Kaum Abstriche bei Chrome OS Flex

Als Schreib- und Web-Surf-Maschine ist das alte Macbook erwartungsgemäß fantastisch. Die Tastatur ist noch immer gut, wenngleich wir beim Touchpad Abstriche machen müssen. Das Scrollen mit zwei Fingern klappt, doch im Gegensatz zu MacOS rollt der Bildschirminhalt nicht weiter, wenn wir aufhören zu streichen.

Pinch-to-Zoom geht, der Rechtsklick mit zwei Fingern ebenfalls, doch die aufwändigeren Gesten sind nicht hinterlegt. Unser größter Kritikpunkt ist die nicht funktionierende Webcam, weswegen wir Konferenzen lediglich per internem Mikrofon beiwohnen können.

Kein Problem, denn natürlich lässt sich allerlei zusätzliche Hardware anschließen. Maus, Tastatur, Monitor, USB-Sticks und Kartenleser, Smartphone, Drucker, Kamera, Xbox-Controller und sogar eine externe Soundkarte laufen klaglos. Letztere ist ohne entsprechende Software natürlich etwas überdimensioniert für Videokonferenzen, daher beschließen wir, das System mit Linux zu erweitern, um sie für Tonaufnahmen mit Audacity zu verwenden.

Der Linux-Modus wird in den Entwicklereinstellungen aktiviert und lädt zunächst einiges an Daten nach. Einen Neustart später haben wir dann ein Terminal zur Verfügung, über das wir großzügig Linux-Programme auf der fast leeren SSD verteilen. Hier stoßen wir an die ersten wirklichen Grenzen.

Datenübertragung mit Filezilla und Tonbearbeitung mit Audacity sowie die Libreoffice-Suite sind ziemlich stabil nutzbar, aber weder Grafikprogramme noch Spiele können zuverlässig gestartet werden. Was uns auffällt: Der Lüfter, der in Chrome OS Flex gar nicht erst startet, dreht unter Linux deutlich hörbar auf. Den Ruhemodus oder ein Zuklappen des Rechners überleben die Linux-Programme nicht, sie bleiben als Zombies in der Taskleiste und verweigern sich jeglicher Eingabe. So müssen wir sie per Rechtsklick endgültig schließen.

Ein anderer Bug tritt auch ohne Linux auf: Sobald wir den Bildschirmhintergrund mit einem Rechtsklick in die freie Fläche ändern wollen, quittiert Chrome OS Flex das mit einem Absturz zum Standard-Desktop und dem Schließen aller Programme. Dazu klicken wir auf den Desktophintergrund, wählen "Hintergrund ändern", suchen uns im erscheinenden Auswahlfenster ein Bild aus und bestätigen - Crash. Wenn wir im Dateibrowser hingegen auf das gewünschte Bild rechts klicken, können wir es problemlos als Hintergrund festlegen.

Für einfache Fotomontagen behelfen wir uns mit dem Onlinetool Photopea, das einen erstaunlichen Funktionsumfang besitzt und auf unserem schwachbrüstigen System sehr flüssig läuft. Dabei sei hinzugefügt, dass wir natürlich keine druckfähigen Auflösungen nutzen und mit wenigen Ebenen auskommen. Trotzdem rettet uns das Programm mehr als einmal, wenn wir unterwegs eine Anfrage aus der Redaktion zur Erstellung oder Änderung eines Bildes bekommen.

  • Es ist nicht sonderlich schnell, aber es geht: Tonbearbeitung mit Audacity im Linux-Modus. (Screenshot: Martin Wolf / Golem.de)
  • Bildbearbeitung funktioniert im Browser in Photopea. (Screenshot: Martin Wolf / Golem.de)
  • Audiotool.com ermöglicht die Erstellung von Musikstücken. (Screenshot: Martin Wolf / Golem.de)
  • Nicht alle Linux-Programme laufen ... (Screenshot: Martin Wolf / Golem.de)
  • ...und wenn doch, stürzen sie spätestens nach dem Ruhemodus ab. (Screenshot: Martin Wolf / Golem.de)
  • Per Remote-Desktop kann natürlich auch aus der Ferne auf den PC zugegriffen werden. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
  • Diese Bildstörungen in der Youtube-App sind eines der wenigen Zeichen für den Entwicklungsstatus von Chrome OS Flex. (Screenshot: Martin Wolf / Golem.de)
Nicht alle Linux-Programme laufen ... (Screenshot: Martin Wolf / Golem.de)

Stichwort unterwegs: Auch hier glänzt unser Macbook Chrome. Wir lernen vor allem, die unkomplizierte Verbindung zu unserem Android-Smartphone zu lieben. Ohne das Telefon aus der Tasche nehmen zu müssen, kann ein WLAN-Hotspot aktiviert werden, sobald wir das Notebook aufklappen. Ein Klick, Internet! Entsperren lässt sich das Notebook ebenfalls über unser Telefon. Die Dateiübertragung mit Nearby-Share überzeugt uns hingegen nicht, denn größere Datenmengen lassen sich nicht ohne Unterbrechungen kopieren.

Aus der Ferne können wir dank Remote-Desktop auf unseren Schnittrechner zugreifen, was mit entsprechend hoher Bandbreite sogar rudimentären Videoschnitt ermöglicht. Das nutzen wir aber nur, um eine Kleinigkeit an einem bereits existierenden Projekt zu ändern.

Auch wenn es theoretisch möglich ist, von extern auf dem Hauptrechner zu arbeiten, macht das keinen Spaß. Denn die Auflösung unseres Bildschirms ist mit 1.366 x 768 Pixeln zu niedrig. Dafür hält der Akku recht lange: Drei Stunden leichte Arbeit oder Filme schauen sind bei voller Displayhelligkeit drin.

Ein Ersatzakku kostet rund 150 Euro, für diese Summe bekommt man jedoch von privat locker ein "neues" Gebrauchtgerät auf den üblichen Plattformen. Ein Akkutausch ist glücklicherweise nicht kompliziert.

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 Chrome OS Flex: Das Apple ChromebookGaming geht nicht 
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<break> 04. Aug 2022

FP4 eventuell ja. Google naja, schwierig. Sicherlich ist die Community groß und man wird...

amagol 13. Jul 2022

Trifft das nicht auf jeden Nutzer zu? Natuerlich gibt es Schmerzen bei der Umstellung...

amagol 12. Jul 2022

Mein Pixelbook ist mein staendiger Begleiter im Buero. Leicht. Kein Luefter. Macht alles...

x2k 11. Jul 2022

Aber es war doch soooo billig! Wie kann denn das schrott sein. Ich kann grad echt...



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