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Chips for Europe Initiative 2.0: 70 Milliarden Euro für Europas Halbleiterbranche

Modernste Halbleiterfertigung, Speicher und zehn Einhörner: Die EU-Kommission hat sich viel vorgenommen, nimmt aber auch Geld in die Hand.
/ Johannes Hiltscher
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Hier könnte Europas Technologie für Halbleiterfertigung entstehen: ein Reinraum des Forschungszentrums Imec. (Bild: Imec)
Hier könnte Europas Technologie für Halbleiterfertigung entstehen: ein Reinraum des Forschungszentrums Imec. Bild: Imec
Inhalt
  1. Chips for Europe Initiative 2.0: 70 Milliarden Euro für Europas Halbleiterbranche
  2. Europäische High-End-Fertigung bis 2033
  3. Europas Halbleiterversorgung souveräner aufstellen

Die EU-Kommission hat die lang erwartete Chips for Europe Initiative 2.0(öffnet im neuen Fenster), kurz European Chips Act 2.0, vorgestellt. Der Plan stellt bis zu 70 Milliarden Euro in Aussicht – allerdings erst im Rahmen des kommenden Multiannual Financial Framework (MFF). Dieses muss noch von den Mitgliedsländern beschlossen werden und würde von 2028 bis 2034 laufen.

Entsprechend gibt es bislang wenige konkrete Pläne, sondern in erster Linie Vorschläge. Wie bereits zuvor bekannt wurde, hat die Kommission dabei Lehren aus dem nur begrenzt erfolgreichen Vorgänger gezogen. So konzentriert sich der vorgelegte Plan wesentlich stärker auf die Nachfrageseite als sein Vorgänger – und das in mehrfacher Hinsicht.

Zwar bleibt das Ziel, in Europa ein international führendes Halbleiterwerk aufzubauen. Gleichzeitig soll für die Fertigung aber erst einmal eine Nachfrage geschaffen werden. Dafür soll der Halbleiterentwurf in Europa deutlich ausgebaut werden.

Schwerpunkte für Chipentwicklung

Die EU-Kommission setzt dabei eine Reihe von Schwerpunkten. Die sollen sich einerseits an den Erfordernissen der europäischen Industrie, andererseits an aufstrebenden Technologien orientieren.

Konkret benannt werden KI-Beschleuniger sowie fortschrittliche Chips für die Automobilbranche. Auch Wide-Bandgap-Halbleiter wie Siliziumkarbid und Galliumnitrid sowie Quantencomputer stehen weiter im Fokus. Daneben sollen Entwicklung und Nutzung von Silicon Photonics gefördert werden.

Gleichzeitig soll die Nachfrage nach in Europa entworfenen High-End-Chips gestärkt werden. Einerseits dient dazu der Fokus auf etablierte europäische Industrien, andererseits sollen andere europäische Projekte wie der Cloud and AI Development Act (Cada) für Nachfrage sorgen.

Auch die öffentliche Beschaffung soll Nachfrage schaffen. So sieht der Vorschlag vor, Versorgungssicherheit als zusätzliches Auswahlkriterium neben Kosteneffizienz zu etablieren. Das gleiche Ziel verfolgt bereits der Industry Accelerator Act. Die Fertigung der in Europa entworfenen Chips kann dabei durchaus erst einmal weiter in außereuropäischen Ländern erfolgen, etwa bei TSMC in Taiwan.

Neben diesen relativ konkreten Zielen sieht der Plan auch eine Reihe noch nicht genauer ausgestalteter, aber ambitionierter Punkte vor.


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