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Chuwi Higame im Kurztest: Schlanke, schicke, schnelle Flugzeugturbine

Das Higame von Chuwi ist wie Intels NUC ein Mini-PC mit einem Kaby-Lake-G-Prozessor. Die RX-Vega-M-Grafikeinheit und die Intel-CPU leisten gute Arbeit, trotzdem enttäuscht die Box im Vergleich zum Konkurrenten.

Ein Test von veröffentlicht am
Das Higame ist eine leistungsfähige Box.
Das Higame ist eine leistungsfähige Box. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)

Wo sind eigentlich die ganzen PCs mit Kaby Lake G? Intels Kombination aus Intel-CPU und Polaris-/Vega-Grafikchip von AMD scheint bei Herstellern kaum Anklang zu finden. Einzig der chinesische Hersteller Chuwi, der für mehr oder weniger offensichtliche Kopien bekannter Hardware bekannt ist, konnte mit dem Higame einen Mini-PC finanzieren, der sich neben dem NUC von Intel (Test) platziert - als kleine und leistungsfähige Maschine, die darauf wartet, zu einem funktionalen Multimedia-PC umgebaut zu werden.

Inhalt:
  1. Chuwi Higame im Kurztest: Schlanke, schicke, schnelle Flugzeugturbine
  2. Potenter Gaming-Würfel mit langsamer SSD
  3. Verfügbarkeit und Fazit

In unserem kurzen Test scheint das aber nicht zu funktionieren. Denn wie der Hersteller selbst sagt, handelt es sich noch um ein nicht ganz ausgefeiltes Produkt, einen Prototyp. Unser größter Kritikpunkt: die Lautstärke. Mit viel Arbeit kann der kleine PC zwar ein gutes Gerät werden. Dazu muss der Hersteller aber die Preisvorstellung deutlich nach unten korrigieren. Auch vernünftige Treiber und Linux-Unterstützung wären nicht verkehrt. Chuwi sollte außerdem keine Erwartungen schüren, die das Unternehmen nicht erfüllen kann.

Dass das Interesse an Kaby Lake G da ist, zeigt die Finanzierung des Higame: Mehr als 400.000 US-Dollar sammelte das Gerät bereits auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo. Allerdings ist der PC mit 1.000 US-Dollar für unser Testmuster nicht gerade preiswert - ein Punkt, der schon negativ beim Intel NUC auffällt. Die Variante mit Core-i7-CPU und schnellerer Radeon RX Vega M GH kostet noch einmal 200 US-Dollar mehr. Der Preis wird nach der Crowdfunding-Kampagne zudem weiter steigen.

Das Gehäuse ist dem Hersteller sehr gut gelungen. Die kleine Box ist lediglich 19,7 x 15,7 x 7,6 cm groß und passt damit so gut wie überall hin. Das Gehäuse ist in dunkelgrauem Aluminium gehalten. Es fühlt sich sehr hochwertig an. Ein nettes Designelement sind die kleinen Griffe, die zugleich als Standfüße genutzt werden können.

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An Anschlüssen fehlt es ebenfalls nicht. Auf der Rückseite sind zwei Displayport-1.3-Anschlüsse und zwei HDMI-2.0-Buchsen angebracht. Es lassen sich damit vier Monitore gleichzeitig anschließen. Dazu kommen fünf USB-A-3.0-Anschlüsse und Gigabit-Ethernet (RJ45). An der Front finden wir zudem einen Thunderbolt-3-Port vor - sehr gut. Hier ist der Higame der Konkurrenz von Intel überlegen.

