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Citybus Simulator München angespielt: Liniendienst in der bayerischen Hauptstadt

Im BMW kann jeder durch München brettern, im Omnibus ist die Tour vom Haupt- zum Ostbahnhof schon eher etwas Besonderes. Golem.de hat den Citybus Simulator München ausprobiert – inklusive der Pannen des "Malfunction Director".
/ Peter Steinlechner
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Citybus Simulator München (Bild: Aerosoft)
Citybus Simulator München Bild: Aerosoft

Hinsetzen, Schlüssel ins Zündschloss und dann ordentlich aufs Gaspedal treten? Wer sich das Anlassen eines Omnibusses ähnlich simpel wie bei einem Privat-Pkw vorstellt, kann im Citybus Simulator München noch viel lernen. Denn als Busfahrer müssen wir nach dem Einsteigen erst den Betriebshauptschalter einschalten und dann unsere virtuelle Fahrerkarte in den Schlitz über unserem ebenso virtuellen Kopf schieben, um uns bei der EDV anzumelden.

Citybus Simulator München – Trailer (Gameplay)
Citybus Simulator München – Trailer (Gameplay) (03:52)

Erst dann können wir den Motor losbrummen lassen, das Licht anschalten und zuletzt die Feststellbremse lösen. Endlich rollen wir mit unserem originalgetreu nachgebauten MAN Lion's City Bus durch die bayerische Hauptstadt – und das wahlweise im Zwei- oder Dreitürer oder im mächtigen Gelenkbus.

Der Citybus Simulator München ist die jüngste Berufssimulation von Publisher Aerosoft(öffnet im neuen Fenster) . Das Programm entsteht beim Entwicklerstudio TML Studios in Erfurt(öffnet im neuen Fenster) , wo auch schon City Bus 2010 New York programmiert wurde. Die Entscheidung für München fiel aufgrund der Nachfrage in der Community, die diese Stadt am häufigsten gewünscht hat. Das Programm basiert auf der Engine des schwäbischen Middelware-Herstellers Trinigy, der dem irischen Physiksoftwarespezialisten Havok gehört, der wiederum Intel gehört.

Im Citybus Simulator 2013 können wir eine offiziell von den Verkehrsbetrieben der Stadt München lizenzierte Strecke abfahren, und zwar die Museumslinie 100, die vom Hauptbahnhof an der Technischen Universität und den Pinakotheken vorbei zum Odeonsplatz und via Friedensengel bis zum Ostbahnhof führt.

Sehenswürdigkeiten und Pannen

Entlang der Strecke sind nach Angaben der Entwickler 43 Sehenswürdigkeiten zu bewundern – vor allem Gebäude wie die Bahnhöfe, die natürlich weitgehend wie in der Wirklichkeit aussehen.

Eine Besonderheit ist der Malfunction Director. Das ist eine Art Zufallsgenerator für alle Arten von Pannen. Wer die einfachste Schwierigkeitsstufe wählt, muss mit etwas Pech mal eine Glühbirne per Menü austauschen. Wenn dagegen der Profimodus aktiviert ist, kann mitten in der Schicht auch mal der Turbolader den Dienst verweigern. Eine reguläre Weiterfahrt ist dann erst möglich, wenn das System repariert ist. Das geht zwar über Schalter und Knöpfe, aber ohne ein gewisses Verständnis für Technik ist der Motor nur mit sehr viel Glück zu reparieren.

Zu reparieren gibt es viel, denn natürlich ist auch ein scheinbar simples Vehikel wie ein Bus längst ein Computer auf Rädern. Auf dem Navigationssystem sehen wir die Strecke, außerdem stehen wir per Funk mit der Leitstelle in Verbindung, die uns bei Zwischenfällen, etwa einem Unfall, der die Route blockiert, mit einer Umleitung weiterhilft.

Virtuelle Verkehrsregeln

Ähnlich wichtig ist auch, dass wir uns an die Verkehrsregeln halten. Wer rote Ampeln überfährt, Bushaltestellen auslässt oder versehentlich einen Passanten an- oder überfährt (was selbstverständlich völlig unblutig dargestellt wird), bekommt Zeitstrafen. Diese Form der Sanktionen hat sich übrigens ausdrücklich auch ein großer Teil der Community so gewünscht.

Für ein gewisses Maß an Abwechslung sorgen Regen, Sonne und Schnee: Der typische Verlauf des Münchner Wetters ist in der Simulation eingebaut. Die greift auf die Systemzeit zu – wer mag, kann aber auch selbst bestimmen, ob er lieber im Sommer oder Winter hinterm Steuer sitzt.

Der Citybus Simulator München lässt sich per Maus und Tastatur oder per Gamepad steuern. Natürlich ist auch die Option Lenkrad vorgesehen, die wir bei unserer Tour ausprobiert haben und die sich durchaus glaubwürdig angefühlt hat. Das Programm soll in den nächsten Tagen über den Publisher zum Download bereitstehen, am 6. Dezember 2012 kommt es für ebenfalls rund 30 Euro in den Handel.


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