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Chipkrise: Volkswagen wendet Produktionsstopp vorerst ab

Der Wolfsburger Autobauer Volkswagen stand kurz vor einem Produktionsstopp – nun läuft die Fertigung aber vorerst weiter.
/ Przemyslaw Szymanski
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Logo von Volkswagen (Symbolbild) (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
Logo von Volkswagen (Symbolbild) Bild: Sean Gallup/Getty Images

Volkswagen hat eine drohende Produktionspause in letzter Minute verhindert. Trotz erheblicher Lieferprobleme beim Halbleiterhersteller Nexperia kann die Fertigung in den kommenden Tagen weiterlaufen.

"Die Lieferengpässe beim niederländischen Hersteller haben vorerst keine Auswirkungen auf die Produktion in den fahrzeugbauenden Werken der Marke Volkswagen in Deutschland" , teilte der Konzern laut Bild-Zeitung(öffnet im neuen Fenster) mit. Auch die Tochterunternehmen Audi und Porsche seien bis einschließlich Donnerstag abgesichert.

Noch vor wenigen Tagen war unklar, ob die Fertigung fortgesetzt werden kann. Intern soll bereits ein Produktionsstopp in mehreren Werken vorbereitet worden sein. In den Planungen war offenbar vorgesehen, dass zunächst das Werk in Wolfsburg und anschließend weitere Standorte stillstehen sollten. "Der Plan war rot – also hätte die Fertigung gestanden!" , sagte ein Manager laut Bild-Zeitung.

Erst in letzter Minute gelang es den Einkäufern demnach, zusätzliche Halbleiterbestände zu sichern und so den drohenden Ausfall zu verhindern. Eine auf den 23. und 24. Oktober 2025 vorgezogene Inventur – offiziell als Routine angekündigt – sei ebenfalls dazu genutzt worden, Zeit zu gewinnen.

Lage bleibt angespannt

Die Entwarnung gilt jedoch nur kurzfristig. "Wir haben einen Engpass – und der bleibt. Nexperia kann aufgrund des Embargos aus China nicht liefern. Und einen alternativen Hersteller haben wir nicht" , wird aus Unternehmenskreisen zitiert. Die Chipversorgung sei lediglich bis zur kommenden Woche gesichert. Sollte sich keine Ersatzquelle finden, könnten erneut Produktionsausfälle drohen.

Hintergrund der Engpässe ist ein geopolitischer Konflikt zwischen China und den Niederlanden . Nachdem die niederländische Regierung die Kontrolle über Nexperia übernahm, reagierte China mit Exportverboten für bestimmte Chipbauteile.

Das Unternehmen gehört zum chinesischen Mutterkonzern Wingtech und produziert Standardchips, also einfache, aber zentrale Komponenten, die in vielen Fahrzeugen und Industrieanlagen stecken.


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