Abo
  • Services:

Cloud-Durchsuchung: Microsoft will trotz Gerichtsbeschluss keine Daten hergeben

Im Streit mit der US-Regierung über die Herausgabe von Daten will sich Microsoft einem Gerichtsbeschluss widersetzen. Vorerst will der Konzern keine Daten aus seinem irischen Rechenzentrum herausrücken.

Artikel veröffentlicht am ,
Microsoft-Logo
Microsoft-Logo (Bild: GREG BAKER/AFP/Getty Images)

Im Grundsatzstreit über den Zugriff von US-Behörden auf Rechenzentren in Europa will der Computerkonzern Microsoft vorerst keine Zugeständnisse machen. Solange das Berufungsverfahren laufe, wolle Microsoft nicht die von US-Ermittlungsbehörden geforderten E-Mail-Daten aus seinem Rechenzentrum in Irland herausgeben, berichteten US-Medien am Samstag. Ende Juli hatte Bundesrichterin Loretta Preska entschieden, dass Microsoft die Daten herausgeben müsse, allerdings die Durchsetzung der Herausgabe zunächst aufgeschoben, um dem Unternehmen die Möglichkeit für ein Berufungsverfahren zu geben. Auf Druck der Ermittlungsbehörden hob Preska am vergangenen Freitag diesen Aufschub jedoch auf.

Stellenmarkt
  1. amedes Medizinische Dienstleistungen GmbH, Hamburg
  2. Württembergische Versicherung AG, Stuttgart

Bis zum kommenden Freitag sollen sowohl Microsoft als auch die Ermittler eine Stellungnahme abgeben, wie es in dem Fall weitergehen soll. Das Unternehmen teilte laut Reuters bereits mit, den neuen Beschluss nicht zu akzeptieren: "Microsoft wird die E-Mail nicht übergeben und will dies anfechten. Jeder geht davon aus, dass dieser Fall vor dem Berufungsgericht verhandelt wird. Es geht jetzt einfach darum, einen angemessenen Weg zu finden, um dies zu ermöglichen."

Am vergangenen Mittwoch hatte Microsofts Datenschutzbeauftragter Brendon Lynch geschrieben: "Wir glauben, dass Ihre E-Mails Ihnen gehören und nicht uns. Daher sollten sie denselben Datenschutz genießen wie auf Papier geschriebene Briefe, die mit der Post geschickt werden. Egal, wo sie gelagert werden." Nach Ansicht Lynchs könnte der Fall auch weitreichende Folgen außerhalb der USA haben. Er verwies auf ein neues britisches Gesetz, das von IT-Konzernen die Herausgabe von E-Mails verlangt, unabhängig davon, wo sie weltweit gespeichert sind. Das könnte auch US-Amerikaner treffen, die niemals in Großbritannien gewesen seien, warnte Lynch.

Hinter dem juristischen Kampf des Unternehmens steht die Sorge vor einem schweren Schaden für das eigene Cloud-Computing-Geschäft. So soll die Bundesregierung bereits angekündigt haben, niemals ihre Daten einem US-amerikanischen Unternehmen anzuvertrauen, wenn das Urteil bestand haben sollte. Google räumt auf seinen Firmenseiten inzwischen ein: "Das Speichern der Daten in einem bestimmten Land bedeutet nicht, dass die Behörden eines anderen Staates nicht darauf zugreifen können."

Unterstützung in dem Verfahren erhält Microsoft von den großen IT-Konzernen Apple, AT&T, Cisco und Verizon. Apple und Cisco beteiligen sich inzwischen als sogenannte Amici Curiae an dem Verfahren. In einer 20-seitigen Stellungnahme legten sie dar, warum ein Recht auf Durchsuchung von Auslandsservern den US-Firmen große Probleme bereiten könnte.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (Neuware für kurze Zeit zum Sonderpreis bei Mindfactory)
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de

Trollversteher 01. Sep 2014

Aha. Und Du hast auch handfeste Beweise für diese Behauptung?

Oktavian 01. Sep 2014

Besser ist immer eine Frage des Standpunktes und des ganz persönlichen Bildes der Welt...

bofhl 01. Sep 2014

"Leider" gibt es durchaus noch eine andere Möglichkeit für die US-Behörden: sie stellen...

Dwalinn 01. Sep 2014

Wäre ne Lösung, aber nicht gerade eine schnelle. Gehen wir mal von worst case aus... den...

M.P. 01. Sep 2014

Das schlimmere ist, daß der Geltungsbereich des US-Rechts ausgelegt wird, wie es die...


Folgen Sie uns
       


Alt gegen neu - Model M im Test

Das US-Unternehmen Unicomp bietet Tastaturen mit Buckling-Spring-Schalter an - so wie sie einst bei IBMs Model-M-Modellen verwendet wurden. Die Kunststoffteile sind zwar nicht so hochwertig wie die des Originals, die neuen Model Ms sind aber dennoch sehr gute Tastaturen.

Alt gegen neu - Model M im Test Video aufrufen
Automatisiertes Fahren: Der schwierige Weg in den selbstfahrenden Stau
Automatisiertes Fahren
Der schwierige Weg in den selbstfahrenden Stau

Der Staupilot im neuen Audi A8 soll der erste Schritt auf dem Weg zum hochautomatisierten Fahren sein. Doch die Verhandlungen darüber, was solche Autos können müssen, sind sehr kompliziert. Und die Tests stellen Audi vor große Herausforderungen.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Nach tödlichem Unfall Uber entlässt 100 Testfahrer für autonome Autos
  2. Autonomes Fahren Daimler und Bosch testen fahrerlose Flotte im Silicon Valley
  3. Kooperationen vereinbart Deutschland setzt beim Auto der Zukunft auf China

Russische Agenten angeklagt: Mit Bitcoin und CCleaner gegen Hillary Clinton
Russische Agenten angeklagt
Mit Bitcoin und CCleaner gegen Hillary Clinton

Die US-Justiz hat zwölf russische Agenten wegen des Hacks im US-Präsidentschaftswahlkampf angeklagt. Die Anklageschrift nennt viele technische Details und erhebt auch Vorwürfe gegen das Enthüllungsportal Wikileaks.

  1. Nach Gipfeltreffen Trump glaubt Putin mehr als US-Geheimdiensten
  2. US Space Force Planlos im Weltraum
  3. Gewalt US-Präsident Trump will Gespräch mit Spielebranche

Krankenversicherung: Der Papierkrieg geht weiter
Krankenversicherung
Der Papierkrieg geht weiter

Die Krankenversicherung der Zukunft wird digital und direkt, aber eine tiefgreifende Disruption des Gesundheitswesens à la Amazon wird in Deutschland wohl ausbleiben. Die Beharrungskräfte sind zu groß.
Eine Analyse von Daniel Fallenstein

  1. Imagen Tech KI-System Osteodetect erkennt Knochenbrüche
  2. Medizintechnik Implantat wird per Ultraschall programmiert
  3. Telemedizin Neue Patienten für die Onlinepraxis

    •  /