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Die Wirren des Technologiebaums

Beginnen wir am Anfang. Jede Partie Civilization startet vor etwa 6.000 Jahren. Die ersten Siedler lassen sich dauerhaft nieder. Schon das ist historisch nicht ganz korrekt. Selbst in Deutschland wurden Siedlungen gefunden, die 1.000 Jahre älter waren. Im nahen Osten, wo das trockene Klima die Spuren menschlicher Siedlungen viel besser erhält, konnten Archäologen sogar mehr als 10.000 Jahre alte Siedlungen nachweisen.

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Schon an dieser Stelle wird dem Spieler eine wichtige Entscheidung abgenommen: Ohne die Wahl, ein Nomadenvolk ohne Städte zu spielen, bleibt unseren tapferen Siedlern in Civilization nichts anderes übrig, als sich niederzulassen.

Schon fängt die Magie der Zivilisation an zu wirken. Gelenkt vom fast allmächtigen Spieler, fängt das Volk an, neue Technologien zu entwickeln. Keramik gehört seit der ersten Ausgabe des Spiels zu den ersten Technologien im Technologiebaum. Dabei gehört Keramik zu den ersten Funden, mit denen Siedlungen überhaupt nachgewiesen werden. Ihre Geschichte geht über 10.000 Jahre in die Vergangenheit zurück. Aber im Spiel ist ausgerechnet unsere Horde so unzivilisiert, dass sie auch Jahrtausende später noch nicht einmal Lehm zu Gefäßen formen und im Feuer härten kann.

Die ersten Metalle

Wer statt Keramik zunächst den Bergbau erforscht, der wird sich vielleicht gefragt haben, wozu das gut sein soll. Der Technologiebaum sagt es uns. Der Bergbau führt zur Bronzeverarbeitung. Dafür braucht es schon eine erstaunliche Weitsicht. Es werden Stollen in den Berg gegraben und Erze aus der Erde geholt, lange bevor dem ersten Menschen klar ist, wofür das alles gut sein soll. Mit Sicherheit war es tatsächlich umgekehrt. Zuerst kamen die Metalle aus Erzen, die zufällig an die Oberfläche gelangten, und dann der Bergbau.

In Civilization ist Bronze das erste Metall überhaupt und jeder kann es haben. Beides kann so nie gewesen sein. Vor der Bronze kam das reine Kupfer. Entdeckt wurde es wohl nur, weil seine Erze eine auffällig grünliche bis bläuliche Farbe haben. Das wird sehr dabei geholfen haben, dass irgendwann in einem Feuer Kupfererz zu Kupfer verhüttete. Denn Kupfererze sind selten. In der Liste der häufigsten Elemente in der Erdkruste steht Kupfer auf Platz 26. Im Durchschnitt sind in einer Tonne Erdkruste nur etwa 50 Gramm Kupfer enthalten.

Bronze war immer ein knappes Gut

Aber um Bronze zu erhalten, muss das ohnehin schon seltene Kupfer noch mit etwa 10 Prozent Zinn legiert werden, ein noch viel selteneres Metall. In der Liste liegt Zinn auf Platz 50. In einer Tonne Erdkruste gibt es davon im Durchschnitt knapp 2,5 Gramm. Es ist damit ungefähr so selten wie Uran. In der Antike gab es einen regen Handel, um Kupfer und Zinn zur Herstellung von Bronze an einem Ort zusammenzubringen. Auf dem Höhepunkt der Bronzezeit erstreckten sich Handelsnetzwerke über ganz Europa, bis nach Afrika und in den mittleren Osten.

Schiffswracks zeugen bis heute davon, wie knapp die Metalle waren und wie wichtig für die Kriegsführung. Wie das Wrack von Uluburun vor der türkischen Küste, in dem 10 Tonnen Kupfer und eine Tonne Zinn gefunden wurden. Es wird vermutet, dass die Schiffsladung zur Ausstattung einer Armee gedacht war. In Civilization ist Bronze dagegen ein Allerweltsmetall. Jeder kann die Bronzeverarbeitung erforschen und sofort nutzen. Kupfererze kommen in Civilization allenfalls als Bonusressource vor, im fünften Teil sogar als Luxusressource, und Zinn überhaupt nicht. Das erste strategische Metall in Civilization ist Eisen.

 Civilization: Das Spiel mit der GeschichteNiemand, der bei Verstand ist, würde freiwillig Eisen herstellen 
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Destroyer2442 16. Dez 2016

Installier einfach den Mod "Extended Timeline" -> Problem solved

opodeldox 06. Dez 2016

Du meinst die Länder ohne funktionierende Marktwirtschaft?

teenriot* 05. Dez 2016

Sicher, dass das eine offizielle Aussage ist? Das wäre fatal. Ich bin bei dir, das...

Dampfplauderer 05. Dez 2016

..eher erschreckend das es anscheinend für einige neue Informationen sind. CIV hat mit...

der_wahre_hannes 05. Dez 2016

Immerhin verwechselt er nicht Johannes Gutenberg mit Karl-Theodor zu Guttenberg. :P


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