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Cities Skylines: Mit Pixelhäusern den Studentenkredit abzahlen

Talent trifft Arbeitslosigkeit trifft Modding-Kultur: Bryan Shannon bastelt neue Gebäude für die Städtebausimulation Cities: Skylines. Die Community belohnt ihn dafür.

Artikel veröffentlicht am , Eike Kühl/Zeit Online
Dieser Burgerladen ist eines von Bryan Shannons Gebäuden.
Dieser Burgerladen ist eines von Bryan Shannons Gebäuden. (Bild: Screenshot)

Städtebausimulationen wie Sim City oder das kürzlich erschienene Cities: Skylines verlangen von den Spielern vor allem zwei Dinge: möglichst gutes Management und einen gewissen Sinn für Ästhetik. Schließlich soll die eigene Metropole nicht nur wie geschmiert laufen, sondern auch gut aussehen. Kaum etwas trübt das Spielerlebnis mehr als ganze Nachbarschaften, die aus den gleichen langweiligen Bungalows oder Lagerhallen bestehen.

Inhalt:
  1. Cities Skylines: Mit Pixelhäusern den Studentenkredit abzahlen
  2. Mit Mods lässt sich nicht einfach Geld verdienen

Für die Vielfalt in Cities: Skylines sorgen neben den Entwicklern des Spiels freiberufliche Architekten wie Bryan Shannon. Architekt heißt in seinem Fall 3-D-Designer, und freiberuflich heißt: per Crowdfunding finanziert. Rund 260 Menschen unterstützen Shannon zurzeit über die Plattform Patreon dabei, neue Gebäude für Cities: Skylines zu erstellen. 830 US-Dollar zahlen sie ihm zusammengerechnet für jedes neue Objekt, das er dann mit der Community teilt. Für Shannon, der mit Studentenkrediten in Höhe von 80.000 Dollar in der Kreide steht, ist das ein netter Nebenverdienst.

"Zuerst dachte ich, die Idee ist eigentlich ziemlich quatschig", sagt Shannon im Gespräch mit Ars Technica. "Ich habe mich gefragt: Was verkaufst du eigentlich? Du verkaufst einen Gefallen, eine Wohltätigkeit." Die Spieler von Cities: Skylines schien das nicht zu stören. Schon nach einer Woche auf Patreon kamen 600 US-Dollar zusammen. Anders als auf Plattformen wie Kickstarter zahlen die Unterstützer auf Patreon so lange für eine bestimmte Leistung, wie sie möchten. Es ist also eher ein Abonnement als eine einmalige Investition.

Bis zu 20 Arbeitsstunden pro Bauwerk

Shannon kennt sich mit Städtebausimulatoren aus. Nach seinem Studium war er zunächst Praktikant, später festangestellter Designer bei Maxis in Kalifornien. Das Studio hatte mit Sim City das Genre einst begründet, doch der jüngste Teil der Serie floppte vor zwei Jahren nicht zuletzt wegen des Onlinezwangs und technischer Probleme. Zu Beginn des Jahres schloss das Studio, seitdem ist Shannon arbeitslos.

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Cities: Skylines war für Shannon zunächst nur eine Möglichkeit, seine Fähigkeiten frisch zu halten und vielleicht ein paar neue Objekte für seine Bewerbungsmappe zu bauen. Doch als er eine Weile mit dem Editor herumspielte, fiel ihm auf, dass zwar viele andere Spieler ebenfalls Inhalte erstellten, aber nur wenige wirklich komplett neue Gebäude entwarfen. Die meisten schienen nur bestehende Objekte mit neuen Skins, also quasi einer anderen Fassade, zu versehen.

Shannon dagegen baut seine Gebäude von Grund auf, wie er in einem Youtube-Video demonstriert. Er modelliert den Grundriss in 3-D, erstellt die Texturen für das Aussehen und versieht sie mit Funktionen. Ein von ihm erstelltes Kraftwerk etwa hat andere Eigenschaften als die Standard-Variante. Die Kreationen werten also nicht nur optisch die Städte auf, sondern verfeinern auch das Spielerlebnis. Sechs Objekte hat Shannon in den vergangenen vier Wochen erstellt. Für jedes benötige er zwischen 15 und 20 Arbeitsstunden, sagt er.

Der Altruismus der Community

Dass nicht nur die Entwickler, sondern auch Spieler Geld verdienen können, ist nicht neu. In World of Warcraft etwa lassen sich Spieler mieten, die Charaktere hochleveln, lässt sich Gold sammeln oder Unterstützung bei kniffligen Quests anbieten. Doch der Fall von Bryan Shannon ist anders. Seine Gebäude sind nämlich für alle Spieler und nicht bloß die zahlenden Unterstützer erhältlich. Die bezahlen Shannon also vor allem aus Altruismus - weil sie in seiner Arbeit einen Nutzen für die gesamte Community von Cities: Skylines sehen.

Das Beispiel zeigt, welche Auswirkungen die sogenannten Modifikationen, kurz Mods, inzwischen auf die Spieleszene haben. Die Entwickler von Cities: Skylines rufen die Spieler dazu auf, eigene Inhalte zu erstellen und gleichzeitig wieder mit der Community zu teilen. Gebäude und Objekte von Drittentwicklern können einfach in bestehende Städte importiert werden. Davon profitieren nicht nur die Spieler, sondern auch die Entwickler: Je aktiver die Community, desto attraktiver ist das Spiel für alte und neue Spieler.

Mit Mods lässt sich nicht einfach Geld verdienen 
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H4ndy 11. Apr 2015

Man bekommt mit dem einfachen Kurventool bereits sehr kompakte Kreisel hin (ich sag mal...

ploedman 10. Apr 2015

Da fällt mir spontan EVE Online ein.

Hotohori 10. Apr 2015

Könnte wirklich eine Bereicherung für solche Spiele sein, wenn gute Modder entsprechend...


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