Cipsoft: Tibia-Entwickler zahlt im Schnitt 43.500 Euro Bonus aus

Während die Spielebranche in einer Krise steckt , sticht die Meldung des Regensburger Entwicklers Cipsoft umso mehr hervor. Deren Beschäftigte haben für das vergangene Jahr einen Bonus von im Schnitt 43.500 Euro erhalten.
In einem Interview mit Der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) erklärte Cipsoft-Chef Stephan Vogler die Gewinnbeteiligung. "2023 war unser Jahresgewinn 24,5 Millionen Euro, die Mitarbeiter haben also ungefähr 3,6 Millionen Euro bekommen" , sagte er.
Nicht jeder Beschäftigte bekommt aber die volle Gewinnbeteiligung ausgezahlt. Man müsse zweieinhalb Jahre beim Unternehmen sein, im vergangenen Jahr seien das 67 Angestellte gewesen. Die Werksstudenten wären als Minijobber so etwa davon ausgenommen, erklärt Vogler in dem Interview.
Gehaltstransparenz mit Seltenheitswert
Seit 2010 verteilt das Unternehmen ein Viertel des Jahresgewinns an seine Beschäftigten, so Vogler. Vorher sei es ein Fünftel gewesen. Eingeführt habe man die Gewinnbeteiligung bereits im Jahr 2004.
Dass Unternehmen die Bezahlung ihrer Beschäftigten transparent machen , ist freiwillig. Das Hamburger Spielestudio Innogames aktualisierte in diesem Jahr seine Gehaltstabellen und gab so einen Eindruck davon, wie viel Juniors und Seniors in verschiedenen Bereichen der Spieleentwicklung verdienen können.
Schlechte Nachrichten überschatten die gute Stimmung
Die Gewinnbeteiligung ist besonders bemerkenswert, wenn man den Zustand der restlichen deutschen Spielebranche im Blick behält. Diese war zuletzt von Entlassungen und Studioschließungen überschattet.
"Die schlechten Nachrichten, die uns in letzter Zeit von vielen befreundeten Entwicklerstudios erreicht haben, machen es uns schwer, unsere hervorragenden Zahlen wie in den vergangenen Jahren zu feiern" , schrieb Vogler in der Ankündigung des Geschäftsberichts.
Den Erfolg verdanke das Unternehmen der treuen Community von Tibia , das bereits seit 1997 läuft - und damit vier Jahre vor der Gründung von Cipsoft im Jahr 2001 an den Start ging.



