Die kleinen Freuden
Mit Buildkite kann man benutzerdefinierte Emojis bauen. So kann man zum Beispiel ein kleines :parrot: oder :docker: oder das benutzerdefinierte Team-Emoji neben Pipeline-Schritten platzieren. Objektiv betrachtet ist die Funktion ziemlich belanglos. Trotzdem schätze ich sie besonders an Buildkite, weil es etwas über die Menschen aussagt, die das Tool entwickelt haben.
Sie haben sich überlegt, wie es sich anfühlen soll, ihr Produkt zu nutzen. Ihnen war klar, dass CI mühsam ist, und sie haben sich eine lustige Kleinigkeit überlegt, um es ein bisschen erträglicher zu machen. Github Actions würde so etwas niemals tun. Man merkt, dass es von Menschen entworfen wurde, die sich nie gefragt haben: "Macht es auch Spaß?"
Buildkite wurde von Leuten entwickelt, die CI offensichtlich jeden Tag nutzen und sich intensiv Gedanken darüber gemacht haben, wie man es angenehm gestalten kann. Das Ergebnis ist ein Tool, das zwar nicht gerade Freude macht, aber auch nicht den Impuls weckt, sich einfach nur unter der Decke zu verkriechen. Das ist in diesem Kontext schon ein großes Lob.
Aber das nutzen doch alle!
Ja, Github Actions hat sich durchgesetzt. Aber nicht, weil es gut ist, sondern weil es der Standard ist. Es ist für öffentliche Repos kostenlos, in die Plattform integriert, die ohnehin schon jeder nutzt, und irgendwie gut genug. Es ist der Internet Explorer der CI – einfach dabei. Die Leute nutzen es, weil die Umstellungskosten hoch sind, das Leben endlich ist, und wir alle nur Code veröffentlichen und dann nach Hause gehen wollen.
Für kleine Teams mit einer einfachen App und unkomplizierten Tests ist das wahrscheinlich in Ordnung. Sie haben keinen Grund, sich davon zu verabschieden. Aber wer ein echtes Produktionssystem betreibt, ein Monorepo hat und Builds, die länger als fünf Minuten dauern, wer Wert auf die Sicherheit der Lieferkette legt und seine CI selbst in der Hand haben will, sollte sich Buildkite anschauen.
Ich mache meinen Job schon seit Ewigkeiten und habe viele CI-Systeme kommen und gehen sehen. Ich habe sogar selbst so ein System mitaufgebaut. Dabei habe ich immer dasselbe Muster beobachtet: Das erfolgreichste CI ist nie das beste, sondern das System, das den leichtesten Einstieg bietet.
Und der Einstieg ist mit Github Actions am einfachsten. Doch für alles, was danach kommt, ist Buildkite besser. Und falls man von seinem CI noch nicht komplett zermürbt ist, und das YAML einen noch nicht total fertiggemacht hat, kommt es auf lange Sicht genau darauf an.
Übersetzung: Juliane Gunardono mit Unterstützung von DeepL
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