Der Log-Viewer oder: Der Nachmittag geht dahin
Und dann ist da noch der Log-Viewer selbst. Ich habe jedes nur erdenkliche CI-System verwendet, und der Github-Actions-Log-Viewer ist der einzige, der meinen Browser zum Absturz gebracht hat. Nicht nur einmal, sondern immer wieder. Zuverlässig.
Öffnet man ein langes Build-Protokoll und versucht, einen Fehler zu suchen, stürzt Chrome ab. Um das nochmal deutlich zu machen: Wir sprechen hier vom Log-Viewer für das beliebteste CI-System der Welt, dem Tool, das man benutzen soll, um zu verstehen, warum ein Build fehlgeschlagen ist. Und dann hält es dem Kontakt mit seiner eigenen Ausgabe nicht stand.
Bei umfangreichen Logdateien (und wenn man ein richtiges Build-System hat, hat man sie) kann man oft nicht einmal bis zum Ende scrollen. Die Seite gibt einfach auf.
Technisch gesehen ist die Scrollbar zwar da, aber sie ist nur Dekoration, ein Vorschlag. Zieht man sie nach unten, stottert und ruckelt die Seite, bis man merkt, dass man so nicht ans Ziel kommt. Also lädt man das rohe Log-Artefakt herunter und öffnet es in einem Texteditor. Fast so, als befände man sich im Jahr 2003 und würde Apache-Zugriffsprotokolle auf einem Shared-Hosting-Server lesen. Nur: Wir sind im Jahr 2025 (Die Übersetzung wurde 2025 veröffentlicht, Anm. d. Red.)und es handelt sich hier um ein Produkt, das von einem der reichsten Unternehmen der Welt hergestellt wurde.
Es gibt kein Zurück
Ist man endlich fertig, hat den Fehler gefunden, die Enttäuschung verdaut und möchte zum Pull Request zurückkehren, der diese ganze Quälerei ausgelöst hat, klickt man auf die Zurück-Schaltfläche. Ob man dann wohl zum Pull Request zurückkommt? Nein.
Man landet auf einer anderen Seite in der Github-Actions-Benutzeroberfläche. Vielleicht auf einer Übersichtsseite, bei einem anderen Run oder auf einer Seite, die man nicht kennt. Die Zurück-Schaltfläche in der Github-Actions-Benutzeroberfläche ist wie ein Rouletterad. Man landet irgendwo, nur nicht da, wo man hinwollte.
Klickt man erneut auf Zurück, landet man wieder woanders. Schließlich gibt man auf und tippt die PR-URL aus dem Gedächtnis ein oder sucht sie im Browserverlauf, der mittlerweile zu 80 Prozent aus Github-Actions-URLs besteht – was einem später noch auf die Füße fallen wird, wenn man wieder hineinschaut.
Die Logs haben einen also im Stich gelassen oder konnten vielleicht sogar gar nicht erst angezeigt werden. Nun beginnt das zweite Ritual: das Debugging.
Man führt einen Commit durch, wartet, ein Runner nimmt ihn auf. Man beobachtet, wie die Logs vorbeiziehen. Etwas schlägt fehl. Der Fehler sieht aus, als hätte jemand einen Stacktrace durch einen Aktenvernichter gejagt und ihn anschließend angezündet.
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