Stufe 2: Draußen, mit bloßem Auge oder dem Smartphone
Die nächste Stufe verlässt den Schreibtisch, kommt aber noch ohne jedes Spezialgerät aus. Bei Globe at Night(öffnet im neuen Fenster) kann man mit einfachen Beobachtungen am Nachthimmel dazu beitragen, die lokale Lichtverschmutzung zu bestimmen und so zu einer globalen Kartierung der scheinbaren Himmelshelligkeit beitragen.
Dazu schaut man sich an seinem aktuellen Standort den Sternenhimmel an und versucht ein bestimmtes Sternbild (in unserem Fall Herkules(öffnet im neuen Fenster)) am Himmel zu finden und zu beurteilen, wie viele Sterne sonst noch zu erkennen sind.
Wer das Ganze über den Browser im Mobiltelefon macht, kann durch die Anzahl sichtbarer Sterne die Himmelshelligkeit am eigenen Standort ableiten – ein direktes Maß für Lichtverschmutzung. 2024 kamen so über 14.000 Meldungen aus aller Welt zusammen, für 2026 peilt das Projekt 20.000 Meldungen an.
Wer genauer messen mag, der kann mithilfe eines SQM (Sky Quality Meter)(öffnet im neuen Fenster) den exakten Wert der Himmelshelligkeit messen und auf der Webseite eingeben.
Was aus diesen scheinbar simplen Beobachtungen entstehen kann, zeigt eine 2023 in der Fachzeitschrift Science erschienene Studie: Ausgewertet wurden über 50.000 Globe-at-Night-Beobachtungen aus den Jahren 2011 bis 2022.
Das Ergebnis: Die Himmelshelligkeit steigt weltweit um rund 9,6 Prozent pro Jahr – deutlich mehr, als Satellitenmessungen der Bodenhelligkeit vermuten ließen. Rund 30 Prozent der Weltbevölkerung können die Milchstraße inzwischen nicht mehr von zu Hause aus sehen.
Etwas anspruchsvoller, aber strukturiert aufbereitet, ist der Einstieg bei der AAVSO (American Association of Variable Star Observers)(öffnet im neuen Fenster), einer der ältesten Citizen-Science-Initiativen der Astronomie überhaupt.
Mitglieder vergleichen die Helligkeit veränderlicher Sterne mit der bekannter Vergleichssterne – per Auge, Fernglas oder Teleskop. Ein kostenloses, zehnteiliges Online-Tutorial(öffnet im neuen Fenster) mit Sternkarten erklärt, wie man Vergleichssterne findet und Helligkeiten richtig einschätzt.
Wer das einmal gelernt hat, kann ganz ohne Technik mit dem bloßen Auge Beobachtungen melden. Rund 1.400 Mitglieder aus 52 Ländern liefern so über eine Million Beobachtungen pro Jahr, die unter anderem in die Planung von Beobachtungszeit an Großteleskopen einfließen.
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