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Claude Opus 5.5: Anthropic macht sein Spitzenmodell deutlich billiger

Anthropic hat Claude Opus 5.5 vorgestellt. Das KI-Modell soll auf dem Niveau von Claude Fable 5.1 arbeiten, aber 40 Prozent günstiger sein.
/ Andreas Donath
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Claude Opus 5.5 ist da. (Bild: Anthropic)
Claude Opus 5.5 ist da. Bild: Anthropic

Anthropic hat Claude Opus 5.5 vorgestellt(öffnet im neuen Fenster), das erste Modell der neuen Claude 5.5 Familie. Laut Unternehmen erreicht es bei den meisten Aufgaben in etwa das Niveau von Claude Fable 5.1, verursacht dabei aber rund 40 Prozent geringere Kosten als der Vorgänger Opus 5.

Es ist die erste Veröffentlichung, seitdem Anthropic sich öffentlich für ein bedachteres Tempo bei der Entwicklung von Frontier-KI ausgesprochen hat. Vor dem Launch wurde Opus 5.5 nach Angaben des Unternehmens von externen Organisationen geprüft, darunter Frontier Design und METR.

In den veröffentlichten Benchmarks führt Opus 5.5 bei agentischem Programmieren, Computersteuerung und Wissensarbeit. Es erreichte 66,4 Prozent auf Terminal-Bench 4.0 und 1846 Elo auf GDPval-AA v2.1, einem Test über 44 Berufsbilder hinweg. Anthropic wies jedoch selbst darauf hin, dass Benchmark-Vorsprünge auf diesem Niveau reale Unterschiede nur begrenzt zuverlässig abbildeten.

Erste Tester berichten von spürbaren Effizienzgewinnen. Einer soll eine Codemigration mit 680.000 Zeilen in weniger als einem Tag abgeschlossen haben. Ein anderer gab an, das Modell habe eine Codebasis mit 200.000 Zeilen in weniger als drei Stunden geprüft, eine Aufgabe, für die Opus 5 mehr als 20 Stunden benötigte.

Preise, Sicherheitsmaßnahmen und Verfügbarkeit

Der Preis ist ein zentrales Element des Releases. Input- und Output-Tokens kosten 4 beziehungsweise 20 US-Dollar pro Million, rund 20 Prozent weniger als Opus 5. Cache-Reads fallen auf 0,20 US-Dollar pro Million Tokens, ein Minus von 60 Prozent. Typische Workloads sollen insgesamt etwa 40 Prozent günstiger werden, zudem arbeitet die Ausgabe laut Anthropic mehr als 30 Prozent schneller.

Mit Blick auf das Thema Sicherheit meldete Anthropic, dass Opus 5.5 in einer neuen Evaluierung rund 85 Prozent seltener versucht habe, Sicherheitsgrenzen zu umgehen, als Opus 5 oder Claude Mythos 5.1. Außerdem sei das Modell widerstandsfähiger gegen Prompt Injection. Zugleich räumte das Unternehmen Einschränkungen ein: Das Modell scheine häufig zu erkennen, dass es getestet werde, was die Bewertung erschwere.

Neu ist außerdem das sogenannte Preserved Thinking, eine Maßnahme gegen Distillation. Sie verhindert, dass API-Nutzer frühere Kontexte bearbeiten, um Reasoning zu extrahieren. Die Regel gilt für API-Konten, die ab dem 31. August 2026 erstellt wurden. Hinzu kommen Wasserzeichenmaßnahmen, mit denen Anthropic die Anforderungen des EU AI Act erfüllen will.

Claude Opus 5.5 ist auf den Plattformen von Anthropic sowie bei Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure verfügbar. Claude Sonnet 5.5 und Claude Haiku 5.5 sollen in den kommenden Wochen folgen.

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