Cloud Computing: Googles Cloud-Sparte kann einpacken

Mit seiner Cloud-Sparte versenkt Google immer mehr Geld und spekuliert auf Erfolg. Ohne das Unternehmen selbst als Kunde wäre das Produkt bald am Ende.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Die Cloud-Sparte von Google macht weiter deutliche Verluste.
Die Cloud-Sparte von Google macht weiter deutliche Verluste. (Bild: Google,Pixabay,Montage Golem.de)

Der IT-Konzern Google versucht seit Jahren zusätzlich zu seinem klassischen Werbegeschäft auch in weiteren Feldern Geld zu verdienen. Mit Blick auf die aktuellen Geschäftszahlen, die auch Details des Cloud-Geschäfts abbilden, zeigt sich jedoch, dass die Cloud-Sparte von Google kaum als konkurrenzfähig gelten dürfte.

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Konkret hat das Cloud-Geschäft von Google mit einem operativen Quartalsverlust von 1,24 Milliarden US-Dollar nicht nur rund 4 Prozent mehr verloren als im Vorjahresquartal, sondern mit 5,6 Milliarden US-Dollar sogar rund 20 Prozent mehr Verlust eingefahren als im Vorjahr.

Im Vergleich zu den extrem guten Zahlen des größten Konkurrenten Amazon muss das als geradezu desaströs bezeichnet werden. Denn mit rund 12,7 Milliarden US-Dollar hat Amazon Web Services im vergangenen Jahr allein im vierten Quartal nur etwas weniger Einnahmen gehabt als Google im Vergleich dazu im gesamten Jahr mit 15,2 Milliarden US-Dollar.

Ungleich schwieriger wird der Kampf um die Cloud-Kundschaft aus Sicht von Google darüber hinaus dadurch, dass AWS seit Jahren trotz der zahlreicher Ausgaben in Forschung und Entwicklung immer noch Milliardengewinne einfährt, während Google immer mehr Geld versenkt, in der Hoffnung, künftig doch noch schwarze Zahlen schreiben zu können.

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Deutlich positiver versucht das Googles Finanzchefin Ruth Porat darzustellen. Demnach sei der Verlust vor allem auf ein aggressives Investment zurückzuführen. Damit solle die Sparte langfristig gut vorbereitet sein. Der Erfolg dieses Ansatzes zeige sich wiederum direkt in langfristig abgeschlossenen Verträgen mit großen Unternehmen. Dazu gehört etwa der Autohersteller Ford.

Nur Google braucht die Google Cloud

Doch trotz aller Bemühungen, der immer größer werdenden Ausgaben und auch hochkarätiger Kunden gelingt es Google schlicht nicht, sich weitere Marktanteile im Cloud-Geschäft zu erarbeiten und damit endlich Profit zu erwirtschaften. Das dürfte wohl schlicht an den eher speziellen Alleinstellungsmerkmalen in Bezug auf die Produkte von Google liegen und damit am fehlenden Kundenfokus.

Denn Google verkauft und vermarktet vor allem jene Dienste, die das Unternehmen selbst als besonders wichtig erachtet und auch intern entsprechend fördert und nutzt. Zu nennen sind hier vor allem Bigtable und Bigquery, das Skalieren von Micro-Services und Containern rund um Kubernetes - das ja bei Google entstand - sowie verschiedene Dienste zum Machine Learning und die Beschleuniger-Hardware TPU. Ein weiterer großer Anteil an der Cloud-Sparte sind die Dienste rund um das Android-System, wie etwa bei der Kooperation mit Ford und vielen weiteren Herstellern.

Deep Learning mit Microsoft Azure

Interessant daran ist, dass Google also vor allem versucht, eigene Erfolgsrezepte zu verkaufen, und damit an die Ursprünge des Cloud-Booms anknüpft, der eigentlich aus Überkapazitäten heraus geboren wurde. So hatte Amazon vor inzwischen fast 20 Jahren seine Server auf Linux umgestellt und diese so hochskaliert, dass sie den Ansturm für das Weihnachtsgeschäft abarbeiten konnten. Ein Großteil der Maschinen stand aber damit den Rest des Jahres mehr oder weniger ungenutzt herum und Amazon begann, diese Ressourcen zu vermieten.

Google geht offenbar immer noch so vor und verkauft das, was es selbst für gut und wichtig in der IT-Industrie hält. Schließlich nutzt auch Google intern die eigene Cloud, um seine Dienste zu verbessern. Doch anders als Amazon hat das Unternehmen wohl immer noch nicht verstanden, dass viele Cloud-Kunden nicht so ticken wie das Unternehmen selbst.

AWS und Azure näher an der Kundschaft

Amazon versucht dagegen, möglichst viele, auch kleinteilige neue Dienste zu erstellen und in viele weitere Bereiche der Industrie vorzudringen. Dazu gehören die Produktion in Fabriken ebenso wie virtualisierte Mac-Instanzen und vor allem die Arbeiten an einer eigenen ARM-CPU. Mit Letzterer könnten Kunden theoretisch massiv Kosten und eventuell auch Zeit einsparen, wenn sie ihren Code nur ein wenig optimieren.

AWS liefert also Dienste für seine Kunden. Google liefert seinen Kunden eigene Dienste. Das kann langfristig kaum sinnvoll aufgehen. Google verspielt dabei zusätzlich auch seine vermeintliche Expertise bei der Softwareentwicklung, denn diese Nische besetzt mehr und mehr Microsoft mit seinen Entwicklungswerkzeugen und der Hinwendung zu Open Source und Linux, wovon letztlich auch massiv der Cloud-Dienst Azure profitiert. Denn wer gern mit Microsoft-Werkzeugen arbeitet oder auf Windows entwickelt, wird auch seine Cloud-Projekte im Zweifel eher bei dem gewohnten Anbieter kaufen.

Für Google bleibt damit nur ein kleiner Teil vom Markt, der sich bisher nicht mal selbst trägt. Würde Google seine Cloud-Angebote nicht selbst benötigen, würde das Unternehmen die Cloud-Plattform wohl mittelfristig einfach einstellen. So wie zuvor schon auch andere unzählige Angebote einfach von Google beendet wurden, selbst mit Millionen von Nutzern und trotz schwarzer Zahlen.

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Der Bernd 07. Feb 2021

AWS war schlicht einige Jahre eher im Markt, hatte daher länger Zeit die nötige...

sigii 05. Feb 2021

Ich brauch nicht bei SAP Help nachsehen weil: 1. es steht im Blog artikel -> Frankfurt 2...

DooMRunneR 05. Feb 2021

Du bekommst von Google selbstverständlich auch Support-Garantieren und die setzen Dinge...

sigii 05. Feb 2021

Da bin ich mir aber nicht sicher; Das war ein kleines Unternehmen und die Kosten stehen...

sigii 05. Feb 2021

Und es ist doch auch einfach keine Option in den naechsten 20 Jahren in dem Markt nicht...



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