Citybuilder: Aufbau mit China, Azteken, Pompeji - und einer Mäusestadt
Heute schon ans Römische Reich gedacht? – Wie langweilig! Wie sieht's mit dem glorreichen Imperium der Azteken, dem Chinesischen Kaiserreich oder dem Mittelalter aus? Oder wie wäre es mit antiken mythologischen Figuren, Göttern und Monstern auf unserem Forum Romanum?
Und davon einmal abgesehen: Warum wuseln immer kleine Menschen durch unsere Minimetropolen, wenn es auch Katzen und Nagetiere sein könnten?
Fragen über Fragen – und hier sind die Antworten. Wir haben tolle, aktuelle Aufbauspiele ausgewählt, die auch zum endlosen Bauen einladen. Die meisten davon sind noch im Early Access – und versprechen trotz historischer Thematik eine glorreiche Aufbauzukunft!
Aztecs – The Last Sun: Bauen gegen die Mondgöttin
Endlich einmal ein unverbrauchtes Setting! Die mittelamerikanische Hochkultur der Azteken beherrschte weite Teile des heutigen Mexiko und wurde erst mit dem Einfall der Konquistadoren im 16. Jahrhundert zu Fall gebracht.
In dem deutschen Aufbaustrategiespiel Aztecs – The Last Sun(öffnet im neuen Fenster) bauen wir die historische Aztekenmetropole Tenochtitlan von Grund auf neu. Beim Eintreffen der Spanier war die auf mehreren Inseln liegende Großstadt mit mehr als 100.000 Einwohnern eine der größten Städte der Welt.
In dem Ende September 2025 in den Early Access gestarteten Spiel müssen wir aber nicht nur wie üblich Ressourcen, Arbeitskräfte und 25 verschiedene Gebäudetypen clever einsetzen, sondern auch mit den blutrünstigen aztekischen Göttern rechnen.
Die grausame Mondgöttin will die Welt ins Dunkel stürzen und bedroht Nacht für Nacht unsere Zivilisation. Dagegen helfen nur regelmäßige Blutopfer, die wir unserem Sonnengott darbringen müssen – ein Gameplay-Dreh, der für Zeitdruck und Spannung sorgt.
Erhältlich für Windows-PC; rund 20 Euro (Early Access).
Farthest Frontier: Aufbau gegen die Natur
Der Mittelalter-Aufbautitel Manor Lords wird noch einige Zeit im Early Access verbringen. Ein Konkurrent hingegen erschien Ende Oktober 2025 nach drei Jahren in Entwicklung final: Farthest Frontier(öffnet im neuen Fenster).
Auch darin bauen wir eine kleine Siedlung in durchaus unfreundlicher Wildnis zu einer hoffentlich blühenden Stadt aus. Wie in Banished wird hier das Aufbaugeschick immer wieder durch brutale Herausforderungen und Widrigkeiten der Natur auf die Probe gestellt.
Der Survival-Aspekt ist spannend: Neben verrottenden Vorräten und kniffligen landwirtschaftlichen Organisationsfragen sorgen Hunger, Krankheiten, Hitzewellen und Überfälle wilder Tiere und Banditen in dieser Mittelalterwelt für Stress.
Hübsche, detaillierte Grafik, organische Siedlungsformen und ein umfangreicher Forschungsbaum sorgen für Langzeitmotivation. Wer es gemütlicher mag, kann die Survival-Elemente reduzieren oder ausschalten.
Erhältlich für Windows-PC; rund 35 Euro.
Pompeii -The Legacy: Aufbau im Schatten des Vulkans
Dass wir so viel von römischen Städten wissen, hat auch mit einer Naturkatastrophe zu tun: 79 nach Christus wurde Pompeji nach einem Ausbruch des Vesuvs unter 25 Metern Asche begraben. In dem Spiel Pompeii - The Legacy machen wir uns 20 Jahre später daran, diese berühmte Stadt neu zu errichten.
Das im September 2025 veröffentlichte Spiel des kroatischen Einzelentwicklers Siscia Games(öffnet im neuen Fenster) ist ambitioniert. Zum einen wird hier, wie im Genre üblich, eine möglichst reibungslos funktionierende Stadt geplant und gebaut. Im Unterschied zu Anno & Co. haben wir hier aber auch die Geschicke einer römischen Dynastie in der Hand.
Der Story-Modus lässt uns eine Familiengeschichte erleben, die Hauptrolle spielen aber natürlich trotzdem Produktionsketten, Logistikprobleme und die Suche nach dem perfekten Stadtplan.
An dem Early-Access-Spiel wird noch eine Weile herumgeschraubt, der Römerstadt-Baukasten ist aber dank ein bisschen Survival-Einschlags und netter Ideen schon jetzt eine charmante Alternative zur AAA-Konkurrenz.
Erhältlich für Windows-PC; rund 20 Euro (Early Access).
Whiskerwood, Roman Triumph, Celestrial Empires und Memoriapolis
Whiskerwood: Mäuse in der Stadt
Hier bekommt der Begriff "Wuselfaktor" eine ganz neue Bedeutung: In Whiskerwood(öffnet im neuen Fenster) bauen wir eine florierende Stadt samt ineinander verzahnter Produktionsketten. Nur sind hier keine Mini-Römer am Werk, sondern – Mäuse.
