Aus 130.000 Litern sollen 550 Millionen werden

Hierzu existierten bislang nur Pilotanlagen. Porsche will mit der von HIF Global in Chile aufgebauten Anlage Haru Oni bereits im Jahr 2026 jährlich 550 Millionen Liter E-Fuels produzieren. Hochgerechnet auf den Kraftstoffverbrauch von rund 63.000 Millionen Liter Benzin oder Diesel allein Deutschland im Jahr 2020 wären dafür 114 Anlagen erforderlich.

Wobei unklar ist, ob Haru Oni tatsächlich die geplante Menge in vier Jahren produzieren kann. Bislang plant HIF Global eine Produktion von 130.000 Litern E-Fuels im Jahr 2022. Dafür werden 51 Millionen US-Dollar investiert, von denen Porsche 20 Millionen Euro beigesteuert hat.

Um auf die geplanten jährlichen 550 Millionen Liter zu kommen, müsste HIF die Kapazität der Anlage in vier Jahren um den Faktor 4.230 steigern. Bei einem Strombedarf, je nach Experteneinschätzung, von 16 bis 27 Kilowattstunden pro Liter wären dafür zwischen rund 9 und 14 Terawattstunden erforderlich. Das entspricht bis zu 2,5 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs in Deutschland.

Solartechnik noch sehr ineffizient

Zudem hat sich auch die Produktion von E-Fuels durch Sonnenlicht schwieriger als erwartet erwiesen. 2019 wurde in Móstoles nahe der spanischen Hauptstadt Madrid ein Solarkraftwerk in Betrieb genommen. Dort soll synthetisches Kerosin mit Sonnenlicht erzeugt werden. An dem Projekt Sun-to-Liquid ist auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt beteiligt.

Die Anlage besteht aus 169 Spiegeln, die das Sonnenlicht auffangen und auf einen Reaktor reflektieren, der in einem 20 Meter hohen Turm untergebracht ist. Die Reaktorkammer wird auf etwa 1.500 Grad aufgeheizt, darin wird in einer thermochemischen Redoxreaktion ein Synthesegas produziert, eine Mischung aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Aus diesem Synthesegas wird durch Fischer-Tropsch-Synthese Kerosin hergestellt. Dort soll gezeigt werden, dass das Verfahren in Großanlagen funktioniert.

Dieser Tage hat das Projekt erste Ergebnisse in der Fachzeitschrift Joule veröffentlicht. Demnach konnte erstmals die thermochemische Prozesskette von Wasser und Kohlendioxid bis zum Kerosin in einem Solarturmsystem demonstriert werden. Der Wirkungsgrad betrug jedoch gerade 4,1 Prozent. Also etwas mehr als 4 Prozent der Energie des Sonnenlichts wurden in das Synthesegas übertragen. Die Forscher hoffen, den Wirkungsgrad auf 15 Prozent anzuheben.

Bislang kann erneuerbare Energie daher deutlich effizienter für batterieelektrische Antriebe eingesetzt werden. Denn mit 16 bis 27 kWh kommen Elektroautos rund 100 km weit.

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 Christian Lindner: So verteidigt Porsche seine E-Fuels-PlänePorsche verweist selbst auf Luft- und Schifffahrt 
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Laoban 03. Aug 2022

das Thema ist extrem umfangreich und vielschichtig :) Efuel gibt es noch nirgends, außer...

friespeace 03. Aug 2022

Wie will Porsche das denn bis 2026 hinkriegen? Man braucht für 10 TWh grob 3-4 GW an...

gottwuerfeltnicht 01. Aug 2022

Ich hätte einen besseren Vorschlag: Ab 2035 dürfen in Deutschland (besser: EU) keine...

DSG12 31. Jul 2022

Hört, hört! 1A



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