Abo
  • IT-Karriere:

Chrome und Firefox: CSS-Angriff ermöglicht Rückschlüsse auf iFrame-Inhalte

Ein Seitenkanal in einer CSS-Funktion ermöglicht Rückschlüsse auf die Inhalte von iFrames, die in bösartigen Webseiten eingebaut werden. Forscher konnten so an den Facebook-Namen und das Profilfoto eines Opfers gelangen. Die Lücke ist in Chrome und Firefox behoben.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Angriff nutzt verschiedene Schichten, um die Farbe der untersten abzuleiten.
Der Angriff nutzt verschiedene Schichten, um die Farbe der untersten abzuleiten. (Bild: Ruslan Habalov, Evonide.com)

Mehrere Sicherheitsforscher haben unabhängig voneinander einen Seitenkanal in der CSS3-Funktion Mix-Blend-Mode gefunden, der in den Browsern Chrome und Firefox dazu genutzt werden konnte, Rückschlüsse auf die Inhalte von iFrames zu ziehen, die in bösartigen Webseiten eingebunden werden konnten. Zur Demonstration des erfolgreichen Angriffs konnten die Forscher Ruslan Habalov und Dario Weißer den Facebook-Namen, das Profilfoto sowie den Like-Status einer Webseite des Opfers auslesen, sofern dieses bei Facebook angemeldet gewesen ist.

Stellenmarkt
  1. awinia gmbh, Freiburg
  2. operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, Wolfsburg, Braunschweig, Berlin

Die Sicherheitslücke wurde bereits im vergangenen Jahr unabhängig davon durch Max May gefunden und an das Team des Chrome-Browsers gemeldet. Die Lücke (CVE-2017-15417) ist in Chrome Version 63 behoben worden, die Ende 2017 erschienen ist. Ebenfalls betroffen war auch der Firefox-Browser, der mit der aktuellen Version 60 ein Update zum Schließen der Lücke erhalten hat.

Den Forschern zufolge sind der Internet Explorer und der Edge-Browser nicht von der Lücke betroffen, da diese die verwendete Funktion nicht unterstützen. Apples Safari-Browser sei demnach ebenso nicht für den konkreten Angriff anfällig. Der Forscher Dario Weißer sagte dem US-Magazin Ars Technica jedoch, dass er aufgrund der vielfältigen grafischen Funktionen moderner Webtechniken von weiteren ähnlichen, aber noch nicht bekannten Fehlern ausgehe.

Inhalte errechnen statt auslesen

Der von Habalov und Weißer vorgestellte Angriff umgeht gezielt bestehende Sicherheitsmaßnahmen, die eigentlich die Anzeige von Inhalten externer Seiten verhindern sollen, die per iFrame in eine bösartige Seite eingebettet werden. Der tatsächliche Inhalt des iFrames kann auch weiterhin nicht direkt ausgelesen werden, diesem wird sich vielmehr gezielt angenähert.

Mithilfe des Mix-Blend-Modes von CSS lassen sich Inhalte eines Elements mit dem Hintergrund verschmelzen. Die Forscher nutzen das aus, indem eigene DIV-Schichten über das Element des iFrames gelegt werden, der ausgelesen werden soll.

Da die Angreifer die obenliegenden Schichten manipulieren können, lässt sich die Zeit der grafischen Interaktion mit darunterliegenden Schichten messen. Je nach Farbe des darunterliegenden Pixels dauert die Interaktion unterschiedlich lang. So lässt sich für jedes Pixel des iFrames dessen Farbe näherungsweise bestimmen.

Aus dem daraus entstehenden Bild wiederum können persönlichen Informationen wie eben der Facebook-Name oder auch das Profilfoto gewonnen werden. Besonders effektiv ist der demonstrierte Angriff jedoch nicht. So benötigten die Forscher 20 Sekunden, um den Namen abzuleiten, und sogar fünf Minuten für eine eher schlechte Näherung des originalen Profilfotos.

Zwar habe man den Angriff nur gegen Facebook demonstriert, die Forscher sind sich aber sicher, dass darüber auch eine Vielzahl anderer Informationen anderer Webseiten hätten ausgelesen werden können. "Wir erwarten, dass in den kommenden Jahren immer mehr solcher Schwachstellen entdeckt werden", heißt es am Ende des Blogeintrags der Forscher.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 299,00€
  2. (u. a. Ryzen 5-2600X für 184,90€ oder Sapphire Radeon RX 570 Pulse für 149,00€)
  3. 399€ (Wert der Spiele rund 212€)

Baertiger1980 02. Jun 2018

Das Internet hat keine Zukunft :D

Airblader 01. Jun 2018

... Wird aber nirgendwo erwähnt. Einen Timing-Angriff auf iframes mittels CSS gab es...

Schattenwerk 01. Jun 2018

Praxisnah hin oder her, ich bin immer wieder beeindruckt, wie Menschen doch auf so Ideen...


Folgen Sie uns
       


Anno 1800 - Fazit

Die wunderbare Welt von Anno 1800 schickt Spieler auf Inseln, auf denen sie nach und nach ein riesiges Imperium aufbauen können.

Anno 1800 - Fazit Video aufrufen
Bug Bounty Hunter: Mit Hacker 101-Tutorials zum Millionär
Bug Bounty Hunter
Mit "Hacker 101"-Tutorials zum Millionär

Santiago Lopez hat sich als Junge selbst das Hacken beigebracht und spürt Sicherheitslücken in der Software von Unternehmen auf. Gerade hat er damit seine erste Million verdient. Im Interview mit Golem.de erzählt er von seinem Alltag.
Ein Interview von Maja Hoock

  1. White Hat Hacking In unter zwei Stunden in Universitätsnetzwerke gelangen

Strom-Boje Mittelrhein: Schwimmende Kraftwerke liefern Strom aus dem Rhein
Strom-Boje Mittelrhein
Schwimmende Kraftwerke liefern Strom aus dem Rhein

Ein Unternehmen aus Bingen will die Strömung des Rheins nutzen, um elektrischen Strom zu gewinnen. Es installiert 16 schwimmende Kraftwerke in der Nähe des bekannten Loreley-Felsens.

  1. Speicherung von Überschussstrom Wasserstoff soll bei Engpässen helfen
  2. Energiewende DLR-Forscher bauen Kohlekraftwerke zu Stromspeichern um
  3. Erneuerbare Energien Wellenkraft als Konzentrat

Kontist, N26, Holvi: Neue Banking-Apps machen gute Angebote für Freelancer
Kontist, N26, Holvi
Neue Banking-Apps machen gute Angebote für Freelancer

Ein mobiles und dazu noch kostenloses Geschäftskonto für Freiberufler versprechen Startups wie Kontist, N26 oder Holvi. Doch sind die Newcomer eine Alternative zu den Freelancer-Konten der großen Filialbanken? Ja, sind sie - mit einer kleinen Einschränkung.
Von Björn König


      •  /