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Claude und SynthID: Tool entfernt KI-Wasserzeichen mit KI

Anthropics neue KI-Wasserzeichen stoßen auf Widerstand. Ein Entwickler hat binnen weniger Stunden ein Tool gebaut, um sie zu entfernen.
/ Johannes Hiltscher
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Watermark Remover soll KI-Wasserzeichen entfernen. (Bild: Cottonbro Studio, Pexels)
Watermark Remover soll KI-Wasserzeichen entfernen. Bild: Cottonbro Studio, Pexels / CC0 1.0

Aufgrund neuer EU-Vorschriften hat Anthropic damit begonnen, mit seinen KI-Modellen erzeugte Inhalte zu kennzeichnen. Von Beginn an gab es Kritik daran, und wie bei anderen KI-Sicherheitsmechanismen (g+) kamen auch schnell Methoden zum Umgehen der Wasserzeichen auf.

Besonders populär ist der Watermark Remover(öffnet im neuen Fenster) des Entwicklers Guillaume Meyer. Nur vier Stunden nach Antropics Ankündigung habe er sein Tool veröffentlicht. berichtet das Magazin Wired(öffnet im neuen Fenster),

Der Entwickler gab gegenüber Wired zwei Gründe an, aus denen er das Tool erstellt habe: Einerseits habe ihn die Herausforderung gereizt, andererseits befürchte er, aufgrund rein assistierender KI-Nutzung abgestraft zu werden. So nutze er als französischer Muttersprachler KI-Tools zur Verbesserung seiner Texte. Grundsätzlich sei er nicht gegen eine Kennzeichnung KI-generierter Inhalte.

Die Entfernung der Wasserzeichen ist nicht trivial, laut Anthropic angeblich sogar unmöglich. Daher nutzt der Watermark Remover teils Methoden, welche die Qualität generierter Texte verschlechtern.

Dazu werden die Texte mittels KI überarbeitet, wobei das genutzte Modell selbstverständlich keine Wasserzeichen setzen darf. Auch am Code hat Claude mitgeschrieben.

Textstruktur ist das Wasserzeichen

Die Herausforderung beim Entfernen der Wasserzeichen ist, dass sie über die Textstruktur selbst gebildet werden.

Anthropics Wasserzeichen orientieren sich an Googles SynthID, das in Texten bestimmte Muster von Wörtern einbaut und Bilder leicht verändert. Für Menschen soll beides nicht zu erkennen sein. In Texten ersetzt Watermark Remover daher Wörter durch Synonyme und strukturiert den Text um.

Übersetzungen sind eine weitere Möglichkeit. Das kann allerdings auffällig werden, insbesondere wenn zum Entfernen kleinere, lokal gehostete Modelle genutzt werden.

Wenn die Textqualität wichtig ist, kann das Tool auch einfach nur zur Markierung verwendete Unicode-Zeichen entfernen.

Eine Garantie, dass ein bearbeiteter Text nicht mehr als KI-generiert erkannt wird, gibt es allerdings selbst bei den überarbeitenden Methoden nicht. Die Beschreibung im Github-Repository besagt, dass es sich um eine Best-Effort-Methode handelt. Denn was Anthropic im Detail macht, ist unklar, zumal das Unternehmen seine Wasserzeichen noch nicht einmal ausgerollt hat.

In der EU sind Wasserzeichen für neue Modelle ab dem 2. August 2026 verpflichtend, in bestehende Modelle will Anthopic das Verfahren nach und nach integrieren.


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