Chrome: Google soll Probleme mit Inkognito-Modus ignoriert haben
Bereits im Jahr 2019 sei der Google-CEO Sundar Pichai davor gewarnt worden, den Inkognito-Modus des eigenen Chrome-Browsers mit dem Wort "privat" zu vermarkten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Gerichtsdokumente. Doch trotz dieser angesprochenen Probleme soll sich das Unternehmen gegen eine Abkehr entschieden haben, damit die Funktion nicht "ins Rampenlicht" gerate.
Hintergrund der Auseinandersetzung ist eine Klage gegen Google aus dem Juni 2020(öffnet im neuen Fenster) , bei der bis zu 5 Milliarden US-Dollar Schadensersatz gefordert werden. Dem Browser-Hersteller wird darin vorgeworfen, die Privatsphäre von Millionen von Nutzern verletzt zu haben, indem der Konzern das Nutzerverhalten auch noch im sogenannten privaten Modus des Browser verfolgte.
In dem Gerichtsdokument schreiben die Anwälte der klagenden Nutzer unter Verweis auf Dokumente von Google, Pichai "wurde 2019 im Rahmen eines von [Chief Marketing Officer Lorraine] Twohill vorangetriebenen Projekts darüber informiert, dass Incognito nicht als 'privat' bezeichnet werden sollte, da dies 'die Gefahr birgt, bekannte Missverständnisse über den Schutz des Inkognito-Modus zu verschärfen'" . Pichai habe sich dann aber dazu entschieden, nicht näher darauf einzugehen, um eventuellen Problemen nicht noch mehr Raum zu geben.
Google sagte zu Reuters, bei den zitierten Nachrichten handele es sich um falsch wiedergegebene "E-Mails, die sich auf unzusammenhängende Berichte aus zweiter und dritter Hand beziehen" . Darüber hinaus seien "auch Begriffe wie 'privat', 'anonym' und 'unsichtbar' mit dem richtigen Kontext 'sehr hilfreich' bei der Erklärung von Inkognito" , worauf die Anwälte von Google laut Reuters in dem Verfahren hinwiesen.
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