Clapper-Nachfolger: Ex-Botschafter in Berlin wird US-Geheimdienstdirektor

Donald Trump geht davon aus, dass Russland die USA mit ihm als Präsidenten mehr respektieren werde. Sein künftiger Geheimdienstdirektor, Dan Coats, gilt nicht gerade als Freund von Präsident Putin.

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Dan Coats mit dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder im Jahr 2002
Dan Coats mit dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder im Jahr 2002 (Bild: Arnd Wiegmann/Reuters)

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat den früheren US-Botschafter in Deutschland, Dan Coats, für das Amt des Nationalen Geheimdienstdirektors nominiert. Das teilte das Trump-Übergangsteam am Samstag mit. Coats soll das Amt von James Clapper übernehmen, der bereits nach dem Wahlsieg Trumps seinen Rückzug erklärt hatte. Der Director of National Intelligence (DNI) koordiniert die Arbeit der 16 Geheimdienste in den USA.

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Coats gilt in den USA als Kongress-Veteran. Der 73-Jährige gehörte acht Jahre lang dem Repräsentantenhaus an. 1989 wechselte er für zehn Jahre in den Senat. Zuletzt vertrat er dort vier weitere Jahre den US-Bundesstaat Indiana. Zwischendurch, von 2001 bis 2005, war er unter US-Präsident George W. Bush amerikanischer Botschafter in Deutschland. Drei Tage vor den Anschlägen vom 11. September 2001 hatte er seinen Posten in Berlin angetreten. 2011 warf er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, sich mit der deutschen Enthaltung beim Militäreinsatz in Libyen isoliert zu haben. Coats war jahrelang Mitglied des Geheimdienstausschusses im Senat.

Trumps Twitteroffensive zu Russland

Trump hatte die Arbeit der Geheimdienste in den vergangenen Tagen öffentlich kritisiert. So äußerte er Zweifel an ihrer Einschätzung, dass die russische Regierung hinter Hackerangriffen auf Computer der Demokraten im jüngsten Präsidentschaftswahlkampf steckte und damit gezielt Trump helfen wollte. Nachdem ihm Geheimdienstchefs am Freitag persönlich über ihre Erkenntnisse unterrichtet hatten, äußerte sich Trump zwar gemäßigter, aber ging nicht so weit, Russland zu kritisieren.

Am Samstag setzte er gleich drei Tweets hintereinander zu Russland ab: "Ein gutes Verhältnis mit Russland zu haben, ist eine gute Sache, nicht eine schlechte Sache. Nur 'dumme' Leute oder Narren würden denken, dass es schlecht ist! Wir haben genügend Probleme rund um die Welt, ohne ein weiteres. Wenn ich Präsident bin, wird Russland uns viel mehr respektieren, als sie es jetzt tun, und beide Länder werden, vielleicht, zusammenarbeiten, um einige der vielen großen und drängende Probleme und Fragen auf der WELT zu lösen!"

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Coats sagte in dem von Trumps Übergangsteam verbreiteten Statement: "Es gibt nichts Dringenderes als die Sicherheit der USA. Ich werde jedes mir zur Verfügung stehende Mittel nutzen, diese zu gewährleisten." Coats gilt nach Angaben der Nachrichtenagentur AP als lautstarker Kritiker Russlands und drängte US-Präsident Barack Obama zu Sanktionen nach der Annektierung der Krim durch Russland im Jahr 2014. Nach der Verhängung von Sanktionen durch das Weiße Haus wurde Coats zusammen mit anderen US-Parlamentariern die Einreise nach Russland verweigert.

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