Chromium-Browser: Vivaldi 2.4 erhält Browser-Profile

Vivaldi hat eine neue Version des gleichnamigen Browsers veröffentlicht. Die wichtigste Neuerung ist die Einführung von Nutzerprofilen. Laut Vivaldi gehört diese Neuerung zu den Funktionen, die sich Anwender schon lange gewünscht hätten. Mit Nutzerprofilen ist es nun möglich, komplett unabhängige Vivaldi-Instanzen verwenden zu können.
Für jedes Profil kann Vivaldi sehr individuell eingestellt werden. Die Profile können etwa dazu dienen, private und berufliche Webseiten voneinander zu trennen. Ein weiterer Einsatzzweck wäre eine Browser-Sitzung speziell für Kinder, wobei diese unabhängig von der Hauptinstanz das Internet nutzen können. Jedes Profil hat eigene Einstellungen, Lesezeichen, Erweiterungen und auch einen eigenen Verlauf. Wenn ein neues Profil angelegt wird, ist das so eingestellt, wie eine neue Vivaldi-Installation. Es wird nicht die bestehende Konfiguration übernommen.
Der Nutzer muss sich den Browser im neuen Profil bei Bedarf also erst noch anpassen. Bislang gibt es noch keine Möglichkeit, die Einstellungen eines bestehenden Profils in ein neues zu importieren. Standardmäßig legt Vivaldi auch ein Gastprofil an, sodass Vivaldi-Nutzer anderen dieses bei Bedarf öffnen können, ohne dass das eigene Vivaldi-Profil dadurch verändert werden könnte.
Mobile Vivaldi-Version in Arbeit
Die Profile können auch über die Synchronisationsfunktion von Vivaldi abgeglichen werden. Vivaldi teilte Golem.de zudem mit, dass die Arbeiten an einer mobilen Version von Vivaldi gut vorankämen und in Kürze eine erste öffentliche Vorabversion von Vivaldi für Smartphones erscheinen werde.
Mit der aktuellen Vivaldi-Version lassen sich die Buttons der Adress- und Statusleiste beliebig umsortieren. Dazu kann der gewünschte Button bei gedrückter Shift-Taste mit der Maus verschoben werden. Bereits seit Vivaldi 2.2 lassen sich die Buttons in der Adress- und Statusleiste ausblenden. Der Nutzer kann so das Erscheinungsbild der Toolleisten im Browser seinen Bedürfnissen anpassen. Zudem lassen sich zuvor ausgewählte Tabs mit einem Befehl als Lesezeichen ablegen.
Vivaldi kann rechnen
Mit der Version 2.4 bekommt Vivaldi außerdem eine Rechenfunktion. Im Bereich des Schnellbefehls können Rechenaufgaben gelöst werden. Dazu wird die Aufgabe eingetippt und der Nutzer erhält das Ergebnis. Anwender brauchen also nicht erst einen Taschenrechner zu bemühen. Die Funktion ist vor allem für Tastaturnutzer konzipiert. Der Eingabebreich für Schnellbefehle wird standardmäßig mit F2 aufgerufen.
Der Umfang der Schnellbefehle wurde kürzlich umfangreich erweitert.
Vivaldi mit vielen Schnellbefehlen
Mit der Version 2.1 von Vivaldi gab es bereits einige neue Schnellbefehle. Wenn noch keine Eingaben gemacht wurden, erscheinen hier die geöffneten Tabs. Werden dann Buchstaben eingegeben, erscheinen alle damit übereinstimmenden Tabs in der Liste, die anderen weden nicht länger angezeigt. Ein Tab-Wechsel kann damit vor allem bei vielen offenen Tabs vereinfacht werden.
Darüber hinaus kann auf diese Weise auch der Verlauf durchsucht werden, um eine kürzlich besuchte Webseite schnell zu finden. Aber auch viele Befehle von Vivaldi selbst können darüber aufgerufen werden, so können etwa Notizen darüber angelegt werden. In den Einstellungen von Vivaldi lässt sich das Verhalten der Schnellbefehle umfangreich konfigurieren. Bei Bedarf können der Verlauf, die Lesezeichen oder die Notizen ignoriert werden.
Mittels der Schnellbefehle lassen sich Lesezeichen besonders schnell aufrufen. Dazu müssen diese vorher bearbeitet werden. Wer Kürzel für seine oft besuchten Lesezeichen hintelegt hat, kann diese unmittelbar aufrufen. Im Schnellbereich genügt es dann, nur das Kürzel einzugeben und unverzüglich öffnet sich die gewünschte Webseite - der Nutzer spart sich damit die Betätigung der Return-Taste. Diese Funktion kann global an- oder ausgeschaltet werden.
Neue Funktionen für Browser-Tabs
Über die Schnellbefehle lassen sich seit Vivaldi 2.2 die Tastenbefehle innerhalb einer Webseite anzeigen, um solche Webseiten gut mit der Tastatur steuern zu können. Zudem können mittels Schnellbefehle gezielt die zuletzt geschlossenen Tabs angezeigt werden. Es ist erklärtes Ziel von Vivaldi, eine möglichst umfangreiche Bedienung mit der Tastatur zu erlauben, damit anspruchsvolle Anwender nicht immer zwischen Maus und Tastatur wechseln müssen. Mit den vielen Funktionen in den Schnellbefehlen wird dieser Anspruch umgesetzt.
Mit Version 2.2 und 2.3 von Vivaldi gab es vor allem umfangreiche Optimierungen an den Funktionen rund um Browser-Tabs. So lassen sich ausgewählte Tabs als eigene Sitzung speichern und auf Wunsch werden zusammengehörige Tabs automatisch zu einem Tabstapel zusammengefasst. Wenn der Nutzer dann aus einem Tab heraus mehrere Links öffnet, werden alle weiteren Tabs zu einem Stapel zusammengefasst. Die Funktion ist abschaltbar und mit Vivaldi 2.4 können Tabstapel nach einem Doppelklick umbenannt werden.
Seit Vivaldi 2.2 lassen sich in Webseiten eingebundene HTML5-Videos in einem eigenen Fenster abspielen. Dies kann dazu genutzt werden, um das Video parallel laufen zu lassen und dabei weiter in der Webseite lesen. Und mit Vivaldi 2.3 gab es einige Neuerungen rund um die Adressleiste. Bei Eingaben können nun bei Bedarf häufig besuchte Seiten ganz nach oben in die erscheinende Liste gepackt werden - noch vor den Lesezeichen.
Vivaldi 2.4(öffnet im neuen Fenster) steht für Windows, Mac und Linux zum Herunterladen bereit. Wer neue Funktionen vorab ausprobieren möchte, kann die Snapshot-Versionen von Vivaldi(öffnet im neuen Fenster) installieren, die meist zuverlässig und stabil arbeiten.
Vivaldi unterscheidet sich von anderen Browsern am Markt durch viele Komfortfunktionen und durch viele Anpassungsmöglichkeiten für den Anwender. Der Nutzer soll den Browser möglichst gut für die eigenen Bedürfnisse einstellen können.