Im Auftrag des tyrannischen Königs, einer fetten Katze, sind wir hier mit dem Aufbau einer Kolonie irgendwo in der Wildnis eines menschen-, pardon: mäuseleeren Archipels betraut. Holzfäller, Bergarbeiter, Bauern – alles wie immer, nur eben mit Fellknäueln.
Im Unterschied zu Anno & Co. sind die Arbeitskräfte in Whiskerwood aber keine namenlosen Drohnen, sondern haben Persönlichkeit und jeweils eigene Stärken, Vorlieben und Macken. Eine wichtige Aufgabe ist es deshalb, die kleinen Individuen bei Laune zu halten.
Das ist gar nicht so einfach, weil die arroganten Katzenherrscher regelmäßig Steuern eintreiben und Forderungen erheben.
Auch Whiskerwood ist noch im Early Access, und zwar seit Anfang November 2025. Die Mischung aus niedlichem Gewusel und kniffliger strategischer Aufbauherausforderung macht aber schon jetzt Spaß.
Erhältlich für Windows-PC; rund 30 Euro (Early Access).
Roman Triumph – Survival City Builder: Kampf den Göttern!
Der römische Kaiser schickt uns in die ungezähmte Wildnis am Rand des Imperiums. Dort sollen wir eine Stadt aufbauen – das ist machbar, immerhin kennen wir das aus vielen Spielen. Eine römische Stadt aufzubauen und sie dann auch zu verteidigen – das ist schon kniffliger.
Vor allem, wenn es wie in Roman Triumph(öffnet im neuen Fenster) nicht nur schlecht gelaunte Barbaren, sondern jede Menge mythische Bestien als Gegenspieler gibt. Auch die römischen Götter Ceres, Mars, Jupiter und Venus müssen zufriedengestellt werden, sonst trifft uns ihr Zorn.
Das im September 2025 veröffentlichte Early-Access-Spiel eines Einzelentwicklers zeigt bei den Überfällen auf unsere Siedlung seine Originalität und Eigenständigkeit. Mit verschiedenen militärischen Einheiten und schlau platzierten Verteidigungsanlagen trotzen wir den Attacken.
Angreifer sind teils riesige Ungeheuer wie die dreiköpfige Hydra, die wie Godzilla Gebäude und Truppen plattmacht. Schade, dass sich vor allem im späteren Spiel der unfertige Zustand aktuell noch etwas bemerkbar macht.
Erhältlich für Windows-PC; rund 25 Euro (Early Access).
Celestial Empire: Anno in China
Das chinesische Mittelalter hat alles zu bieten, was Fans des Aufbaustrategiegenres lieben: wimmelnd volle Städte, exotische Gebäude und interessante Arbeitskreisläufe. Das polnische Studio hinter Celestial Empires(öffnet im neuen Fenster) bietet mit seinem ebenfalls im September 2025 in den Early Access gestarteten Spiel einen wunderhübschen Spielplatz für Städtebauer.
Häuser, Paläste und Landwirtschaft zu planen und Logistik- und Handwerksketten aufzubauen, reicht aber im Reich der Mitte nicht aus.
Hier spielen nämlich auch Philosophie, Religion und Spiritualität unserer wuselnden Stadtbewohner eine wichtige Rolle. Wir verbringen viel Zeit mit dem Erforschen und Errichten religiöser Gebäude, verschreiben uns einer Schutzgottheit und müssen Rücksicht auf himmlische Gebote nehmen.
Das gibt diesem ansonsten angenehm klassischen Aufbaustrategiespiel in direkter Anno-Tradition eine erfreulich eigenständige Note. Wer dem asiatischen Setting etwas abgewinnen kann, sollte auch einen Blick auf das empfehlenswerte Laysara – Summit Kingdom werfen.
Erhältlich für Windows-PC; rund 20 Euro (Early Access).
Memoriapolis: Aufbau trifft Civ
Dieses Spiel eines französischen Indie-Teams versucht sich an etwas Originellem. Ziel des Städtebaukastens Memoriapolis(öffnet im neuen Fenster) ist es, eine Metropole während fünf Epochen zu hegen und zu pflegen, von der Antike bis zur Industrialisierung.
Ein Hauch von Zivilisation sorgt dafür, dass wir eine richtige Beziehung zur architektonischen Geschichte unserer Stadt aufbauen. Monumente und Produktionsstätten, die wir in der Antike errichtet haben, verfallen oder werden zu hochgeschätzten historischen Landmarken. Urbane Zentren verschieben sich mit neuartigen Technologien und Anforderungen.
Das sonst im Genre allgegenwärtige Mikromanagement entfällt, Straßen oder Wohnhäuser muss man hier nicht bauen, auch Produktionsketten sind nicht besonders wichtig.
Stattdessen sind immer wieder politische Entscheidungen gefragt: Mit welchem unserer Nachbarn verbünden wir uns? Welche der politischen Fraktionen in der Stadt wollen wir unterdrücken, um im Senat Gesetze durchzubringen?
Seit der Veröffentlichung von Version 1.0 im Frühjahr 2025 wurde weiter an Spielbalance und Verbesserungen gearbeitet. Wer ein etwas anderes Aufbaustrategiespiel mit faszinierend neuem Konzept sucht, ist hier richtig.
Erhältlich für Windows-PC; rund 25 Euro.


