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Clintons E-Mails veröffentlicht: Google wollte beim Sturz Assads helfen

Die Verbindungen zwischen Google und der US-Regierung sind eng. Nun veröffentlichte E-Mails von Ex-Außenministerin Hillary Clinton zeigen offenbar detaillierte Absprachen.
/ Friedhelm Greis
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Mit einem interaktiven Tool zur Datenvisualisierung wollte Google auch die syrische Opposition stärken. (Bild: aljazeera.com)
Mit einem interaktiven Tool zur Datenvisualisierung wollte Google auch die syrische Opposition stärken. Bild: aljazeera.com

Der Suchmaschinenkonzern Google hat der US-Regierung offenbar beim Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad helfen wollen. Das geht aus einer E-Mail der früheren US-Außenministerin Hillary Clinton(öffnet im neuen Fenster) hervor, die von Wikileaks veröffentlicht wurde. Darin kündigte der Chef von Google Ideas (heute Jigsaw), Jared Cohen(öffnet im neuen Fenster) , ein Tool an, um Überläufer der syrischen Regierung öffentlich verfolgen (Tracking) und visualisieren zu können.

Damit sollten weitere Menschen animiert werden, sich vom Assad-Regime loszusagen. Zudem sollte die Opposition dadurch an Vertrauen gewinnen. Google wollte das Tool dem arabischen Fernsehsender Al Jazeera zur Verfügung stellen. Dieser sollte die Daten überprüfen und dann in Syrien verbreiten. Das Tool sollte auch darstellen, aus welchen Teilen der Regierung die Überläufer stammten.

Wikileaks veröffentlicht 30.000 E-Mails

Die Mail stammt vom 25. Juli 2012, etwa anderthalb Jahre nach Beginn des Arabischen Frühlings und des Bürgerkriegs in Syrien. Die Mail wurde deshalb veröffentlicht, weil die Präsidentschaftskandidatin Clinton sie an ihre Mitarbeiterin mit dem Hinweis weiterleitete, das Google-Konzept auszudrucken. Clinton hatte in ihrer Amtszeit als Außenministerin mehr als 30.000 E-Mails von ihrem privaten Mailkonto verschickt. Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte das Konvolut in der vergangenen Woche veröffentlicht und durchsuchbar gemacht(öffnet im neuen Fenster) . Die Mails waren aufgrund von Informationsfreiheitsanfragen herausgegeben worden.

Die Korrespondenz ist ein weiterer Beweis für die engen Verbindungen zwischen Google und der US-Regierung, auf die schon Wikileaks-Gründer Julian Assange vor einiger Zeit in einem Buch aufmerksam gemacht hatte(öffnet im neuen Fenster) . In diesem Geflecht nimmt Cohen offenbar eine wichtige Rolle ein. Bevor dieser auf Anregung von Alphabet-Chef Eric Schmidt die Leitung von Jigsaw übernahm, arbeitete er im strategischen Planungsstab des Außenministeriums. Jigsaw(öffnet im neuen Fenster) ist eine in New York ansässige Denkfabrik Googles, die technische Lösungen für globale Probleme entwickeln soll.

Absprache zu Innocence of Muslims

Eine weitere E-Mail(öffnet im neuen Fenster) zeigt offenbar eine Diskussion auf höchster Ebene zwischen Google und dem US-Außenministerium über den umstrittenen Film Innocence of Muslims(öffnet im neuen Fenster) , der auf Googles Videoplattform Youtube veröffentlicht worden war und in der muslimischen Welt gewalttätige Proteste ausgelöst hatte. Während das Weiße Haus und Google im September 2012 betont hätten, gegenseitig keinen Einfluss auf eine mögliche Löschung des Films auszuüben, sprächen die Mails eine andere Sprache, berichtete das britische Newsportal The Register(öffnet im neuen Fenster) . Schließlich enthielten die Mails auch die persönlichen Handynummern von Google-Gründer Larry Page und Youtube-Chef Salar Kamangar. Das Abrufen des Videos war von Google in mehreren muslimischen Ländern blockiert worden.

Nachtrag vom 23. März 2016, 10:25 Uhr

Google hatte das Tool zur Datenvisualisierung, den Network Mapper(öffnet im neuen Fenster) , im August 2012 in einem Blogbeitrag offiziell vorgestellt(öffnet im neuen Fenster) . Darin hieß es: "Das Programm kann genutzt werden, um die Unterstützung für ein Drogenkartell, einen Ausbeuterbetrieb oder ein politisches Regime darzustellen. Al Jazeera entwickelte eine Version des Tools, um speziell über Syrien zu berichten." Der inzwischen abgeschaltete Syria Defector Tracker(öffnet im neuen Fenster) von Al Jazeera erhielt 2013 einen britischen Medienpreis für die beste technische Innovation.


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