Chuo Shinkansen: Baugenehmigung für Japans Highspeed-Magnetbahn für den Fernverkehr
Die erste Hochgeschwindigkeits-Magnetschwebebahn für den Fernverkehr in Japan kann gebaut werden. Das berichtete der öffentlich-rechtliche japanische Sender NHK World(öffnet im neuen Fenster). Umweltbedenken hatten den Baubeginn der weltweit schnellsten Magnetschwebebahn Linear Chūō-Shinkansen zuvor um Jahre verzögert. Nach einer Einigung zwischen den beteiligten Parteien können die notwendigen Streckenarbeiten in der Region Shizuoka nun beginnen(öffnet im neuen Fenster).
Der Bauabschnitt zwischen den Bahnhöfen Nagoya und Shinagawa (Tokio) war der Auslöser für die Verzögerungen. Für die Strecke sind aufgrund des anspruchsvollen Geländes und der hohen Geschwindigkeitsanforderungen überwiegend Gebirgstunnel vorgesehen.
Ursache des Streits und der Bauverzögerungen
Die großflächigen Tunnelbauarbeiten auf dem Flusslauf des 168 Kilometer langen Ōi-gawa, eines bedeutenden Flusses in der Präfektur Shizuoka, waren der Auslöser des Streits. Es wurde befürchtet, dass der Fluss durch die Baumaßnahmen zu viel Wasser verlieren würde.
Der Konflikt führte dazu, dass die geplante Eröffnung der neuen Linie nicht mehr im Jahr 2027 erfolgen kann. Da die verantwortliche Bahngesellschaft JR Central jedoch strengere Maßnahmen zum Schutz der Wasserressourcen umsetzen will, kann der Bau jetzt offiziell beginnen. Lokale Behörden und Umweltorganisationen werden die Arbeiten überwachen. Durch die bisherigen Verzögerungen wird die Strecke zwischen den Bahnhöfen Nagoya und Shinagawa aber frühestens 2037 eröffnet.
Höchstgeschwindigkeit: 500 km/h
Auf der geplanten Strecke soll der japanische Bullettrain Chūō-Shinkansen eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 500 km/h erreichen. Die Reisezeit zwischen Tokio und Nagoya soll damit auf 40 Minuten verkürzt werden.
In einer weiteren Ausbauphase soll Osaka in der Kansai-Region an die Strecke angeschlossen werden. Die schnellste Zugverbindung von Shinagawa nach Osaka, mit einem Zwischenstopp in Nara, soll dann lediglich 67 Minuten dauern. Der Nozomi-Shinkansen, Japans schnellster Bullettrain, benötigt dafür zwei Stunden und 15 Minuten. Neben dem Nozomi-Shinkansen soll der Local-Chūō-Shinkansen die Strecke nutzen und mehrere Haltestellen anfahren.
Mit dem ungefähr 60 Milliarden Euro teuren Projekt(öffnet im neuen Fenster) soll auch die reguläre Strecke entlastet werden, wodurch der Einsatz von mehr regionalen und langsameren Shinkansen erhöht werden kann.
Der Chūō-Shinkansen ist vorerst die weltweit schnellste Magnetschwebebahn. In China wird indes die heimische Transrapid-Technik bereits verbessert. Zukünftig sollen Geschwindigkeiten von 600 km/h oder mehr erreicht werden. Auf einer Teststrecke waren es bereits 650 km/h.


