Cloud: AWS-Kunden erhalten Kostenschätzungen in Billionenhöhe
Amazons Cloudsparte AWS hat offenbar durch eine technische Panne fehlerhafte Kostenschätzungen in absurder Höhe an zahlreiche Kunden verschickt. Betroffen waren vor allem kleine Nutzerkonten, die normalerweise nur wenige US-Dollar oder Centbeträge pro Monat zahlen, wie der Guardian berichtete(öffnet im neuen Fenster).
Berichte über die überhöhten Kostenschätzungen verbreiteten sich am Freitag zunächst in sozialen Netzwerken. Mehrere Nutzer berichteten, ihre Abrechnungen seien tausendfach höher ausgefallen als sonst üblich.
Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter einer britischen Wohltätigkeitsorganisation berichtete dem Guardian von einer Kostenschätzung über rund 7,8 Milliarden US-Dollar für eine App, die normalerweise weniger als ein Pfund im Monat koste. Er habe zunächst sein technisches Team kontaktiert, bevor klar geworden sei, dass die Zahl nicht der tatsächlichen Nutzung entspreche.
Ein Student aus Delhi, der sonst etwa 1,28 US-Dollar im Monat zahlt, sagte dem Guardian, er habe eine Kostenschätzung über fast 11 Milliarden US-Dollar erhalten. Ein Nutzer aus dem englischen Bolsover berichtete von einer Kostenschätzung über rund 245 Milliarden US-Dollar, üblich seien bei ihm sonst etwa 15 US-Dollar im Monat.
Weitere Nutzer teilten ähnliche Erfahrungen online. Einer berichtete, seine Nutzung sei im Vergleich zum Vormonat um mehrere Hundert Milliarden Prozent gestiegen. Mehrere Betroffene beschrieben den Schock beim Anblick dieser Zahlen, bevor klar wurde, dass die Rechnungen nicht echt waren.
Fehler in der Abrechnung eingeräumt
Laut AWS lag die Ursache in einem Fehler bei der Kostenschätzung. Das Unternehmen erklärte, es handle sich um ein Problem mit der Preisberechnung innerhalb des Abrechnungssystems. Man habe das betroffene Schätzwerkzeug nach Bekanntwerden des Fehlers deaktiviert.
Wie viele Konten weltweit betroffen gewesen seien, teilte Amazon bislang nicht mit. Den Berichten zufolge reichte das Spektrum von einzelnen Hobbynutzern über Studierende bis zu kleinen gemeinnützigen Organisationen. Große Unternehmenskunden wurden in den Berichten nicht erwähnt.