Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Chrome: Google-Entwickler zerpflückt Antiviren-Addon

Eine Chrome-Erweiterung des Antiviren-Herstellers AVG habe so viele Sicherheitslücken gehabt, dass es auch Malware hätte sein können, schreibt ein Google-Entwickler. Die Fehler sind zwar behoben, das Addon könnte aber trotzdem aus dem Chrome-Store verbannt werden.
/ Sebastian Grüner
23 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Die Erweiterung von AVG steht noch im Chrome Webstore bereit. (Bild: AVG)
Die Erweiterung von AVG steht noch im Chrome Webstore bereit. Bild: AVG

Gemeinsam mit dem Antiviren-Programm von AVG ist Nutzern ungefragt auch die Chrome-Erweiterung Web Tuneup(öffnet im neuen Fenster) installiert worden. Laut Tavis Ormandy, der in Googles Project Zero nach Sicherheitslücken sucht, erweiterte dieses Addon aber die Javascript-APIs von Chrome, übernahm die Sucheingaben und umging die Malware-Checks des Browsers. Diesen Code konnte Ormandy dazu ausnutzen, um persönlichen Daten von Nutzern des Addons auszulesen.

Der Sicherheitsexperte geht sogar so weit zu vermuten, dass über diese Lücken auch beliebiger Code hätte ausgeführt werden können. In einer E-Mail an den Hersteller, die in dem dazugehörigen Bug-Report(öffnet im neuen Fenster) einsehbar ist, schreibt Ormandy, das Addon sei so sehr kaputt, dass er sich nicht sicher sei, ob es sich tatsächlich nur um eine Sicherheitslücke handele oder ob er die Erweiterung dem Missbrauchsteam von Google melden sollte - da es sich um Malware handeln könnte.

Eine von AVG zunächst bereitgestellte Lösung für die schwerwiegenden Probleme wies Ormandy darüber hinaus mit der Begründung zurück, dass das Addon weiterhin Man-in-the-Middle-Angriffe erlaube, um den Aufbau einer verschlüsselten Verbindung zu umgehen und Code über eine eigene Seite einzuschleusen. Außerdem sei die Erweiterung anfällig für Cross-Site-Scripting-Angriffe (XSS) über die Webseite von AVG.

Die aktuell verfügbare Version der Erweiterung sei von den beschriebenen Problemen nicht mehr betroffen und ist wohl deshalb weiterhin über den Chrome Webstore erhältlich. Die gemeinsame Installation der Erweiterung mit der Antiviren-Software wird zurzeit aber von Google unterbunden. Zudem prüft das zuständige Team mögliche Verletzungen der Richtlinien für Erweiterungen, die über den Webstore vertrieben werden. Schlimmstenfalls wird das Addon verbannt.


Relevante Themen