Cisco-Studie: Ein guter Datenschutzplan verhindert Geldverluste
Vor dem Inkrafttreten der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung am 25. Mai 2018 hat der Netzwerkhersteller Cisco eine Datenschutzstudie in Unternehmen(öffnet im neuen Fenster) durchgeführt. Das Ergebnis: Anstrengungen zum Datenschutz, um dem Gesetz zu entsprechen, verzögern den Verkaufszyklus der befragten Unternehmen um durchschnittlich 7,8 Wochen. In Deutschland sind es sogar 8,3 Wochen. China und Russland scheinen hingegen relativ anpassungsfähig zu sein. Dort sind es im Durchschnitt 2,8 respektive 3,3 Wochen.
Die mit Abstand am deutlichsten betroffene Branche sind Regierungsbehörden. Dort soll sich der Bearbeitungszyklus laut einer Grafik um bis zu 19 Wochen verzögern, gefolgt vom Gesundheitswesen mit 10 Wochen Verzug. Agiler sind der Energiesektor mit 2 und die Pharmaindustrie mit 2,5 Wochen von der Kundenakquise bis hin zum Vertragsabschluss.
Das kann mehrere Ursachen haben: Beispielsweise könnten die weniger betroffenen Branchen bereits gut auf die kommenden Datenschutzrichtlinien vorbereitet sein – oder sie interessieren sich dafür einfach weniger. Das Problem kann aber auch an langen Entscheidungswegen innerhalb der Unternehmensstruktur liegen. In Behörden sind diese typischerweise sehr komplex.
Besserer Datenschutz gleich weniger Geldverlust
Einen Zusammenhang zwischen der Datenschutzreife eines Unterrnehmens und der Verzögerung im Verkauf scheint es zumindest laut Cisco zu geben. Je etablierter Datenschutz in der Unternehmenstrategie ist, desto kürzer scheint die Verzögerung zu sein. Nach dem Aicpa/cica-Modell als optimiert geltende Unternehmen rechnen nur mit 3,4 Wochen Verzögerung. Ad-Hoc-Firmen, die nur ungenügende Datenschutzmaßnahmen impelementiert haben, schätzen den Verzug auf 16,8 Wochen.
Einen ähnlichen Trend sieht Cisco beim Verlust von Geldwerten. Je besser Datenschutz praktiziert werde, desto weniger Geld gehe durch Verletzungen der Privatsphäre und Angriffe verloren. 74 Prozent der als Ad-Hoc eingestuften Unternehmen berichteten von Verlusten von über 500.000 US-Dollar durch mangelhaften Datenschutz. Bei optimierten Organisationen seien es nur noch 39 Prozent.
Datenschutz kann also wohl auch greifbare Geldwerte schützen. Allerdings ist die Investition in ausreichende IT-Hardware eine Hürde, die gerade kleine Unternehmen schwer überwinden können.
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