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Das Linux im Linux

Aus der Sicht üblicher Linux-Distributionen wie dem von der Community gepflegten Debian oder dem von Unternehmen unterstützen Fedora, Ubuntu oder Opensuse war Chrome OS immer ein Sonderling. Genau genommen ist Chrome OS eine Art Gentoo-Derivat, nutzt relativ viele Grundlagen von Gentoo und die Entwickler sind sehr fokussiert darauf, möglichst alle eigenen Änderungen am Code in den Hauptzweig ihrer jeweiligen Upstream-Projekte einzupflegen - ganz im Gegensatz zu Android, das damit immer noch reichlich Probleme hat.

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Die bisherigen Nutzer von Chrome OS sollten davon aber nichts mitbekommen. Für sie war das Betriebssystem nicht viel mehr als ein ausgefeilter Browser. Und für die experimentierfreudigen Nutzer gab es ja immer noch Crouton, mit dem eine echte Linux-Umgebung samt Wahlfreiheit und Entwicklerwerkzeugen auf Chromebooks bereitstand. Crostini soll das wie erwähnt nun eben regulär bieten.

Die Installation ist sehr einfach. In den Einstellungen wird die entsprechende Option ausgewählt und ein kurzer Dialog gibt darüber Bescheid, dass die Linux-Umgebung nun installiert wird. Danach steht in der Anwendungsübersicht ein Terminal bereit, das uns direkt auf eine Shell-Umgebung des aktuellen Debian Stretch wirft. Hier können wir direkt wie gewohnt per Apt Pakete installieren, mit Systemd Dienste verwalten und auch eine Entwicklungsumgebung aus Compilern, Werkzeugen und Servern einrichten.

Gut durchdachter Unterbau

Damit das alles so einfach ist, hat das Entwicklerteam von Google viele vorhandene Linux-Techniken kombiniert und auch den eigenen Bedürfnissen angepasst. Herzstück der ganzen Architektur ist das in Rust geschriebene Werkzeug Crosvm. Dabei handelt es sich um einen Virtual-Machine-Monitor, also einen Hypervisor auf Basis von KVM, der als leichtgewichtiger Ersatz von Werkzeugen wie etwa Qemu dienen soll.

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Crosvm nutzt zur Kommunikation zwischen Gast und Hostsystem ausschließlich die VirtIO-Schnittstellen des Linux-Kernels. Darüber hinaus wird aus Sicherheitserwägungen jedes virtualisierte Gerät mit Minijail außerdem in eine Art Sandbox aus Namensräumen und der Seccomp-Technik gesperrt.

Als bisher einziges Gastsystem wird darüber die Termina-VM gestartet, die, wie das Team in der Dokumentation selber schreibt, leider unglücklich benannt ist. Dabei handelt es sich um eine auf das Nötigste abgespeckte Version von Chrome OS selbst, die nur möglichst schnell starten soll. Hierin läuft wiederum LXD, das für die Verwaltung von Containern genutzt werden kann und hier vor allem für den standardmäßig genutzten Debian-Container, der Penguin heißt.

Eine VM mit vielen Zusatzdiensten

Zugriff auf die bereits erwähnten Werkzeuge erhalten Nutzer zunächst über Crosh, die minimale Terminal-Umgebung von Chrome OS. Dort kann das Werkzeug Vmc genutzt werden, um auch manuell die Termina-VM zu starten oder zu beenden. Noch ist hier tatsächlich nur die Nutzung von Termina möglich, Google arbeitet derzeit aber an einer Technik für sogenannte Plugin-VMs, mit der auch andere Betriebssysteme genutzt werden können.

Der weitere Aufbau soll hier nur kurz erwähnt werden und findet sich detailliert und gut beschrieben in der Dokumentation des Projekts. Die Kommunikation zwischen Host und Gast-VM geschieht per gRPC über Vsock. Die Verwaltung von VM und Container auf Hostseite übernimmt dabei der Daemon Concierge, auf Gastseite dann der Dienst Maitred, der auch aus Init-Dienst im Gast fungiert.

Dazu kommen weiter spezialisierte Dienste wie der Wrapper für LXD, Tremplin, der Daemon Cicerone für den laufenden Betrieb und Seneschal, das für die Dateisystemkommunikation über einem 9P-Server und das gleichnamige Dateisystemprotokoll sorgt.

In dem von der VM gehosteten Container genutzt werden dann außerdem der Dienst Garcon, der sich mit Cicerone auf dem Host verknüpft, und Sommelier als Proxy-Compositor für Wayland, der Inhalte und Events an das Hostsystem weiterreicht, wo diese schließlich gerendert werden. Sommelier kann außerdem einen XWayland-Server starten und die Umgebung somit auch X11-Anwendungen darstellen.

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Unix_Linux 15. Mär 2019

hahaha

superdachs 07. Mär 2019

Wenn das einfach nur ein datenträgerabbild ist nenn die Datei doch einfach um...

superdachs 07. Mär 2019

"App Stores" unter Linux sind im Prinzip ein ganz alter Hut. (Siehe unten) Einen...

narfomat 05. Mär 2019

was nicht viel heisst... ^^

mcnesium 05. Mär 2019

Du sagst es. Darum habe ich mich auch kein Stück über Google beschwert, sondern über den...


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