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Cloud: Auslöser für OVH-Brand könnte Kurzschluss durch Wasser sein

Der Grund für den massiven Brand bei Cloudhoster OVH könnte ein einfacher Kurzschluss in einem Wechselrichter gewesen sein.
/ Sebastian Grüner
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Der Brand bei OVH hat das Rechenzentrum SBG2 komplett zerstört. (Bild: ELYXandro cegarra / panoramic)
Der Brand bei OVH hat das Rechenzentrum SBG2 komplett zerstört. Bild: ELYXandro cegarra / panoramic

Eine dem französischen Umweltministerium ungeordnete Behörde für Risikoermittlung und Unfalluntersuchungen, BEA-RI, hat einen Untersuchungsbericht ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ) zu dem verheerenden Feuer bei Cloudhoster OVH im März vergangenen Jahres veröffentlicht. Zwar gibt der Bericht keine definitive Antwort auf die Frage nach der Ursache und überlässt diese Bewertung explizit einer gerichtlichen Entscheidung. Dem Bericht zufolge könnte der Auslöser des Feuers aber ein Kurzschluss gewesen sein.

Die Ermittler bestätigen zunächst erneut, dass der Brand im Bereich der Stromversorgung des Rechenzentrums begann. Schon kurz nach dem Feuer vermutete der Unternehmensgründer und Chef von OVH, Octave Klaba , eine USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) als mögliche Brandquelle. In der Untersuchung der Behörde wird dies nun auch auf Grund von Aufnahmen der Überwachungskameras weiter präzisiert und offenbar ein Wechselrichter in dem Bereich als mögliche Quelle des Feuers angenommen.

Ein weiteres entscheidendes Detail des Berichts ist die Erkenntnis deutlich erhöhter Feuchtigkeitswerte in der Nähe des Wechselrichters, die unmittelbar vor Beginn des Brands gemessen wurden. Dazu heißt es: "Das Vorhandensein von Flüssigkeit oder Feuchtigkeit in einem elektrischen Gerät kann die Bildung eines internen Kurzschlusses verursachen, der wahrscheinlich die beobachteten Schäden verursacht." Der Bericht schränkt diese Erkenntnis aber selbst weiter ein und gibt an, dass dies allein nicht ausreiche, um eine endgültige Aussage über die Ursache zu treffen.

Zusätzlich zu dem eigentlichen Auslöser kommen weitere Unzulänglichkeiten bei der Feuerbekämpfung und dem Brandschutz hinzu, die zuvor bereits die zuständige Feuerwehr attestiert hatte und die nun erneut durch die Ermittler bestätigt wurden. Neben der fehlenden automatischen Feuerlöschanlage führt der nun veröffentlichte Bericht ebenfalls auf, dass die Gebäude und Anlagen noch sehr lange unter Strom standen, dieser nur zögerlich abgestellt wurde und sich der Brand auch deshalb unkontrolliert ausbreiten konnte.


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