Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Linux derzeit ohne Ton

Neben Windows haben wir das Unibook mithilfe der Phoronix Test Suite (PTS) unter Ubuntu 26.04 getestet. Im Gegensatz zum Zenbook Duo (Test) lief dabei alles wie erwartet.

Mit einer Ausnahme: Die Lautsprecher geben keinen Ton von sich. Das liegt, wie sich herausstellt, am verbauten Audio-Codec (Everest Semiconductor ES9356). Der Treiber hierfür findet sich erst im gerade veröffentlichten Kernel 7.2. Besonders gut klingen die Lautsprecher leider auch nicht, uns sind besonders die schrillen Höhen aufgefallen.

Beim Supercomputer-Benchmark High Performance Linpack (HPL) zeigt sich die Bedeutung des hohen PL2: Hier kommt der Core 3 304 mit 148,2 GFlops auf knapp 85 Prozent der Leistung aller acht E-Cores eines Core Ultra X9 388H. Dabei liegt die Leistungsaufnahme bei über 38 W, und der Lüfter macht sich deutlich bemerkbar. Den HPL-Lauf mit 20.000 x 20.000 Matrixelementen schafft der Prozessor in knapp 36 Sekunden, fast innerhalb des PL2-Zeitlimits. Langfristig kann das Unibook eine Leistungsaufnahme von rund 32 W halten.

Die Auswirkungen zeigt ein Benchmark mit der FFT-Bibliothek FFTW: Bei einer 2D-Transformation mit 4.096 Punkten kommt der Prozessor mit 31,3 GFlops auf einen niedrigeren Wert als mit halb so vielen Abtastpunkten (34,3 GFlops). Der Grund ist die längere Laufzeit, weshalb der anfängliche Boost weniger ins Gewicht fällt. Damit übertrifft die CPU aber sogar Desktop-Prozessoren der 10. und 11. Core-Generation.

Beim Packprogramm 7zip kommt der Core 3 304 bei Kompression mit 28.333 MIPS kaum über den Wert, den beim Core Ultra X9 388H allein die LP-E-Cores erreichen (26.868 MIPS). Der Grund dafür dürfte sein, dass der P- und die LP-E-Cores des Core 3 304 sich keinen Cache teilen. Bei der Dekompression hingegen ist das kein Hindernis, der Core 3 304 erreicht hier mit 28.429 MIPS sogar einen höheren Wert.

Für gelegentliches Programmieren und Scripts brauchbar

Zum Kompilieren des Linux-Kernels hingegen braucht der Core 3 304 teils sogar länger als ältere Raptor-Lake-Mobilprozessoren. Die nutzen dafür allerdings mehr Kerne und haben ein größeres Leistungsbudget zur Verfügung. Der Kernel 7.0 ist nach 317,7 s fertig, der Kernel 6.15 nach 290 s, jeweils mit der Standardkonfiguration (defconfig).

Bei Pybench sortiert sich der Core 3 304 mit einer mittleren Testlaufzeit von 398 ms auf dem Niveau aktueller Desktop-CPUs ein – dank des leistungsfähigen P-Cores. Bei Numpy kommt er mit 566 Punkten sogar fast an Apples M1-Prozessoren heran. Eine echte Entwicklerplattform ist Wildcat Lake wie zu erwarten nicht, zeigt aber insbesondere bei interpretierten Sprachen, die nur einen Kern nutzen, eine ordentliche Leistung.

Wildcat-Lake-NPU schlägt Meteor Lake

Unter Linux haben wir auch die NPU anhand unseres Testkonzepts (g+) unter die Lupe genommen. Die erweist sich als unerwartet leistungsfähig, sie liegt bei 8-Bit-Ganzzahlen (Int8) auf dem Niveau der Meteor-Lake-NPU oder übertrifft sie sogar. Bei Int4-quantisierten Modellen liegt auch bei Wildcat Lake die GPU dank XMX-Kernen vorn, die dieses Format nativ unterstützen.

Auch beim Energiebedarf zeigt sich ein vertrautes Bild: Hier liegt die NPU stets vorn, interessanterweise schneidet aber ein größerer Core Ultra X7 358H in den meisten Tests sogar noch besser ab. Das dürfte darauf zurückzuführen sein, dass dieser aufgrund der deutlich höheren Token-Rate schneller mit der Aufgabe fertig ist. Da wir die Package Power über Intels RAPL-Schnittstelle (Running Average Power Limit) erfassen, wird die Grundlast über die komplette zur Generierung benötigte Zeit mit gemessen.

Wieder einmal zeigt sich aber, dass die oft werbewirksam ausgewiesene Rechenleistung in Tops (Billionen Operationen pro Sekunde) nur ein grober Anhaltspunkt ist: So erreicht die im Vergleich zu Meteor Lake auf dem Papier 36 Prozent schnellere NPU des Wildcat-Lake-SoC bei Qwen3 4B etwa nur eine 25 Prozent höhere Leistung. Hier spielt auch die Speicherbandbreite eine wichtige Rolle, was uns zum Fazit bringt.


Relevante Themen