf sich ein Deck öffnet und die Freelancer absetzt. Nahtlos geht der Kapitän in der Ich-Perspektive von Bord und dann vom Hangar in die eigentliche Station.
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Dort ist bei der Präsentation noch nicht sehr viel los - kein Wunder, schließlich soll sie später von Spielern bevölkert werden, und die gibt es momentan auf den Server noch nicht. Übrigens sind einige Bereiche für die soziale Interaktion vorgesehen, während in anderen auch Schießereien erlaubt sind.
Galaktische Grafik
Nur vereinzelt sind NPCs zu sehen - etwa Händler, bei denen man Waren kaufen oder verkaufen kann, um sein Ingame-Konto zu füllen. Grafisch macht Levsky einen hervorragenden Eindruck: Licht und Schatten sind detailreich, die Texturen wirken knackscharf, alle Details stimmen. Ebenfalls klasse: Das alles funktioniert ohne spürbare Ladezeiten!

Roberts zeigt uns außerdem, dass Star Citizen nicht trickst: Durch mehrere Fenster und dickte Lamellen hindurch winkt er mit seinem Alter Ego einem Raumschiff zu. In dessen Cockpit (auf einem anderen Rechner im gleichen Raum) können wir Roberts ganz klein tatsächlich winken sehen.
Bei einem der NPCs namens Eckhart bekommt der Freelancer-Kapitän dann einen Auftrag: Er soll Daten von einem im All treibenden Piratenschiff herunterladen. Diese Mission ist halb generisch erstellt, so Roberts: Es wird vom Computer gebaute Quests etwa mit Liefer- und Kopfgeldaufträgen geben, aber auch von Entwicklerhand gebaute Einsätze. Die Gesichtsanimationen von Eckhart stammen von einer Motion-Capture-Aufnahmesession, die Roberts erst kürzlich in London durchgeführt hat. Dort hat er eigentlich weitere Daten für die Kampagne Squadron 42 erstellt - über das er sonst übrigens nichts weiter gesagt hat.
Natürlich sehen wir dann im Detail, wie die Freelancer abhebt, den Planeten verlässt und ins All aufbricht - schönen Gruß an No Man's Sky. Einen Raumsprung weiter befinden wir uns dann in der Nähe der Starfarer, also des gesuchten Piratenschiffs.

Der Spieler verlässt die Freelancer durch eine Luke und schwebt durchs All in Richtung der stark beschädigten Fregatte. In dieser Sequenz sehen wir die Unterschiede zu einem ähnlichen Flug durchs All auf der vorjährigen Gamescom übrigens sehr deutlich. Es gibt keine Grafikfehler mehr, die Texturen und die Steuerung wirken wesentlich weiter entwickelt, alles klappt wie am Schnürchen.
An Bord der Starfarer herrscht Schwerelosigkeit. Wir sehen, wie der Spieler durch enge Gänge schwebt - und plötzlich ein Schuss an ihm vorbei zischt. Offenbar gibt es an Bord noch einen Überlebenden, mit dem sich der Spieler ein kurzes Feuergefecht liefert. Ein paar Augenblicke später ist das aber gewonnen und die Daten für Eckhart gesichert - der sich prompt per Videotelefonat bedankt.
Alles in allem hat der Auftrag knapp eine Stunde gedauert, und er hat viel vom aktuellen Stand der Raumschiffe und -stationen sowie von dem Planeten gezeigt. Das Ganze wirkt wesentlich runder und fertig als noch vor einem Jahr - und ist in der Tat mit No Man's Sky trotz minimaler Parallelen nicht vergleichbar.
Parallel zur Gamescom 2016 hat das Entwicklerstudio Cloud Imperium Games die Alpha 2.5 von Star Citizen veröffentlicht. In den nächsten Wochen soll Alpha 2.6 mit dem Ego-Shooter-Modul folgen. Wann Alpha 3.00 erscheint, steht noch nicht im Detail fest.
Nachtrag vom 20. August 2016, 7:30 Uhr
Wir haben den Artikel mit einem Video des auf der Gamescom 2016 gezeigten Einsatzes von Star Citizen ergänzt.