  • An Anschlüssen mangelt es dem Higame nicht. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Der Lüfter ist viel zu laut und hat ein großes Spiel. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • 8 GByte RAM sind vorinstalliert. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Der M.2-Slot erkennt nur SATA-SSDs. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Platz für weitere-SATA-Laufwerke (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Im Innern ist nicht mehr viel Platz. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Nur eines der zwei Lüftungsgitter hat eine Funktion. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Das Higame ist klein und schick. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • An der Front ist ein Thunderbolt-3-Port angebracht. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Trotz der großen Lüftungsschlitze ist das Higame laut. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Das Higame hat viele Anschlüsse. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Das Chuwi-Logo ist dezent gehalten. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Hardwareübersicht des Higame (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Eine für SATA typische SSD-Geschwindigkeit (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
An Anschlüssen mangelt es dem Higame nicht. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)

Schön ist auch die Erweiterbarkeit der Hardware, die Chuwi mit ein wenig Schrauben ermöglicht. Das Higame kommt mit einem vorinstallierten 8-GByte-DDR4-Arbeitsspeichermodul, allerdings können wir einen zweiten Riegel später nachrüsten. Mit einem Stretch Goal von 600.000 US-Dollar auf Indiegogo soll es anpassbare Higames mit mehr RAM und Massenspeicher geben - ohne Aufpreis. Bis dahin müssen wir das selbst erledigen.

Eine interne Baustelle

Dabei fällt uns auf, dass auf dem SoC ein ziemlich kleiner Lüfter aufgebaut ist, der zudem großes Spiel hat. Die Gehäuseabdeckung suggeriert durch die zwei Lüftungsgitter mindestens einen zweiten Kühler. Stattdessen können wir an dieser Stelle ein optionales 2,5-Zoll-Laufwerk einbauen. Das mag für mehr Speicherkapazität von Vorteil sein, ist jedoch eine Ursache für das größte Problem des Higame: das laute Betriebsgeräusch unter Last, das fast wie eine Miniturbine klingt.

Die hohe Lautstärke fällt auf, sobald wir testweise das erste Spiel starten. Zu beachten ist, dass das Gerät unter Spielelast in etwa 90 Watt zieht - eine bewältigbare Last, möchten wir annehmen. Allerdings dreht der Kühler direkt nach dem Start von Counter Strike Global Offensive auf und bleibt auf diesem Level, bis wir die Anwendung schließen. Dann geht das merkwürdige Verhalten weiter: Erst nach einigen Minuten dreht der Lüfter wieder herunter - wie das Abklingen der Flugzeugmaschine nach dem Landen. Im Idle-Zustand ist das System hingegen sehr leise. Auch beim Schauen von Netflix-Serien hören wir vom Lüfter nicht viel.

  • An Anschlüssen mangelt es dem Higame nicht. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Der Lüfter ist viel zu laut und hat ein großes Spiel. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • 8 GByte RAM sind vorinstalliert. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Der M.2-Slot erkennt nur SATA-SSDs. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Platz für weitere-SATA-Laufwerke (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Im Innern ist nicht mehr viel Platz. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Nur eines der zwei Lüftungsgitter hat eine Funktion. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Das Higame ist klein und schick. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • An der Front ist ein Thunderbolt-3-Port angebracht. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Trotz der großen Lüftungsschlitze ist das Higame laut. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Das Higame hat viele Anschlüsse. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Das Chuwi-Logo ist dezent gehalten. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Hardwareübersicht des Higame (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Eine für SATA typische SSD-Geschwindigkeit (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
Der Lüfter ist viel zu laut und hat ein großes Spiel. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)

Die Lautstärke erhöht sich unter zunehmender Last zunehmend, da das Gehäuse des Higame anfängt zu vibrieren. Laut Aussagen des Herstellers handelt es sich um einen kugelgelagerten Lüfter. Chuwi verspricht, in Zukunft einen Lüfter mit Gleitlager zu verbauen. Dabei wäre es sinnvoll, die Kühleinheit generell größer zu gestalten, auch wenn dabei der 2,5-Zoll-Schacht geopfert werden müsste.

Wenn wir die Lautstärke aushalten können, erweist sich das Higame erwartungsgemäß als solides Gerät zum Spielen oder als Arbeitsrechner. Allerdings hält die SSD nicht, was der Hersteller verspricht.

Potenter Gaming-Würfel mit langsamer SSD 
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chithanh 08. Sep 2018

Welchen Preis hat Golem denn erwartet? Hades Canyon kostet auch rund 900 Euro in der...

CruZer 06. Sep 2018

+1 /fullack


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