Chipkrise: Autohersteller sehen Verbesserung in der Chipversorgung

Kommt das Ende der Chipkrise? Einige Autohersteller verfügen offensichtlich wieder über genug Hightech-Komponenten, um mit voller Kapazität zu produzieren. Die Stimmung bei den Unternehmen bessert sich.
Volkswagen-Chef (VW) Herbert Diess hatte es kürzlich schon angedeutet: Mitte des Jahres werde sich die Chipkrise entspannen, auch wenn sie dann noch nicht zu Ende sei, sagte Diess Ende Mai . Der Fortschritt komme früher, als die Unternehmen erwartet hätten, berichtet die US-Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) .
Ein Sprecher von BMW sagte, die Situation sei aktuell "etwas stabiler" . Der Münchner Autohersteller überwache die Chipversorgung jedoch täglich. Es könne auch sein, dass es in den kommenden Wochen und Monaten erneut zu Verschlechterungen komme.
Die Situation ist besser als 2021
Auch bei Daimler in Stuttgart werde "die Situation noch von Woche zu Woche" beobachtet, sagte Jörg Burzer, Leiter der Abteilung Produktion und Supply-Chain-Management bei Mercedes, gegenüber Bloomberg. Zwar gebe es noch vereinzelt Lieferprobleme, "aber nichts im Vergleich zu dem, was letztes Jahr war."
Die Verfügbarkeit liegt aber nicht nur daran, dass mehr Chips lieferbar sind. Ein Teil stammt aus daher, dass die Nachfrage nach Unterhaltungselektronik zurückgeht, so dass die Chips für andere Branchen zur Verfügung stehen. Bloomberg führt den Rückgang bei der Nachfrage nach Unterhaltungselektronik unter anderem auf die Inflation sowie auf eine mögliche Rezession zurück.
Allerdings profitieren nicht alle Autohersteller von der besseren Verfügbarkeit von Chips. Volvo Trucks etwa hat nach eigenen Angaben immer zu wenig. Das werde sich voraussichtlich auf die Produktion im zweiten Quartal auswirken.
Doch auch wenn die Hersteller eine Verbesserung feststellen und die Produktion hochfahren können, sind sie noch nicht überzeugt, dass die Chipkrise vorbei ist. So sagte ein VW-Sprecher gegenüber Bloomberg, die Unsicherheit für die kommenden Monate sei noch groß.



