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Clearview AI: Kunden nutzen Gesichtserkennung als Party-Gag

Statt zur Verbrechersuche haben Kunden der Gesichtserkennungssoftware Clearview AI ihren Zugang wohl auch für private Zwecke verwendet. Eigentlich sollten Polizisten die Software für Untersuchungen nutzen.
/ Oliver Nickel
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Möglicherweise kann bald jeder nach jedem per Foto suchen. (Bild: Pixabay.com/Montage: Golem.de)
Möglicherweise kann bald jeder nach jedem per Foto suchen. Bild: Pixabay.com/Montage: Golem.de / CC0 1.0

Die umstrittene Gesichtserkennungssoftware Clearview AI ist wohl nicht nur für berufliche Zwecke genutzt worden. Einige Kunden haben ihren Zugang zur Datenbank auch privat verwendet, um sie Freunden, Verwandten oder Bekannten zu zeigen. So sei sie zum Spaß auch auf Partys und sogar bei Dates genutzt worden. Das berichtet das Magazin Cnet(öffnet im neuen Fenster) unter Bezugnahme auf einen ausführlichen Hintergrundartikel der New York Times(öffnet im neuen Fenster).

Für private Zwecke genutzt wurden wohl Testversionen der Clearview-App. "Wir haben potenziellen und derzeitigen Investoren und anderen strategischen Partnern Demo-Accounts zur Verfügung gestellt, damit sie die Technik testen konnten", sagte Clearview CEO Hoan Ton-That in einer E-Mail-Stellungnahme.

Clearview AI ist eine Software, die ein eingegebenes Foto mit einer Datenbank aus mehreren Milliarden Motiven vergleicht. Diese hat das Unternehmen zuvor aus sozialen Medien extrahiert. Dazu zählen Netzwerke wie Facebook, Instagramm und Twitter, aber auch Videoportale wie Youtube. Auch Unternehmen wie Google, Facebook und Microsoft finden diese Herangehensweise bedenklich und haben bereits offene Unterlassungerklärungen(öffnet im neuen Fenster) an die Macher der Software geschickt.

So einfach wie Namen in Google suchen

Laut der New York Times hatten dabei nicht nur Mitarbeiter der US-Polizeibehörden Zugriff auf die Software. Diese waren die ursprüngliche Zielgruppe dafür. In ersten Erfolgen konnten Polizisten mit der Gesichtserkennung wohl auch Fälle lösen. Mehr als 600 US-Polizeibehörden hätten die Software bereits genutzt. "Jetzt, da das das Tabu gebrochen ist", schreibt die US-Zeitung, "könnte jemanden per Gesicht zu suchen so einfach werden wie einen Namen zu googeln".

Die New York Times macht sich Sorgen darüber, dass Menschen so einfach andere Menschen abhören, fotografieren und so persönliche Informationen preisgeben können, die von Zielpersonen lieber geheim gehalten werden. Die US-Zeitung gibt auch an, dass sowohl die Polizei als auch Investoren der App deren Veröffentlichung für alle Nutzer bereits vorausahnten. Das sei nur eine Frage der Zeit.


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