Cloud-Gaming: Streaming ist nicht Gaming

Am Ende des Jahres wage ich einen Ausblick in die Zukunft und sage: Spielestreaming wird eine Nische bleiben.

Ein IMHO von Martin Wolf veröffentlicht am
Lokal spielen hat seine Vorteile.
Lokal spielen hat seine Vorteile. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder über die Fortschritte beim Spielen per Stream berichtet. Als Googles Dienst Stadia mit großen Versprechungen an den Start ging, waren die Erwartungen hoch.

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Heute werben mit Google und Microsoft zwei Anbieter mit kostenlosen Inklusivspielen um Kundschaft, der dritte - Nvidia - hat gerade seine monatliche Mitgliedschaft gestrichen und auf ein halbjährliches Bezahlmodell umgestellt. Klar, es gibt noch Shadow, wo Spieler ihren eigenen PC in der Cloud bekommen, aber das hilft alles nichts: Ich finde das Ergebnis immer noch unpraktisch.

In den vergangenen Wochen habe ich das Spielen per Stream auf dem Chromebook intensiv getestet und war dabei immer wieder von Artefakten, Verbindungsabbrüchen und langen Ladezeiten genervt. Ich konnte über vieles hinwegsehen, doch dann funktionierte von einem Tag auf den anderen die App von Microsoft für das Spielestreaming nicht mehr. Mein Chromebook war plötzlich keine Spielemaschine mehr - nicht mal mehr eine mittelmäßige.

Dabei gibt es abseits der technischen Probleme noch genügend andere Kritikpunkte an Stadia und Game Pass Ultimate. Die Inklusivspiele gehören einem nicht selbst, sie können jederzeit aus dem Programm genommen werden - ähnlich wie Serien und Filme bei Netflix.

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Anders als bei diesen ist ein Spiel, in das ich mehrere Stunden investiert habe und dessen Speicherstand jetzt nutzlos irgendwo in der Cloud liegt, ein größeres Ärgernis. Bei Steam werden zwar auch immer mal Spiele aus dem Angebot genommen; wenn ich sie einmal gekauft habe, kann ich sie allerdings trotzdem noch herunterladen. Außerdem: Die Speicherstände werden lediglich mit denen der Xbox synchronisiert - aber ich habe gar keine Xbox.

Im schlimmsten Fall müsste ich mir also für einen einzigen Titel eine Konsole anschaffen, um da weiterzuspielen, wo ich aufgehört habe. Game Pass Ultimate ist auf den ersten Blick ein guter Deal: über hundert Spiele, die ich überall zocken kann! Nach meinen Erfahrungen würde ich dennoch davon abraten, Zeit in ein längeres Abenteuer zu stecken.

Auch Sonys Dienst Playstation Now mit der App für Windows PC schlägt sich da nur unwesentlich besser: Nicht alle Spiele können auf Playstation 3 und 4 heruntergeladen werden, auch hier ändert sich die Bibliothek monatlich. Dafür gibt es wesentlich mehr Titel zur Auswahl. Die Streamingqualität ist mit 720p alles andere als zeitgemäß, gerade wenn man bedenkt, dass es keine App für Mobilgeräte gibt.

Vielleicht könnte man es positiv sehen: Game Pass Ultimate mit XCloud und PS Now geben mir die Möglichkeit, Spiele vorab auszuprobieren und ein paar Gelegenheitsspiele mit wenigen Minuten Spielzeit unterwegs zu zocken. Aber ein schönes langes Spielewochenende oder ein Versinken in eine andere Welt per Stream halte ich momentan für eher unwahrscheinlich. Auf dem Smartphone lassen sich die meisten Titel auch schlecht steuern, die Schrift ist winzig - unterwegs werde ich wohl kaum Skyrim noch einmal durchstreifen.

An wen sollen sich die Angebote dann richten? Wer keinen tollen Rechner hat, müsste für Game Pass Ultimate mindestens ein Tablet besitzen, für Playstation Now sogar einen PC oder Laptop. Dieses Geld kann dann aber auch gleich in eine Konsole investiert werden. Gebrauchte Geräte beider Hersteller gibt es sogar noch viel preiswerter.

Stadia hingegen scheint mir zwar ausgereifter, hat aber nur ein winziges Angebot an Spielen, ein Download ist gar nicht erst vorgesehen. Zumindest die Speicherstände lassen sich auf den PC herunterladen und dann mit anderen Versionen des Spiels verwenden. Am ehesten erkenne ich noch Sinn in Nvidias Geforce Now oder Shadow: Wenn ich mit meinem Laptop oder Tablet in den Urlaub fahre und weiß, dass ich dort eine gute Netzverbindung habe, kann ich meine PC-Spiele einfach weiterzocken. Die Speicherstände werden dann über Uplay oder Steam synchronisiert.

So wie es jetzt gerade um die Streaming-Landschaft steht, lohnt es kaum, ein langfristiges Abo dieser Dienste abzuschließen. Ich gehe davon aus, dass ein Großteil der Spielerschaft das Prinzip Streaming einmal ausprobiert und dann den Vertrag nach wenigen Monaten kündigt. Wer es ernst meint mit dem Spielen, streamt eher nicht.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

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Astorek 09. Jan 2021

Oder Verklärung der Geschehnisse, kommt auf den Standpunkt an. Ich hab den verzweifelten...

manudrescher 09. Jan 2021

Die die das Geld bringen sind die Casuals, also auch Familienväter. Der Smartphone Markt...

yumiko 08. Jan 2021

Das stimmt so nicht. Wenn ich den Foren so folge habe doch einge Leute Probleme und...

yumiko 08. Jan 2021

Du vermengst da zwei Sachen: Hardware und Spieltypen. Wie du richtig erwähnst, ist für...

Lanski 08. Jan 2021

Deine Aussage war tatsächlich sehr pauschal und sogar unqualifiziert, aber der Imho...



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