Cloud: Erstmals betriebsbedingte Kündigungen bei SAP

Der Betriebsrat wollte, dass SAP für jeden vom Stellenabbau Betroffenen eine gleichwertige Stelle anbietet. Darauf ließ sich der Konzern nicht ein und reagiert mit betriebsbedingten Kündigungen unter den Entwicklern und Support-Experten bei SAP SE. Aber "nur als Ultima Ratio".

Artikel veröffentlicht am , /dpa
SAP auf der Cebit 2014
SAP auf der Cebit 2014 (Bild: John Macdougall/AFP/Getty Images)

Der laufende Stellenabbau bei SAP wird nicht freiwillig erfolgen. "Wir schließen betriebsbedingte Kündigungen nicht aus, aber das ist nur die Ultima Ratio", sagte Personalchef Stefan Ries im Gespräch mit Journalisten. "Unser Wachstum ermöglicht es uns, die betroffenen Mitarbeiter an anderer Stelle durch Schulungen und Umqualifizierungen einzusetzen."

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SAP will weltweit Stellen streichen, etwa drei Prozent der rund 67.000 Mitarbeiter sind betroffen. In Deutschland trifft es rund 1,5 Prozent der 17.200 Beschäftigten. "Nicht alle Aufgaben, die in der Vergangenheit wichtig waren, sind es heute immer noch", erklärte Ries zum Umbau auf cloud-basierte Software-Angebote. Auch Redundanzen, die sich durch Zukäufe ergeben hätten, müssten bereinigt werden.

Ein Sprecher sagte im Mai 2014: "Tatsächlich werden wir Ende 2014 mehr Mitarbeiter beschäftigen als Anfang des Jahres." Restrukturierungen in einigen Bereichen könnten aber nicht vermieden werden.

Betriebsrats-Chef Ralf Herzog kritisiert die Abbaupläne dennoch: "Wir sprechen hier zum ersten Mal in der Geschichte der SAP über betriebsbedingte Kündigungen." Selbst während des Sparprogramms unter dem massiv kritisierten SAP-Chef Léo Apotheker im Jahr 2009 hatte es nur ein freiwilliges Abfindungsprogramm gegeben.

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In Deutschland wurden Verhandlungen für bis zu 90 Beschäftigte der Landesgesellschaft und etwa 180 Mitarbeiter bei SAP SE geführt. Unternehmen und Betriebsräte haben sich für die Landesgesellschaft auf einen Abbau geeinigt, bei SAP SE gelang das nicht. Während in der Landesgesellschaft vorwiegend Vertriebler und Berater arbeiten, sind bei SAP SE Software-Entwickler und Support-Experten beschäftigt.

Herzog sagte: "Es kann nicht sein, dass der Betriebsrat ohne Not betriebsbedingten Kündigungen zustimmt." Die IG Metall berichtete, dass der Betriebsrat betriebsbedingte Kündigungen ausschließen und SAP dazu bewegen wollte, jedem Betroffenen eine gleichwertige Stelle anzubieten. SAP habe eine Liste von Mitarbeitern per Abfindungsangebot loswerden wollen. Auch in Frankreich seien die Verhandlungen aus ähnlichen Gründen gescheitert.

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