• IT-Karriere:
  • Services:

Cloud-Durchsuchung: Bundesregierung soll Microsoft zu Klage gedrängt haben

Dürfen US-Behörden auf Daten zugreifen, die US-Firmen in Europa speichern? An der gerichtlichen Klärung dieser Frage soll auch die Bundesregierung sehr interessiert sein.

Artikel veröffentlicht am ,
Microsoft-Logo in Prag
Microsoft-Logo in Prag (Bild: David W Cerny/Reuters)

Deutschland hat den Softwarekonzern Microsoft offenbar zu einem Prozess gegen die US-Regierung über die Herausgabe von im Ausland gespeicherten Daten gedrängt. Das berichtet die New York Times in einem Porträt von Microsofts Chefjustiziar Brad Smith. Demnach wurde Smith bei einem Besuch im Frühjahr in Berlin von einem deutschen Regierungsmitarbeiter gefragt, wie Microsoft auf die Entscheidung eines New Yorker Richters reagieren werde, der die Herausgabe von Daten verlangt hatte, die Microsoft auf einem Server in Irland speichert. Sollte diese Entscheidung nicht aufgehoben werden, soll der unbekannte Mitarbeiter gesagt haben, werde die Bundesregierung niemals ihre Daten einem US-amerikanischen Cloud-Anbieter anvertrauen.

Stellenmarkt
  1. über grinnberg GmbH, Frankfurt am Main
  2. Bihl+Wiedemann GmbH, Mannheim

Inwieweit diese Ansage die Position Microsofts in dem Verfahren beeinflusst hat, geht aus dem Bericht nicht hervor. Microsoft hatte schon gleich nach dem Urteil von Ende April angekündigt, Berufung einzulegen. Anfang Juni sagte Smith, das Gerichtsverfahren bis zur letzten Instanz durchfechten zu wollen. "Die US-Regierung würde es anderen Regierungen auch nicht erlauben, Durchsuchungsbefehle innerhalb amerikanischer Grenzen zu vollstrecken, um den Inhalt von E-Mails amerikanischer Bürger ohne US-Gerichtsverfahren lesen zu können", schrieb Smith damals in einem Blogbeitrag und fragte, warum andere Staaten das anders handhaben sollten.

Regierung beruft sich auf Reagan-Gesetz

Mit seiner Entscheidung durchkreuzte das Gericht die von einigen US-Konzernen unternommenen Anstrengungen, Cloud-Daten im Ausland sicher vorzuhalten. So hatte IBM vor kurzem angekündigt, in Deutschland ein neues Rechenzentrum zu errichten, in dem die Daten "unter Einhaltung sämtlicher Datenschutzvorgaben aus Deutschland und der EU ins Netzwerk aufgenommen werden." Der New Yorker Richter James Francis hatte seine Entscheidung damit begründet, dass die "Belastung für die Regierung sonst erheblich" wäre und Strafverfolgungsmaßnahmen "ernsthaft behindert" würden.

Die nächste Anhörung in dem Verfahren soll es am 31. Juli geben. Die US-Regierung legte vergangene Woche bereits ihre Position in dem Streit dar. Ihrer Ansicht nach genießen elektronisch gespeicherte Daten nicht denselben Schutz wie physikalisch vorliegende Unterlagen. Dabei beruft sich die Regierung auf den Stored Communications Act (SCA) aus den Zeiten der Regierung Ronald Reagans in den 1980er Jahren. Unterstützung in dem Verfahren erhält Microsoft hingegen von den großen IT-Konzernen Apple, AT&T, Cisco und Verizon. Apple und Cisco beteiligen sich inzwischen als sogenannte Amicus Curiae an dem Verfahren. In einer 20-seitigen Stellungnahme legten sie dar, warum ein Recht auf Durchsuchung von Auslandsservern den US-Firmen große Probleme bereiten könnte.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 25,99€
  2. (u. a. Standard Edition PC für 44,99€, Xbox One / Series S/X für 62,99€, Deluxe Edition PC...

Anonymer Nutzer 22. Jul 2014

Ne danke! xD

Anonymer Nutzer 22. Jul 2014

Eben... Heilig und/oder unschuldig ist da echt so gut wie keine Firma...

Anonymer Nutzer 22. Jul 2014

Tolle Einstellung... "Warum Widerstand leisten, bringt doch eh nix!" -.-' Dann geh halt...

bad1080 21. Jul 2014

"Sollte diese Entscheidung nicht aufgehoben werden, [...], werde die Bundesregierung...

katzenpisse 21. Jul 2014

Nun, da steht ja nicht, dass es geplant ist. Da steht nur, dass es unter diesen Umständen...


Folgen Sie uns
       


Honda E Probe gefahren

Der Honda E ist ein Elektro-Kleinwagen, dessen Design an alte Honda-Modelle aus den 1970er Jahren erinnert.

Honda E Probe gefahren Video aufrufen
Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /