Chipindustrie: USA erzwingen kurzfristigen China-Exportstop bei ASML

Der Chipindustrieausrüster ASML wird einige chinesische Kunden wenige Wochen vor der Ausweitung von Exportbeschränkungen nicht mehr mit Maschinen zur Chipherstellung beliefern können. Eine Lizenz für die Auslieferung bestimmter DUV-Lithografiesysteme sei teilweise von der niederländischen Regierung zurückgezogen worden, teilte das Unternehmen am Montag in Veldhoven mit.(öffnet im neuen Fenster)
Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg in der Nacht zum Dienstag(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Insider berichtete, drängte die Regierung von US-Präsident Joe Biden auf den vorzeitigen Lieferstopp.
Chinas Außenministerium kritisierte, die USA würden unter Vorwand andere Länder dazu zwingen, Technologieblockaden gegen China umzusetzen. Das Verhalten der USA verletzte "ernsthaft" internationale Handelsregeln und wirke sich auf die Stabilität globaler Lieferketten aus, sagte Außenamtssprecher Wang Wenbin am Dienstag in Peking. Die Niederlande sollten objektiv bleiben und "den Geist des Vertrages" respektieren.
In Diskussionen mit den US-Behörden habe der Konzern zudem weitere Klärung zu Umfang und Auswirkung von US-Exportbeschränkungen erhalten. Der Rückzug der Lizenzen habe keine wesentlichen Effekte auf die Finanzziele für das abgelaufene Jahr 2023, hieß es von ASML. Die Aktie der Niederländer sank nach dem Handelsstart am Dienstag in Amsterdam um ein halbes Prozent auf 678,10 Euro.
Seit dem 1. Januar greifen ohnehin bestimmte Exportverbote für sogenannte Deep-Ultraviolet-Lithografiemaschinen (DUV) nach China, um das Land von der Versorgung mit Chip-Hochtechnologie abzuschneiden. Die USA hatten zuvor auf das Verbot der Lieferung von moderneren Belichtungsanlagen der sogenannten Extreme-Ultraviolet-Technologie (EUV) nach China hingewirkt.



