Cloud: EU will US-Hyperscaler bei sensiblen Daten ausschließen
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Die Europäische Union will ihre Abhängigkeit von US-Technologieanbietern reduzieren und bei öffentlichen Aufträgen künftig europäische KI- und Cloudanbieter bevorzugen. Das geht aus einem Papier zum geplanten Cloud and AI Development Act hervor, das dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) vorliegt. Die Kommission will die Pläne in der kommenden Woche vorstellen; über die Bestrebungen der EU hatte der Nachrichtensender CNBC bereits Anfang Mai unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet.
Nach dem Entwurf versucht die EU, vor allem bei sehr sensiblen Daten mehr Kontrolle zu gewinnen. Daten aus Bereichen wie Militär oder Gesundheit sollen künftig nur noch in souveränen Clouds gespeichert werden, auf die fremde Regierungen keinen Zugriff haben und die auch bei Handelskonflikten oder Sanktionen nicht abgeschaltet werden können.
Zudem will die EU-Kommission die europäische Halbleiterproduktion besonders fördern. Ein Ausschluss US-amerikanischer Anbieter wie Amazon Web Services, Microsoft Azure oder Google Cloud ist trotz der offen aggressiven Politik der Trump-Administration nicht vorgesehen. Wegen ihrer starken Marktstellung bleiben sie angeblich für europäische Verwaltungen und Unternehmen auf absehbare Zeit unverzichtbar.
Nibelungentreue zu US-Hyperscalern trotz klarer Gesetzeslage
Die EU-Kommission will vier Stufen von Cloudsouveränität definieren, um zu berücksichtigen, wer den Dienst, die Lieferkette und die Datenverarbeitung kontrolliert, wo die Infrastruktur steht und wie die Cybersicherheit organisiert ist. Die Mitgliedstaaten sollen dazu Souveränitätsrisikobewertungen vornehmen und festlegen, welche Anwendungen in ihren Verwaltungen welche Sicherheitsstufe erfordern. Die Kommission will dafür Leitlinien vorlegen.