Chris Lattner: LLVM-Gründer wird Teslas Autopilot-Chef

Nach elf Jahren bei Apple wechselt Chris Lattner zu Tesla(öffnet im neuen Fenster) und wird dort "Vice President of Autopilot Software", also hauptverantwortlich für die Erstellung und Entwicklung der Funktionen zum teil- und vollautomatisierten Fahren der Fahrzeuge von Tesla. Die Arbeit am autonomen Fahren scheint auf den ersten Blick ungewöhnlich, da Lattner bisher nicht in diesem und verwandten Bereichen tätig war.
Dafür kann Lattner aber eine bisher sehr erfolgreiche Karriere in der Softwareentwicklung vorweisen. So gilt Lattner als Gründer des Compiler-Projekts LLVM, dessen Name ursprünglich noch ausschließlich für Low-Level-Virtual-Machine stand. Lattner war zudem jahrelang Hauptautor von LLVM, das mittlerweile extrem weit verbreitet ist und in sehr vielen verschiedenen Kontexten zum Erstellen von Compilern sowie dazugehörigen Werkzeugen genutzt wird. Lattner selbst begann etwa die Arbeiten an dem LLVM-Compiler-Frontend für C-artige Sprachen: Clang.
Bei Apple leitete Lattner nach verschiedenen Positionen im Unternehmen zuletzt das Team zum Erstellen der Entwicklerwerkzeuge. Unter seiner Leitung entstand eine Vielzahl von Werkzeugen, die zum Beispiel in der integrierten Entwicklungsumgebung Xcode gesammelt zur Verfügung gestellt werden. Die letzte tiefgreifende Änderung bei Apple, die auf Lattner zurückzuführen ist, ist die Entstehung und Einführung der Programmiersprache Swift.
Swift dient Apple in vielen Bereichen als langfristiger Ersatz für die Sprache Objective-C, vor allem in der App-Entwicklung. Die Sprache wird seit mehr als einem Jahr als Open-Source-Projekt weiterentwickelt und läuft zusätzlich zu der Apple-Familie von Betriebssystemen auch auf Linux und FreeBSD. In seiner Abschieds-E-Mail an die Swift-Community(öffnet im neuen Fenster) schreibt Lattner, dass er weiter aktiv an der Sprachentwicklung teilhaben werde, seinen Posten als Swift-Projektleiter tritt Lattner aber an den Apple-Angestellten Ted Kremenek ab.



